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Wien - Mit Herbst 2012 wird die Neue Mittelschule (NMS) vom Schulversuch zur Regelschulform, bis 2018/19 sollen schrittweise alle Hauptschulen durch NMS ersetzt werden. Die wichtigsten Änderungen für Schüler, Eltern, Lehrer und Schulen im Überblick:
UNTERRICHT: In Deutsch, Mathematik und lebender Fremdsprache (meist Englisch) ist eine innere Differenzierung des Unterrichts vorgesehen. Für pädagogische Maßnahmen wie temporäre Gruppenbildung, Förder- und Leistungsmaßnahmen oder Teamteaching mit zwei Lehrern in der Klasse stellt das Unterrichtsministerium pro NMS-Schüler und Jahr 1.000 Euro zusätzlich zur Verfügung. Im Gegensatz zur Hauptschule sind keine fixen Leistungsgruppen vorgesehen. Die Konzepte zur Differenzierung werden an jeder Schule von speziell geschulten Lehrern ("Lerndesignern") erarbeitet.
LEHRPLAN: Dieser entspricht weitgehend dem des Realgymnasiums. Wie bisher können zusätzlich zum Lehrplan, der den Kernbereich vorgibt, im Erweiterungsbereich schulautonom Schwerpunkte gesetzt werden. Als Rahmen sind vier Schwerpunktbereiche vorgegeben: sprachlich-humanistisch-geisteswissenschaftlich, naturwissenschaftlich-mathematisch, ökonomisch-lebenskundlich und musisch-kreativ.
ZEUGNIS: Zusätzlich zu den Ziffernnoten werden im Zeugnis die individuellen Lern- und Leistungsstärken in einer "ergänzenden differenzierenden Leistungsbeschreibung" festgehalten. In der 3. und 4. Klasse NMS wird in den differenzierten Gegenständen (Deutsch, Mathe, Fremdsprache) im Zeugnis außerdem ausgewiesen, ob der Schüler sich nur Basiswissen ("grundlegende Allgemeinbildung") oder komplexeres Wissen ("vertiefte Allgemeinbildung") aneignen konnte. Die vertiefte Bildung entspricht dem Bildungsziel der AHS-Unterstufe, die grundlegende Bildung umfasst dieselben Inhalte, aber auf einer weniger komplexen Ebene.
ÜBERTRITTSBERECHTIGUNG: Wer in allen differenzierten Fächern "vertieft" abschließt, ist zum Übertritt in AHS oder berufsbildende höhere Schulen (BHS) berechtigt. Wer das in einem Fach nicht schafft, kann von der Klassenkonferenz dennoch AHS/BHS-reif erklärt werden. Die Übertrittsberechtigung wird auch im Zeugnis ausgewiesen. In der 1. und 2. Klasse können NMS-Schüler in die AHS wechseln, wenn sie in Deutsch, Mathe und Englisch ein "Sehr Gut" oder "Gut" haben. Wer in der 4. Klasse NMS in allen drei Gegenständen nach "grundlegendem Allgemeinwissen" mit "Befriedigend" oder "Genügend" beurteilt wird, darf in berufsbildende mittlere Schulen (BMS) aufsteigen. Wer in dieser Kategorie mit "Nicht Genügend" abschließt, kann in die Polytechnische Schule gehen oder das letzte NMS-Jahr wiederholen.
ELTERN: Mindestens zweimal pro Jahr finden verpflichtende Lehrer-Eltern-Schüler-Gespräche statt. Ab der 3. Klasse sind auch Beratungsgespräche zur Bildungs- oder Berufsorientierung vorgesehen.
LEHRER: Beim Teamteaching können auch Lehrer aus AHS oder berufsbildenden höheren Schulen (BHS) gemeinsam mit Hauptschullehrern unterrichten. Verpflichtend ist der Einsatz von Lehrern von höheren Schulen aber im Gegensatz zu den Modellversuchen nicht.
BESTEHENDE NMS: Bereits bestehende NMS-Standorte können ihre Konzepte und ihre bisherige Entwicklungsarbeit laut Unterrichtsministerium im Rahmen der Schulautonomie weiterführen. Ab kommendem Jahr müssen sie im Zeugnis allerdings ebenfalls festhalten, ob ein Schüler die "grundlegende" oder "vertiefte Allgemeinbildung" erreicht hat.
FÄCHERKANON: Berufsorientierung wird als verbindliche Übung eingeführt, textiles und technisches Werken zu einem Gegenstand vereint. Geometrisches Zeichnen kann im Rahmen eines naturwissenschaftlich-mathematischen Schwerpunkts weiter eigenständiger Gegenstand bleiben. Ernährung und Haushalt bleibt als Pflichtfach erhalten. (APA)
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Man kann zwar in der Neuen Mittelschule theoretisch den Lehrplan des Gymnasiums fahren, in der Praxis heißt das aber:
wenige Schülerinnen und Schüler, die das dann verstehen, weil sie schlicht und einfach der Unterrichtssprache kaum folgen können, sonderpädagogischen Förderbedarf haben oder sogar Sondererziehung.
Da wird der Gymnasiallehrplan zur Farce.
Ich als junger Vater und Gymnasiallehrer (hoffentlich bleibt wenigstens die gymnasiale Unterstufe erhalten) spare schon jetzt auf die Privatschule, denn Schmied ist eine unberechenbare Ideologin, die schon bewiesen hat, dass sie Unternehmen spielend an die Wand fahren kann.
Ursula Haubner war Fachlehrerin an der HBLA. Kein Wunder, dass sie das Fach Hauswirtschaft und Ernährung engagiert in die NMS hinüberrettete und so wenigstens ein Praxisfach von den Kürzungen an der NMS verschonte.
Dass insbesondere Technisches Werken als IMST-Fach naturwissenschaftliches Wissen über die Praxis erschließen kann, hatte sich leider nicht herumgesprochen. Die AHS-Unterstufe wird zukünftig einen fundierteren technischen Werkunterricht als die NMS ermöglichen, die doch eigentlich zukünftige Handwerker ausbilden sollte. Die Politik unterstützt die Lehrlinge, was allerdings nur als Lippenbekenntnis erscheint. Wäre es anders, müsste ein Interesse bestehen, die SchülerInnen auch zukünftig in praktischen Fächern zu unterrichten.
noch Klassenzüge gab, haben die guten Schüler beim Übertritt in eine AHS keine Probleme gehabt. Mit den Leistungsgruppen haben Schüler der I. LG (weil homogener) so manchen AHS-Schüler in die Tasche gesteckt. Als man begonnen hat, die Hauptschule totzureden, hat durch die beginnende Flucht in die AHS das Niveau in beiden Schultypen stark zu sinken begonnen. Mit Einführung der NMS wird die AHS zur Gesamtschule und die HS zur Sonderschule. Dies alles galt und gilt für den ländlichen Raum! Sarkasmus am Rande: nach wie vielen Jahren wird die NMS zur AMS (doppelsinnig)?
gab es im Schuljahr 2009/10 - 114.693 Schüler in der Unterstufe AHS.
In Haupschulen, Sonderschulen, Poly und NMS insgesamt 266.722 Schüler. Nun gibt es aber in der Oberstufe und ORG nur Plätze für 83.788 Schüler. Das sind 31 % aller Schulabgänger und etwa die Hälfte der Unterstufe.
...zu meiner Zeit(Mitte der 80er) mussten noch alle für die HTL eine Aufnahmsprüfung machen, ob Vorzugsschüler, schlechte Schüler, AHS´ler und Hauptschüler. Soweit ich mich erinnern kann hat da die Schule(HTL) nach der Aufnahmeprüfung entschieden wen sie nimmt.
Heutzutage entscheidet die Unterstufe ob man weiter darf oder nicht?
WTF.
LEHRER: weiterhin werden Hauptschullehrer unterrichten, AHS Lehrer werden kaum bis gar nicht eingebunden.
FÄCHERKANON: Textiles & Technischer Werken als ein Fach bedeutet Zwangsverpflichtung zu Stricken und Nähen, damit der Tod beider Fächer. (Woher sollen zukünftig Maurer, Schlosser, Installateure kommen?)
GZ de facto abgeschafft - keine räumliche Bildung mehr.
Insgesamt werdewn kreative und handwerkliche Fächer gekürzt - damit einer der wenigen positiven Dinge an der bisherigen HS vernichtet.
Schmied ist die Totengräberin des Bildunsgwesens in Österreich.
Das ist dann weder Fisch noch Fleisch. Eine zweite Fremdsprache wie im Gymnasium ab der 3. Klasse (Latein, Italienisch, Russisch, was auch immer) gibt es nämlich ebenfalls nicht, stattdessen einen verwässerten Werkunterricht und Geometrisch Zeichnen mit sehr niedriger Stundenzahl.
Ich hätte mich jedenfalls sehr "gefreut", statt Latein technisch-textiles Werken besuchen zu müssen.
UNTERRICHT: die innere Differenzierung funktioniert nur selten, das Teamteaching ebenso. Meist wird nach unten nivelliert, im besten Fall weiter in 2 Gruppen getrennt.
LEHRPLAN: der hat schon bisher (auf dem Papier) dem der AHS entsprochen, wo ist da die Neuerung? Auch die - theoretische - Unterteilung in Kern- und Erweiterungsbereich gibts schons eit Jahrzehnten.
ZEUGNIS: nur eine sinnlose Verkomplizierung - de facto wirds dann so aussehen, dass die lernschwachenmit dem Basiszeugnis (B wie Basis, B wie B-Zug) am Arbeitsmarkt kaum Chancen haben werden.
ELTERN: Eltern-Lehrer-Schülergespräche sind ein schlechter Witz. Man soll den Eltern nur mehr positives erzählen.
Ohne in den pädagogischen Beißreflex zu verfallen, wonach jede Neuerung prinzipiell abgelehnt wird, fällt mir spontan ein:
1. Das ist der Tod der Polytechnischen Schule.
2. Wer einen "Sechser" oder "Siebener" bekommt, zurück auf die Bäume...
3. Ein AHS-Lehrer und ein Hauptschullehrer unterrichten im Teamteaching. Wie wird die unterschiedliche Bezahlung begründet?
Freue mich schon, auf den Verriss dieser Pläne durch die Christ-Gewerkschafts-Schwarzen!
Auch in den Versuchsschulen der NMS hat es nur zum Teil wirkliche AHS-Lehrer gegeben.
Wenn sich keiner gefunden hat, hat man einen HS-Lehrer genommen und ihn an einer AHS angemeldet um ihn dann als "AHS-Lehrer" an die NMS zu holen.
Schaut nämlich schöner aus und die Öffentlichkeit ist halbwegs zufrieden
warum sollen die auch wollen? vielleicht noch um weniger Geld.
Wenn ich AHS-Lehrer bin, dann gehe ich davon aus, Schüler zu unterrichten, die zumindest zu einem gewissen Teil das lernen wollen, was ich unterrichte. Und ich nicht den Wauwau - pardon - den Pädagogen für Mindebegabte und Unwillige spielen muss.
Es gibt Gebiete in Österreich, da unterrichten die AHS-Lehrer Ihre Minderbegabten und die Talente sitzen in der NMS! In unserer Gemeinde besuchen 8 von 10 Kindern (und das sind bei weitem nicht die Begabteren) nach der VS die Sport- oder Musik-MS!
Also, bitte, warum alles über einen Kamm scheren?
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