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Immer mehr Brauereien leisten es sich, Biere zu brauen, die eben nicht so schmecken, wie es jedermann erwartet. Begonnen haben kleine und sehr kleine Brauereien - die Stiftsbrauerei von Schlägl zum Beispiel, die bereits vor 20 Jahren ein Roggenbier auf den Markt gebracht hat.
Was Bier wertvoll macht? Natürlich die Marke! Für Markenbiere kann man durchaus etwas mehr verlangen als für das No-name-Bier beim Diskonter. Den Unterschied schmeckt doch eh keiner.
Jahrzehntelang haben Marketingmanager so gedacht, jahrzehntelang haben sie das biertrinkende Publikum so erzogen - und die Braumeister sind seufzend den Vorgaben des Managements gefolgt: Von Markengurus haben sie sich den "genetischen Code der Marke" erklären lassen. Damit ein paar Cent Preisunterschied zu erklären, war notwendig, weil ja die Rohstoffe ebenso standardisiert sind wie die Brautechnik - da wurde kräftig rationalisiert: 1975 gab es in Österreich noch 8460 Brauereimitarbeiter, heute sind es nur mehr 3800. Und weiterhin sind mehr als 63 Prozent des in Österreich konsumierten Bieres Märzenbier. Keines davon schlecht - aber es ist schwer zu erklären, warum das eine oder andere wesentlich besser sein sollte und teurer verkauft werden könnte.
Roggenbier
Allerdings: Immer mehr Brauereien leisten es sich, Biere zu brauen, die eben nicht so schmecken, wie es jedermann erwartet. Begonnen haben kleine und sehr kleine Brauereien - die Stiftsbrauerei von Schlägl zum Beispiel, die bereits vor 20 Jahren ein Roggenbier auf den Markt gebracht hat. Inzwischen braut man dort mit größter Selbstverständlichkeit auch Altbier nach deutschem Rezept oder Abteibier nach belgischem Vorbild.
Das sind keine Biere für "Joe Sixpack". Aber die neuen Biere finden ihre Liebhaber - und sie werden teuer bezahlt, weil man eben schmecken kann, dass da etwas Besonderes in der Flasche ist: aufwändiger hergestellte Malze, neu gezüchtete Hopfensorten mit spezifischen Aromen, Hefestämme aus ganz anderen Bierkulturen. Oder alles das auf einmal.
Und - neuester Trend - vielleicht auch noch eine Nachreifung in Holzfässern, was sich vor allem bei dunklen, obergärigen Starkbieren bewährt. Zugegeben: In Italien funktioniert all das noch besser; nicht nur, weil die Italiener neugieriger auf neue Aromen sind, sondern vor allem weil die italienischen Konsumbiere viel geschmacksärmer sind als unsere, weshalb sich Luxusbiere noch stärker vom Durchschnitt abheben. Aber natürlich gibt es sie auch bei uns, die herausragenden Biere wie das Bonifatius Barrique der Brauerei Forstner oder das mit Weinhefe nachvergorene Szigeti Beer aus der gleichnamigen Sektkellerei. (Der Standard/rondo/02/03/2012)
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Hab mich in letzter Zeit durch die Kreationen der belgischen Kleinbrauereien gekostet und bin ziemlich begeistert davon. Wer es gewohnt ist, Jahr und Tag nur Märzen und Pils zu trinken, wird ziemlich überrascht sein, wie edel ein ordentliches Starkbier schmecken kann. Dafür lohnen sich auch mal ein paar Euro mehr, zumal man das starke Zeug sowieso langsamer trinkt.
Prost
Schremsers Roggenbier, Zwettlers Saphir, Hirters Morchel, u.v.a. sind gute Biere abseits des ö. Einheitsmärzen, die trotzdem kein Luxus sind.
Die Biere der Brewingcompany (vor allem Ales und Stouts) und jene des 7*(vor allem Lagerbiere) schmecken mir noch besser. Auch sie sind kein Luxus.
Deshalb bin ich bei "Luxusbieren" ein wenig skeptisch.
Qualität hat natürlich seinen Preis, aber ich habe den Verdacht, dass das einzig luxeriöse daran oft primär der Preis selbst ist. Für ganz besondere Biere (z.B hochprozentiges) für besondere Anlässe kann schon mal ein besonder Preis ohne Nepp! bezahlt werden.
Aber jene Biere die man regelmäßig trinkt DÜRFEN KEIN LUXUS SEIN, und müssen trotzdem gut und vielfältig sein.
Von Schlägl gibt es das Stifterbier, ein rötlliches obergäriges Bier. Raschhofer bietet auch in wiener Supermärkten ein Porter und ein Witbier zu MODERATEN Preisen an.
Ich wundere mich warum die üblichen Bockbiere nicht teurer sind als die Spezialbier der jeweiligen Brauereien sind.
2 Euro war der höchste preis den ich für 0,5 l
je bezahlt habe. (Kübelbier bei Bottelini)
Sondereditionen sind zwar für das Image des Bieres als edles Getränk nich schlecht. Aber ich bin dagegen, dass gutes Bier zu einem Luxus-Getränk für
eine kleine Minderheit wird, und die Masse Heineken-Gschlodder trinkt. Darum ist es wichtiger das vielfältige Angebot der ö. mittelständischen Brauerein abseits des Märzens zu fördern.
egal ob vom faß, oder aus der flasche. da kann die werbung noch so viele alpenbäche und naturburschen zeigen – das zeug ist nicht zu trinken.
ich würde die luxusbiere einfach ned luxus nennen, den für cocktails etc geben 7 EURO aus, warum nicht auch für ein spezielles bier. man muss bier nicht immer nur über die menge konsumieren!
Ich find das Zipfer-Märzen nicht schlecht, was ich vom Egger-Märzen so nicht behaupten würde.
Ich kann eher nicht nachvollziehen warum das Gösser-Märzen so populär ist.
Die Unterschiede sind aber wirklich nicht gravierend.Ich kaufe ja bewusst keine Bu-Heineken Biere, daher gibt bei mir als "Hausmannskost" entweder das milde Murauer oder das Stiegl. Und das Schnaitl-Märzen ist das Beste, das ich kenne, das gibt es aber leider nicht im Supermarkt
P.S.
Nur Märzen zu trinken wäre mir geschmacklich zu fad.
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