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Wien/Innsbruck - Die Universitäten wollen sich im Zuge der Reform der Lehrer-Ausbildung mehr Praxisbezug verordnen, wie aus einer Aussendung der "Universitären Plattform LehrerInnenbildung" (UPL) vom Donnerstag hervorgeht. "Ziel ist, die Berufspraxis enger als bisher an die Aus- und Weiterbildungsinstitutionen zu binden, um auf diese Weise einen regen Austausch zwischen Theorie und Praxis zu pflegen."
Derzeit werden die Lehrer für AHS und berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) an den Unis sowie Pflichtschullehrer (Volks-, Haupt, Sonder- und polytechnische Schule) an den PH ausgebildet. Den PH wird dabei mangelnde Wissenschaftlichkeit, den Unis indes zu wenig Praxisbezug vorgeworfen. Künftig sollen alle Lehrer an gemeinsamen Einrichtungen ausgebildet werden.
Unis mit "führender Rolle"
Wie schon bisher sind die UPL-Vertreter um Ruth Mateur-Berr (Uni für Angewandte Kunst) und Lehr- und Lernforscherin Ilse Schrittesser (Uni Innsbruck) der Meinung, dass die Unis als Einrichtungen mit der Kernkompetenz Forschung die führende Rolle bei der neuen Lehrerbildung übernehmen müssen - "allerdings unter Bedachtnahme auf die zunehmende Öffnung der PH für Forschungsaufgaben und Kooperationen."
Langfristige Kooperationsverträge
Professuren für Fachdidaktik, Elementar- und Grundschulpädagogik sollen in den Entwicklungsplänen der Unis verankert und nachhaltige Kooperationen mit Kindergärten und Schulen eingegangen bzw. vertieft werden. Dafür sollen auch langfristige Kooperationsverträge zwischen den Unis und Pädagogischen Hochschulen (PH), Kindergärten und Schulen in den Leistungsvereinbarungen zwischen Unis und Wissenschaftsministerium festgehalten werden. Bis Ende des Jahres müssen die Vereinbarungen für die Jahre 2013-2015 stehen.
Mehr Forschung
Weitere Kriterien, die künftige Anbieter einer gemeinsamen Ausbildung für alle Pädagogen aus Sicht der Uni-Vertreter erfüllen sollen: Lehrende an den Trägerinstitutionen sollen selbst forschen und auch Studenten möglichst früh in Forschungsprojekte eingebunden werden und die Fort- und Weiterbildung, die derzeit ausschließlich an den PH stattfindet, durch stärkere Forschungsorientierung aufgewertet werden.
Auch Forschung in der Berufspraxis müsse von den Lehrerausbildungseinrichtungen attraktiver gestaltet werden, sowohl für die forschenden Pädagogen als auch die eingebundenen Kindergärten und Schulen. Außerdem sollen Lehrern durch Schaffung entsprechender Doktoratsprogramme wissenschaftliche Karrieren ermöglicht werden.
Darüber hinaus sollen, geht es nach der Plattform, die Trägerinstitutionen wegen ihrer Expertise nicht nur in die Entwicklung der Studienpläne der neuen Lehrerausbildung einbezogen werden, sondern auch in jene der Lehrpläne für Schulen bzw. Bildungspläne für Kindergärten. (APA)
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