Amokübung am Gericht: Justiz entschuldigt sich

1. März 2012, 13:57

Übung wurde ohne Wissen der Vorgesetzten durchgeführt - Krisensitzung am Freitag

Klagenfurt - Der Präsident des Oberlandesgerichtes Graz, Manfred Scaria, hat sich am Donnerstag für die nicht kommunizierte Amoklaufübung am Dienstag am Bezirksgericht (BG) Klagenfurt entschuldigt, bei der mehrere Mitarbeiter einen Schock erlitten hatten. Die Übung sei ohne Wissen der vorgesetzten Dienststellen - also dem Landesgericht (LG) Klagenfurt, dem Oberlandesgericht (OLG) Graz und dem Justizministerium - durchgeführt worden, erklärte Scaria in einer Aussendung.

Bei der Übung wurde ein Amoklauf im Bezirksgericht dargestellt. Ein fiktives Amoklauf-Opfer - dargestellt von einem Exekutivbeamten - wurde gar per Kopfschuss niedergestreckt. Allerdings waren die Mitarbeiter des Gerichtes nicht informiert. Einige Personen erlitten einen schweren Schock und mussten psychologisch betreut werden.

"Die Feststellung allfälliger Sicherheitsmängel rechtfertigt eine derartige Aktion nicht", erklärte Scaria und distanzierte sich von der Vorgangsweise. Für die Sicherheit an den Kärntner Bezirksgerichten ist das OLG Graz zuständig, hieß es aus dem Justizministerium.

Gewerkschaft entsetzt

Am Donnerstag sparte auch die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) nicht mit Kritik. Landesvorsitzender Arnold Auer zeigte sich entsetzt über die Vorgehensweise bei der Übung. "Die Personalvertreter wurden nicht eingeweiht", kritisierte er und bot Betroffenen Unterstützung an.

Laut Auer meldeten sich bereits Gewerkschaftsmitglieder bei der GÖD, wo sie mit psychologischer Beratung und Rechtsschutz bei der Bewältigung "dieser Extremsituation" unterstützt würden. "Wie die Zuständigen mit dieser Situation umgegangen sind, ist schärfstens zu kritisieren. Der Umgang mit den Mitarbeitern ist inakzeptabel!", so Auer in einer Aussendung. Eine Reihe falscher Entscheidungen sei getroffen worden und es bestehe die Gefahr von posttraumatischen Belastungsstörungen bei den Betroffenen.

Für einen Sicherheitscheck die psychische Gesundheit der Mitarbeiter aufs Spiel zu setzen, sei "absolut der falsche Weg". Künftig müsse es eine Einbeziehung der Personalvertretung geben, damit "folgenschwere Fehlplanungen" nicht mehr passieren könnten, so der GÖD-Chef.

Für Freitag war eine Krisensitzung geplant. An dieser sollten Landespolizeikommandant Wolfgang Rauchegger und Vertreter des BG und des LG Klagenfurt sowie des OLG Graz und des Justizministeriums teilnehmen. Zweck des Gesprächs sei laut Scaria, "aufgetretene Informations- und Kommunikationsprobleme zu erörtern und notwendige Schlussfolgerungen für die Zukunft zu ziehen". (APA)

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Überraschung....

wait till 19th of April!

Und wieder eine vielsagende Nachricht über den Zustand Kärntens.....

Glück gehabt

dass nicht ein beherzter Richter mit seiner Waffe den "Amokläufer" erschossen hat.

selbst da ist die gefahr überfahren zu werden vermutlich höher als erschossen zu werden...

Erstens kann man nur um Ent-Schuldigung bitten und sich nicht selbst ent-schuldigen und zweitens: Nicht angenommen.

Sie können ihre Entschuldigungsbitte dann dem Schadenersatz anschließen, den die Betroffenen erfolgreich erstreiten werden.

Entschuldigung nicht angenommen

Die niedrigen Angestellten sollten im Gegenzug eine unangesagte Amoklaufübung mit denen, die diesmal informiert waren, durchführen und sich nachher halt entschuldigen, aber das wird dann sicher rechtliche Konsequenzen haben.

Die Verantwortlichen sollen zur Verantwortung gezogen werden und Arbeitslose beziehen dürfen. Dauernd wird von der Verantwortung geschwafelt und wenn es dann soweit ist, kommt eine "Entschuldigung".

Wenn niemand was gewußt hat,

wer hat denn die Übung dann durchgeführt? Die Polizei mit dem Portier?
Ich hab ja die Phantasie, das ganze sollte wieder einmal der "Förderung des Sicherheitsbewußseins" dienen. Je ängstlicher die Bevölkerung ist, desto leichter bekommt man "sicherheitsrelevante" Gesetzte und Verordnungen durch.

Wenn Sie lesen können, kommens drauf

dass das ein Alleingang des Leiters des BG Klagenfurt war, zuständig aber das OLG Graz ist.

so explizit steht das hinter nicht, aus dem artikel geht nicht eindeutig hervor wer das eigentlich geplant bzw initiiert hat. immerhin muss ja auch die polizei informiert gewesen sein

nicht nur informiert.laut einer polizeiaussage im TV,war es eine anordnung vom gericht deren sie folgeleisten mussten.(selbständiges denken verboten)

das würde ich jetzt mal massiv anzweifeln, dass (in diesem fall einer übung) die polizei auf gerichtliche anordnung handelt (handeln MUSS), insbesondere auch was die verständigung betrifft. der (mit)verantwortliche der polizei hätte die übung in der from natürlich wegen gefährdung (der nicht informierten verweigern müssen, aber daher...

... was das selbständige denken anbelangt geb ich ihnen vollkommen reacht!

Wohl wohl

Da hat wohl jemand einen geschickten Floh in jemandes gesetzt
Lustige Vorstellung

Das war ja wohl blöder als die Polizei erlaubt.
http://gedaunknsplitta.blog.de

"Rambo-Frage"

Gut, dass so was passiert ist äußerst unwahrscheinlich, rechtlich aber interessant. Nehmen wir an, jemand stellt vor meinen Augen und ohne mein Wissen einen Amoklauf nach. Ich habe zufällig einen Brieföffner oder eine ähnliche "Waffe" bei der Hand, und bringe den mutmaßlichen Amokläufer um. Natürlich im Glauben, dadurch den Tod weiterer Menschen (inkl. meinem eigenen) verhindert zu haben. Was nun, was sagen unsere Gesetze dazu?

Das heisst "Putativnotwehr"

Und wird wie ein echter Notwehrfall abgehandelt. Möglicherweise wird das Abstechen des Täters als Notwehrüberschreitung gewertet. Kommt u.U. auch darauf an, wie oft Du mit dem Brieföffner zugestochen hast.

Klassischer Fall z.B. der Polizist, der in Gmunden um 2.00 in der Früh den Opa mit der falschen Pistole erschossen hat um seinen Kollegen zu retten.

eine absolute gemeinheit

die verantwortlichen müssen sofort ihrer posten enthoben werden.

Justiz + Exekutive + Kärten => http://is.gd/VXO0L6

Zur Lage der Nation: http://is.gd/Isn8Vv

Ich glaub die Aktion dient hintergründig dazu, ...

... die Leitung in der Kärntner Justiz auszutauschen. Und ich denke das ist gelungen.

Verkehrte Welt

Sollten nicht die Angestellten üben, wie Sie sich im
Ernstfall verhalten sollen? Die Cobra sollte das eigentlich wissen.

Na das sind ja Probleme

Gerade in der ZiB2, einer ist sogar aus dem Fenster geklettert. Dem älteren Herren hat der Drill beim BH auch nix gebracht. Der hat die "Verletzte" vor seiner Tür einfach liegengelassen.

Eindeutig kein Hirn vorhanden

Und was jetzt?

Ein halbes Jahr warten, die Verantwortlichen daheim überfallen, fesseln, scheinerschießen? Und dann sagen: Keine Panik, nur eine Übung, aber wenn wir es Ihnen vorher gesagt hätten, dann wären uns wertvolle Erkenntnisse entgangen?

Es ist doch erstaunlich was die dämlichen Vorabend oder Hauptprogrammsendungen in den niederen Gehirnen anrichten.

ich nehm mal an die Sicherheitswachebeamten bzw die Securities waren auch nicht informiert - dann ruft einer die Polizei und schon sind genug uninformierte leute involviert die zugang zu waffen haben.

INTELLIGENT!!

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