Al-Kaida-Geldkurier als Kronzeuge

29. Februar 2012, 21:12
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Majid Khan will für ein milderes Strafmaß gegen Mitgefangene aussagen

Washington - Ein Top-Terrorverdächtiger im US- Gefangenenlager Guantanamo Bay will gegen Mithäftlinge aussagen - möglicherweise auch gegen Khalid Scheich Mohammed, der als Drahtzieher der Anschläge vom 11. September gilt. Wie US-Medien berichteten, verständigte sich der mutmaßliche Geldkurier des Terrornetzwerkes Al-Kaida, Majid Khan, mit der Anklage auf einen Vergleich, der eine geringere Haftstrafe im Gegenzug zur Zusammenarbeit mit den Behörden vorsieht.

Der Deal wurde am Mittwoch in Guantanamo Bay vor einem Militärrichter besiegelt, wie unter anderem der Sender CNN und die Zeitung "Miami Herald" berichteten. Demnach bekannte sich Khan vor Gericht in allen Anklagepunkten schuldig und verpflichtet sich damit zugleich zur Zeugenaussage. Im Gegenzug soll Khan, der bereits seit neun Jahren festgehalten wird, mit einer vergleichsweise milden Strafe von maximal 25 Jahren Gefangenschaft davonkommen. In einem Prozess hätte ihm lebenslange Haft gedroht.

Nach diesen Berichten ist es die erste außergerichtliche Einigung für einen der von der US-Regierung als hochgefährlich eingestuften Gefangenen. Nach CNN-Angaben soll das Strafmaß erst in vier Jahren verkündet werden. In der Zwischenzeit soll Khan die Bedingung für den Deal erfüllen, das heißt, aussagen.

Der 32-Jährige, der einen Teil seiner Schulzeit im US-Staat Maryland verbracht hatte, war 2003 in Pakistan festgenommen und dann zunächst in eines der berüchtigten Geheimgefängnisse des US-Geheimdienstes CIA gebracht worden. Dort sei er Folter-Praktiken ausgesetzt gewesen, wie es in früheren Berichten hieß. Drei Jahre später wurde er nach Guantanamo gebracht.

Khan wurden unter anderem Mord, versuchter Mord, Spionage und Bereitstellung von Material für Terrorangriffe zur Last gelegt. Er soll unter anderem auf Anweisung von Mohammed ein Attentat auf den früheren pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf geplant haben. Auch wurde ihm vorgeworfen, als Kurier Geld für den Bombenanschlag auf ein Marriott-Hotel in Indonesien im Jahr 2003 transportiert zu haben. Bei dem Anschlag waren elf Menschen ums Leben gekommen. (APA) -

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