Fantastische Gemäldereise

29. Februar 2012, 19:25
  • Pieter Bruegels "Kreuztragung Christi" wird in "Die Mühle und das Kreuz" zum realen Szenario.
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    foto: polyfilm

    Pieter Bruegels "Kreuztragung Christi" wird in "Die Mühle und das Kreuz" zum realen Szenario.

Lech Majewskis ungewöhnlicher Spielfilm "Die Mühle und das Kreuz" - und die weiteren Filmstarts der Woche im Überblick

Unter filmischen Gesichtspunkten ist Die Kreuztragung Christi von Pieter Bruegel dem Älteren ein Gemälde, das aus zahlreichen szenischen Stillleben besteht. Das biblische Motiv verlegte der Künstler in das bäuerlich geprägte Flandern des 16. Jahrhunderts - mit der Absicht, die Idee der Christenverfolgung auf die spanische Inquisition auszuweiten, die gerade in seiner Heimat wütete.

Der polnische Regisseur Lech Majewski hat in Die Mühle und das Kreuz das Gemälde nun in den Mittelpunkt eines ungewöhnlichen Films gerückt, der diesem mithilfe von Computeranimation und 3-D-Effekten näherrückt. Allerdings nicht dokumentarisch, sondern als Spielfilm, der ins Bild eindringt: Einzelne Motive und Figuren (wie ein Bauer, der von den Besatzern gerädert wird) löst Majewski in kunstfertigen Szenen heraus; auch Bruegel (Rutger Hauer) selbst tritt auf, der das Geschehen mit eigenen sowie biblischen Vorstellungen durchmischt.

Das bildungsbürgerliche Unterfangen erinnert an Arbeiten des Briten Peter Greenaway - auch Majewski geht es mehr um einen medialen Dialog als darum, ein Werk für neue Lesarten zu öffnen.

Premiers, Oppositionelle und Yogis
Die weiteren Filmstarts der Woche

Regisseur André Schäfer hat sich in John Irving - Wie er die Welt sah dem US-Literaten angenähert. Der Fall Chodorkowski widmet sich dem Putin-Kritiker, der derzeit eine Haftstrafe verbüßt. Globalem Transportwesen ist The Forgotten Space auf der Spur. Meryl Streep als oscargekrönte Thatcher bietet Die eiserne Lady. Weiters: die Actionkomödie Das gibt Ärger, Exorzismushorror in Devil Inside, der Abenteuerfilm Die Reise zur geheimnisvollen Insel sowie die Dokus Solartaxi und Der liebende Gott. (kam / DER STANDARD, Printausgabe, 1.3.2012)

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11 Postings

Abgesehen davon von seinem Hang nach neoliberalen Konservativen: ich halte die Idee, Bruegels Bilder im Film lebendig zu machen - direkt aus dem Bild heraus (!) plötzlich lebendig zu machen - und dabei IM Bild umherzuwandern und die Szenen in 3 D zu beleuchten einfach für genial. Der Maler "friert" sozusagen die Zeit ein, der Film läst die Zeit fließen, man sieht das vorher und danach. Im TV sah man dazu schon einen Clip dazu, der Regisseur Majewski lässt sozusagen Bruegels Zeit in Bildern und Kostumen und gemalten Hintergründen lebendig werden. Wer immer eine Neigung zur Kunst hat: DEN Film muss man einfach gesehen haben.

der liebende Gott

der film heißt glaub ich "Der atmende Gott" (Regie: Jan Schmidt-Garre)

das original

hängt übrigens im kunsthistorischen museum in wien.

Unglaublicher Kunstmist!

Wirr, inhaltsleer, aufgeblasen, gekünstelt statt künstlerisch, voller Frömmigkeit, die nur einem Polen einfallen und nur ein Pole ertragen kann.

Die Film wirft zwei Fragen auf:
Ist das jetzt wirklich ernst gemeint?
Und wie komme ich möglichst schnell aus dem Kino raus?

Warum gehst du überhaupt ins Kino rein?
Bleib bei “Avatar“, aber maße dir bitte nicht an, für alle zu entscheiden, was Kunst ist.

Es steht jedem frei etwas für Kunst oder für Mist zu halten - auch mir!

In's Kino darf man nur gehen, wenn man schon genau weiß, was einen erwartet?
Ist das Ihr ernst?

Wenn "whei" den Film toll findet, dann ist das für Sie keine Bevormundung.
Wenn ich ihn furchtbar finde, dann ist das aber schon Bevormundung?
Echt jetzt?

Wenn ich nur 5 Leute, die in diesem Film spastische Krämpfe oder Hirnblutungen bekommen hätten, davon abhalten konnte da rein zu gehen - dann werde ich meine roten Stricherln mit Freude akzeptieren.

Dein Posting klingt derart apodiktisch, dass man es beim besten Willen nicht für eine einfache persönliche Meinung halten kann.
Und alleine die “Polen“-Meldung zeigt schon wie sehr es dir um differenzierte Kritik geht...

Was sonst könnte mein Posting denn sein als eine persönliche Meinung?
Glauben Sie ich vertrete die Meinung der galaktischen Föderation?

Ich habe mich über den Film geärgert und ärgere mich immer noch, wenn ich daran denke. Das ist alles.

Aber eines stimmt: Um differenzierte Kritik ist es mir nicht gegangen, sondern darum meinem Ärger Luft zu machen.

Bei der Kreuzungsszene dachte ich ich wäre bei den Oberammergauer Passionsspielen. Dass ein Pole das verbrochen hat erklärt, was ich mir sonst nicht erklären konnte.
(Darf man nicht sagen, dass Polen ein sehr viel religiöseres Land ist als Österreich?)

...gar nix kapiert!

Der Film ist toll.

Der Film ist wirklich toll :-)

und die weiteren Filmstarts der Woche im Überblick

..."Weiters: die Actionkomödie Das gibt Ärger, Exorzismushorror in Devil Inside, der Abenteuerfilm Die Reise zur geheimnisvollen Insel sowie die Dokus Solartaxi und Der liebende Gott...."

hier wird mit infos ja nicht gespart,
zum glück erfährt man noch die titel

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