General Motors schmiedet Allianz mit Peugeot

29. Februar 2012, 18:08
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Beide Autobauer kämpfen mit Absatzproblemen und Überkapazitäten. Nun steigt der US-Konzern bei den Franzosen mit sieben Prozent ein

Paris - Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) steigt mit sieben Prozent beim französischen Autobauer PSA Peugeot Citroën ein. Wie beide Unternehmen mitteilten, will PSA mit einer Kapitalerhöhung im Zuge der geplanten "weltweiten strategischen Allianz" mit GM rund eine Milliarde Euro einnehmen. Geplant sind unter anderem ein gemeinsamer Einkauf und die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugplattformen.

Als Teil des Abkommens plant GM, sieben Prozent an den Aktien von PSA zu erwerben. Damit wäre der US-Konzern der zweitgrößte Aktionär nach der Familie Peugeot, die bisher gut 30 Prozent der Anteile und knapp 46 Prozent der Stimmrechte an dem französischen Konzern hält. Die Peugeot-Familie will sich nach eigenen Angaben mit 150 Mio. Euro an der Kapitalerhöhung beteiligen.

"Enorme Chancen"

Die Partnerschaft bringe "enorme Chancen" für beide Unternehmen, erklärte GM-Chef Dan Akerson. Die zu erwartenden Synergien würden das Europa-Geschäft von GM "langfristig und nachhaltig" wieder auf Profitabilität ausrichten. PSA-Chef Philippe Varin sprach von einem "hochinteressanten Moment" für beide Unternehmen.

Mit der Kooperation wollen GM und PSA Peugeot Citroen ihre Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Die beiden Unternehmen gehen nach eigenen Angaben davon aus, dass nach fünf Jahren Synergien in Höhe von rund 2 Mrd. Dollar (rund 1,5 Mrd. Euro) pro Jahr entstehen.

Um Kosten einzusparen, wollen beide Konzerne gemeinsame Fahrzeugplattformen, Komponenten und Module nutzen. Über die geplante Einkaufskooperation mit einem Volumen von rund 125 Mrd. Dollar (knapp 94 Mrd. Euro) im Jahr wollen sie zusammen Material und Dienstleistungen einkaufen.

Peugeot Citroën ist nach VW der zweitgrößte Autobauer Europas, leidet aber unter Absatzproblemen. Vergangenes Jahr hatte sich der Gewinn des Konzerns wegen der Defizite im Auto-Kerngeschäft auf 588 Mio. Euro halbiert. Auch GM machte 2011 im Europageschäft mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall ein Minus von umgerechnet 570 Mio. Euro.

PSA hat bislang lediglich technologisch mit anderen Autobauern kooperiert, etwa mit BMW bei Benzinmotoren und bei Nutzfahrzeugen mit dem italienischen Unternehmen Fiat. Auch mit US-Autobauer Ford besteht eine Kooperation bei der Entwicklung von Diesel-Motoren.

Frankreichs Industrieminister Eric Besson erklärte, die Zusammenarbeit sei gut für Arbeitsplätze in Frankreich. Das europäische Arbeitnehmerforum von GM sieht dagegen "Chancen und Risiken" für Opel und Vauxhall. Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug erklärte, entscheidend sei, "welche Freiheitsgrade" die beiden GM-Töchter bei der Ausgestaltung der weiteren Verträge mit PSA hätten. (APA)

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