Ein riesiger Pinguin mit Speerschnabel

29. Februar 2012, 17:31
2 Postings

Der Kairuku lebte vor etwa 26 Millionen Jahren und hatte einen ungewöhnlichen Körperbau

Wellington - Neuseeland war in der jüngeren Erdgeschichte der Ort, an dem die Ordnung der Pinguine ihre größten Vertreter hervorbrachte. Die Rekordhalter - soweit bislang bekannt - lebten dort vor etwa 40 Millionen Jahren: Palaeeudyptes marplesi soll bis zu eineinhalb Meter hoch geworden sein (zum Vergleich: der größte heute noch lebende Pinguin, der Kaiserpinguin, kommt auf etwa 1,20 Meter), der Anthropornis möglicherweise sogar bis zu 1,70 Meter.

Nicht ganz so groß, aber immer noch beeindruckend, war eine Spezies, die vor etwa 26 Millionen Jahren lebte und den Namen "Kairuku" erhielt (ein Maori-Ausdruck, der in etwa "Taucher, der mit Essen zurückkehrt" bedeutet): Rund 1,30 Meter groß und bis zu 60 Kilogramm schwer wurde der Vogel, dessen Aussehen erst jetzt rekonstruiert wurde. Die ersten fossilierten Knochen waren bereits vor 35 Jahren entdeckt worden. 

Ungewöhnlicher Körperbau

Bei der Rekonstruktion, die Forschern um den Geologen Ewan Fordyce von der Universität Otago in Neuseeland gelang, erwies sich aber nicht die Körpergröße als auffälligstes Merkmal. Denn der Kairuku hatte einen im Vergleich zu heutigen Pinguinen auffallend schlanken Körper, lange schmale Flossen und einen langen spitzen Schnabel zum Fischefangen. Insgesamt wich er damit um einiges vom gedrungenen Körperbau der heutigen Pinguine ab. Fordyce vermutet, dass der Kairuku mit seinem kräftigen Körper weiter schwimmen und tiefer tauchen konnte als die heutigen Pinguine.

Warum er ausgestorben ist, lässt sich nur spekulieren. Klimatische Veränderungen könnten ebenso dahinterstecken wie das Aufkommen neuer Raubtiere oder erhöhte Nahrungskonkurrenz: Etwa zur Zeit, aus der die Kairuku-Fossilien stammen, tauchten in den Meeren auch die ersten Vorläufer der heutigen Robben auf. (red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Neuseeländische Strandszene vor 26 Millionen Jahren: Zwei Kairukus kommen vom Fischfang zurück. Was da zwischen ihnen liegt, ist übrigens kein Beutetier, sondern ein gestrandeter Kleinwal der Gattung Waipatia.

Share if you care.