US-Börsen schließen mit Abschlägen

29. Februar 2012, 22:32
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Gewinnmitnahmen und Bernanke-Aussagen belasten

New York - Die New Yorker Aktienbörsen haben am Mittwoch mit Abschlägen geschlossen. Nach einem freundlichen Eröffnungshandel sorgten Gewinnmitnahmen und Äußerungen von Fed-Chef Ben Bernanke für Kursverluste, hieß es aus Händlerkreisen. Zunächst hatten starke US-Konjunkturdaten und die neue Geldspritze der EZB für die Banken der Eurozone für moderate Gewinne gesorgt. Von dem am Abend veröffentlichten Konjunkturbericht Beige Book der Fed gingen hingegen kaum Impulse aus, hieß es weiter.

Der Dow Jones Industrial Index fiel um 53,05 Punkte oder 0,41 Prozent auf 12.952,07 Einheiten. Der Index hatte am Dienstag erstmals seit Mai 2008 über 13.000 Zählern geschlossen. Der S&P-500 Index sank 6,50 Punkte (minus 0,47 Prozent) auf 1.365,68 Zähler und der Nasdaq Composite Index büßte 19,87 Einheiten oder 0,67 Prozent auf 2.966,89 Zähler ein, nachdem der Technologieindex vorübergehend die Marke von 3.000 Punkten überschritten hatte.

Im Eröffnungshandel wurde die Wall Street von starken US-Konjunkturdaten gestützt: Die amerikanische Wirtschaft wuchs im vierten Quartal überraschend stark. Das Bruttoinlandsprodukt legte mit einer Jahresrate von 3,0 Prozent zu und damit mehr als von Analysten erwartet worden war. Zudem sorgte die Europäische Zentralbank mit ihrem zweiten Dreijahrestender für positive Impulse. Insgesamt wurden 800 Banken knapp 530 Milliarden Euro und damit etwas mehr als erwartet zugeteilt.

Belastet wurden die Indizes dann aber von den Äußerungen von Ben Bernanke. Dabei hatte sich der Fed-Chef eigentlich etwas positiver zur Lage auf dem wichtigen US-Arbeitsmarkt geäußert. "Es lag aber mehr daran, was er nicht gesagt hat", sagte ein Marktbeobachter. Viele Marktteilnehmer hätten sich etwas konkrete Aussagen im Hinblick auf weitere geldpolitische Maßnahmen erhofft. Außerdem verwiesen Händler auf Gewinnmitnahmen: Das hohe Kursniveau nach der jüngsten Rally veranlasste viele Anleger dazu, ihre Positionen zu schließen, hieß es.

Im Dow Jones blieb die Nachrichtenlage äußerst dünn. Die anfangs starken Finanzwerte boten zu Handelsschluss ein uneinheitliches Bild: JP Morgan legten minimale 0,08 Prozent zu, während sich Bank of America um 1,73 Prozent verringerten und American Express 1,62 Prozent tiefer schlossen. Deutlich abgeschlagen schlossen Hewlett Packard, die sich an der Sohle des Dow um 3,32 Prozent verbilligten.

Unter den weiteren Einzelwerten brachen First Solar 11,26 Prozent auf 32,30 Dollar ein, nachdem der Hersteller von Dünnschichtmodulen für das vierte Quartal einen Verlust ausgewiesen und seine Prognose gesenkt hatte.

Etwas schwächer zeigten sich die Papiere des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM), die um 0,46 Prozent auf 26,02 Dollar zurückfielen. GM steigt mit sieben Prozent beim französischen Autobauer PSA Peugeot Citroen ein. Wie beide Unternehmen am Mittwoch nach europäischen Börsenschluss in Paris mitteilten, will PSA mit einer Kapitalerhöhung im Zuge der geplanten "weltweiten strategischen Allianz" mit GM rund eine Milliarde Euro einnehmen. Geplant sind unter anderem ein gemeinsamer Einkauf und die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugplattformen.

Apple rückten indessen um weitere 1,31 Prozent auf 542,44 Dollar vor, nachdem sie schon am Vortag mit einem Rekordhoch davon profitiert hatten, dass die Kalifornier am Mittwoch kommender Woche die dritte Generation ihres Tablet Computers iPad vorstellen wollen. (APA)

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