Schlecker schließt jede zweite deutsche Filiale

29. Februar 2012, 14:22
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Die insolvente Drogeriekette zieht die Reißleine: Mehr als die Hälfte der rund 30.000 Arbeitsplätze werden gestrichen

Frankfurt/Main/Ehingen - Die insolvente Drogeriekette Schlecker schließt jede zweite Filiale in Deutschland und streicht mehr als die Hälfte der rund 30.000 Arbeitsplätze. Das kündigte das Unternehmen am Mittwoch an. Insgesamt sollen lediglich rund 13.500 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Zudem sollen 3.000 der bislang rund 6.000 Geschäfte des Familienkonzerns aus dem schwäbischen Ehingen schließen.

Schlecker Österreich soll vom Kahlschlag des insolventen deutschen Drogeriekonzerns vorerst verschont bleiben. "In Österreich ist zunächst keine Veränderung vorgesehen", sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwochnachmittag. "Das, was bei der Pressekonferenz (am 8. Februar, wir haben berichtet, Anm.) in Wien gesagt wurde, hat heute noch Gültigkeit." Damals hatte Lars Schlecker, Sohn des Unternehmensgründers Anton Schlecker, versichert, sich nicht von Auslandstöchtern trennen zu wollen.

Schlecker betreibt in Österreich 931 Märkte (Stand: 1. Februar) mit knapp 3.000 Mitarbeitern.

Zwei Szenarien

Auf Konzernebene gebe es momentan zwei Szenarien, hieß es heute aus der Konzernzentrale. Entweder Schlecker bleibe selbstständig oder man finde einen Investor. Mit den derzeitigen "Maßnahmen" bereite man "die Basis für anstehende Investorengespräche" auf. In beiden Fällen sei Schlecker zukunftsfähig, wurde betont. Lars Schlecker hatte in Wien gemeint, das ein Investor "wahrscheinlich und notwendig" sei. Sollte es in Österreich zu Veränderungen kommen, werde man "natürlich sehr transparent informieren", so der Sprecher heute. (APA)

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