Gericht untersagt Streik in Frankfurt

29. Februar 2012, 13:35
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Fast zwei Wochen nach dem Beginn der Arbeitsniederlegungen greift das Arbeitsgericht hart durch - eine Berufung ist allerdings noch möglich

Frankfurt - Das Arbeitsgericht Frankfurt verbietet den Streik der Vorfeld-Beschäftigten am Frankfurter Flughafen. Der seit knapp zwei Wochen andauernde Arbeitsausstand sei illegal, erklärte das Gericht. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) habe mit dem Arbeitsausstand die Friedenspflicht verletzt. Flughafen-Betreiber Fraport und die Lufthansa hatten gegen den Streik geklagt. Die GdF kündigte an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Das hat allerdings keine aufschiebende Wirkung.

Dennoch müssen die rund 200 Vorfeld-Beschäftigen nun nach Aussagen der Anwälte beider Seiten sofort wieder zur Arbeit. Ursprünglich wollten sie noch bis Donnerstagmorgen um 5 Uhr die Arbeit niederlegen. Zuvor hatte Arbeitsrichter Matthias Kreutzberg-Kowalczyk die GdF und die beiden Konzerne nochmals zur einer gütlichen Einigung aufgerufen - die Streitparteien lehnten ab.

Der Arbeitsausstand brachte den Flugverkehr an dem nach Starts und Landungen zweitgrößten Flughafen in Europa gehörig aus dem Takt. Im Schnitt fielen rund 180 der täglich 1.200 bis 1.300 Flüge aus. Am Mittwoch wurden wegen des von der GdF zusätzlich angedrohten Streiks der Fluglotsen im Tower insgesamt 235 Verbindungen annulliert. Für diesen ursprünglich am Mittwochmorgen geplanten Streik hatte das Gericht bereits am Vorabend ein Verbot ausgesprochen.

Fraport und Lufthansa hatten sich lange zurückgehalten und eine Klage gegen den Streik der Vorfeld-Beschäftigten vermieden. Als die Gewerkschaft GdF jedoch am Montag auch die Fluglotsen im Tower des Großflughafens zu einem Solidaritätsstreik aufrief, reichten die Unternehmen Klagen gegen beide Streiks ein.

Die GdF will für die Vorfeld-Beschäftigten in Frankfurt kräftige Lohnerhöhungen durchsetzen. Fraport lehnt die Forderungen als überzogen ab, da sie auf Gehaltserhöhungen um bis zu 70 Prozent hinausliefen. Der Tarifkonflikt schwelt seit Monaten. Einen Kompromissvorschlag des als Schlichter berufenen früheren Ersten Hamburger Bürgermeisters Ole von Beust hatte Fraport abgelehnt. (APA)

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