Bjelica: "Werden Meister"

29. Februar 2012, 13:44
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WAC-Trainer siegessicher - Drei­kampf um den Titel erwartet - Altach startet aus Pole-Position ins Frühjahr - LASK vor Partie gegen Vorarlberger unter Druck

Wien - Der SCR Altach, WAC/St. Andrä und LASK haben in der am Freitag startenden Frühjahrssaison der Fußball-Erste-Liga den Titelgewinn im Visier. Die Vorarlberger führen die Tabelle nach 21 Runden aufgrund des um sechs Treffer besseren Torverhältnisses vor den Kärntnern an, die Linzer folgen sechs Zähler dahinter. Schon in den ersten beiden Runden könnten kleine Vorentscheidungen fallen, trifft doch der LASK am Freitag auf die Altacher, die eine Woche später den WAC empfangen.

Die Vorarlberger reagierten auf das schlechte Wetter und reisten am Sonntag ins Trainingslager nach Veronello. Bis Donnerstag gibt Adi Hütter seiner gegenüber dem Herbst personell quasi unveränderten Truppe dort den Feinschliff für den Saisonstart. "Gegen einen unmittelbaren Konkurrenten wäre es natürlich wichtig, den Sechs-Punkte-Vorsprung zu halten und wenn möglich auszubauen. Aber der LASK hat eine gute Mannschaft", meinte der Altach-Trainer zur Ausgangslage.

Hütter wagt keine Prognose

Im Frühjahr sei jedes der nur noch 15 ausstehenden Spiele von großer Bedeutung. "Ich erwarte mir einen Dreikampf. Es ist schwierig, eine Prognose abzugeben, aber ich denke schon, dass es bis zum Schluss spannend bleiben könnte", lautete die Einschätzung von Hütter. Alle drei Teams hätten das Potenzial, am Ende ganz oben zu stehen. "Der WAC ist jene Mannschaft, die vielleicht nicht unbedingt aufsteigen muss. Sie betreiben ein gewisses Understatement und schieben den ganzen Druck auf uns und den LASK", erklärte der Altach-Coach.

Spannend war es jedenfalls auch in der jüngsten Vergangenheit, 2010/11 fehlte den 2009 abgestiegenen Vorarlbergern (74 Punkte) ein Zähler auf die Admira (75), im Jahr davor waren sie (66) hinter Wacker Innsbruck (69) und der Admira (67) Dritter geworden. "Wir waren zweimal knapp dran. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, um aufzusteigen", betonte Hütter.

Die seit drei Partien unbesiegten Altacher sind dank ihrem Torverhältnis im Frühjahr die Gejagten, sie haben im Herbst mit 21 die wenigsten Gegentreffer in der Liga kassiert. Der erste Verfolger WAC ist hingegen mit 49 erzielten Treffern die Torfabrik. Die Kärntner wollen im Frühjahr ihre offensive Spielweise beibehalten, arbeiteten in der Vorbereitung aber vor allem an der Defensivarbeit. "Wir waren in der Defensive zu hektisch, haben für einen Aufstiegskandidaten einfach zu viele Gegentore erhalten", erklärte WAC-Trainer Nenad Bjelica.

Zu mehr Stabilität soll auch der neue spanische Innenverteidiger Jose Antonio Solano beitragen. Daneben wurde mit Mittelfeldspieler Danijel Micic vom KSV ein weiterer Akteur und mit Adi Preschern ein neuer Tormanntrainer verpflichtet. Christoph Cemernjak und Sandro Gotal wurden abgegeben.

Bjelica rechnet mit einem Dreikampf und engen Rennen bis zum Saisonende, ist aber vom Aufstieg seiner Truppe überzeugt. "Wir werden Meister, weil wir ohne Druck spielen können und eine starke Mannschaft haben, die noch nie höher gespielt hat. Dadurch sind wir hungriger", lautete die optimistische Einschätzung des 40-jährigen Kroaten.

Klagenfurt Wolfsbergs Alternative

Mit dem Thema Bundesliga hat man sich in Wolfsberg schon auseinandergesetzt. "Wir haben einen Plan für den Aufstieg. Sportlich traue ich es der Mannschaft mit punktuellen Verstärkungen zu, in der Bundesliga zu bestehen, organisatorisch muss aber noch einiges passieren", weiß der WAC-Coach. In die EM-Arena nach Klagenfurt auszuweichen, wäre dann eine Alternative.

Der seit fünf Partien ungeschlagene LASK holte mit Rafinha, Silvio, Richard Cardozo, Rexhe Bytyci und Marco Koller gleich fünf neue Spieler. Aufgrund der sechs Punkte Rückstand stehen die Linzer, die ohne den gesperrten Spielmacher Luiz Henrique auskommen müssen, gleich zum Auftakt stark unter Druck. "Das Wichtigste ist, dass wir das erste Spiel gewinnen", betonte Coach Walter Schachner.

Da die beiden anderen Titelkandidaten in der darauffolgenden Runde aufeinandertreffen, könnte der Rückstand gleich nochmals verringert werden. "Wir wollen vorne mitmischen", ergänzte der LASK-Trainer, der allerdings Altach und den WAC in der Favoritenrolle sieht. Aufgrund der nicht rosigen wirtschaftlichen Situation gelte es vor allem, auch die jungen Spieler weiterzuentwickeln.

Blau-Weiß Linz und Austria Lustenau haben schon zehn Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze und werden daher nicht mehr in den Titelkampf eingreifen können. "Den Spielern wurde zwei Monate auf die Schultern geklopft, jetzt gilt es nicht den Fuß vom Gas zu nehmen", betonte Linz-Trainer Thomas Weissenböck. Auch die Vorarlberger sehen sich nicht mehr als Meisterkandidat. "Es wäre vermessen, jetzt nach oben zu schauen. Mein primäres Ziel ist, wieder eine Heimmacht zu werden", sagte Lustenau-Trainer Helgi Kolvidsson. (APA)

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