Migrantenprotest ohne Deutsch

29. Februar 2012, 14:22
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Am 1. März ist Migrantenstreiktag - Diesmal wird die deutsche Sprache bestreikt

Der "Sprachstreik" ist ausgerufen: Der alljährlich in verschiedenen Ländern stattfindende "MigrantInnen-Streiktag" ist heuer am 1. März der Verweigerung des Deutschsprechens gewidmet. "Wir rufen zum Streik gegen den Deutschzwang auf", heißt es im Aufruftext.

Gegen Zwang

"Es ist klar, dass wir die Sprache lernen. Aber man soll uns nicht dazu zwingen", sagt der 32-jährige Asylwerber Thomas O. (Name der Redaktion bekannt, Anm.), Sans-Papier aus Nigeria, der den Streiktag mitorganisiert hat, im derStandard.at-Gespräch. O. kritisiert die in den letzten Jahren auferlegten Deutsch-Tests vor der Einreise und vor Erteilung einer Niederlassungsbewilligung. Diese seien "nicht ernst gemeint, man will nicht, dass wir Deutsch sprechen - man will uns nur eine weitere Hürde vorlegen".

O., der laut eigenen Angaben seit acht Jahren in Österreich lebt und dessen drei Kinder hier geboren sind, spricht laut eigenen Angaben "besser Deutsch als viele Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft. Trotzdem darf ich nicht hier studieren und arbeiten und bekomme keine Hoffnung auf Zukunft."

Swahili am Stephansplatz

Darum würden er und die anderen RednerInnen bei der Kundgebung um 16.00 Uhr am Stephansplatz Englisch oder eine andere Sprache sprechen. "Wer die Rede auf Swahili halten will, soll das tun", sagt O. "Solange es nur eine Person im Publikum gibt, die die Sprache versteht, reicht das." (mas, derStandard.at, 29.2.2012)

  • MigrantInnen im Streik: Foto aus dem Jahr 2011.
    fotoo: initiatorinnen

    MigrantInnen im Streik: Foto aus dem Jahr 2011.

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