Costa Concordia: Härtere Vorwürfe gegen Angeklagte

29. Februar 2012, 12:20
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Anklage sollen sich von fahrlässiger Tötung auf Totschlag ändern

Rom - Die Vorwürfe gegen Kapitän Francesco Schettino wegen der Havarie der "Costa Concordia" vor der toskanischen Insel Giglio am 13. Jänner, sowie gegen Offiziere und Manager der Reederei Costa Crociere drohen sich zu erhärten. Ein überlebender Passagier, der als Zivilkläger gegen Schettino und die anderen Angeklagten vorgehen will, fordert von den ermittelnden Staatsanwälten, dass der Vorwurf der fahrlässigen Tötung in Zusammenhang mit dem Unglück auf "Totschlag" verschärft werden solle.

Schettino und seine Offiziere seien nicht nur für das Manöver verantwortlich, wegen dem der Luxusliner gegen Felsen vor der Insel Giglio geprallt sei. Sie hätten auch zu spät den Generalalarm an Bord ausgelöst. Der Kapitän habe zudem das Schiff verlassen, als sich noch viele Passagiere an Bord befanden, so die Rechtsanwälte des Passagiers. Der Antrag muss jetzt von den Staatsanwälten der toskanischen Stadt Grosseto überprüft werden.

25 Tote geborgen

Wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung drohen Schettino 15 Jahre Haft pro Todesopfer. Sollte der Vorwurf auf Totschlag erhärtet werden, würden ihm 30 Jahre Gefängnis drohen. Bisher wurden 25 Tote gefunden, weitere sieben Personen werden noch vermisst. Für Schiffbruch beträgt der Strafrahmen zehn Jahre Haft. Dazu drohen Haftstrafen, weil die Passagiere an Bord angeblich sich selbst überlassen wurden. Angeklagt sind auch drei Manager der Reederei Costa Concordia, darunter ein Oberösterreicher.

Die mehr als 4.200 Passagiere und Besatzungsmitglieder, die sich an Bord des Kreuzfahrtschiffes befanden, sind von den italienischen Justizbehörden eingeladen worden, an der am kommenden Samstag geplanten Vorverhandlung im Verfahren über das Schiffsunglück teilzunehmen. Der Termin findet in der toskanischen Stadt Grosseto statt, und zwar - wegen des erwarteten großen Andrangs - im Theater. An Bord der "Costa Concordia" befanden sich auch 77 Österreicher. (APA)

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