Hypo soll Bilanz bereits 2006 geschönt haben

29. Februar 2012, 12:09
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Bei einer Hausdurchsuchung wurde eine lange gesuchte Garantieerklärung über 420 Millionen Euro gefunden

Klagenfurt - Bei den Hausdurchsuchungen der Hypo-Mitarbeiterprivatstiftung (MAPS) und der Kärntner Landesholding (KLH) vor knapp zwei Wochen wegen eines Geldflusses von mehr als 400 Millionen Euro anno 2005 im Rahmen der Wandelschuldanleihe ist die Staatsanwaltschaft laut dem Magazin News (Donnerstag-Ausgabe) fündig geworden. Eine von Ex-Bankchef Wolfgang Kulterer unterzeichnete Garantiererklärung der Hypo für die KLH über knapp 420,42 Millionen Euro wurde demnach gefunden.

Der Geldfluss von der Landesholding zur MAPS ist sowohl Teil eines derzeit am Handelsgericht Wien laufenden Zivilprozesses, als auch Teil des am 27. März startenden Strafrechtsprozess "Hypo III" am Landesgericht Klagenfurt. Bisher war die Existenz eines Garantiedokuments für die Summe nur angenommen worden. Kulterers Anwalt Ferdinand Lanker wollte sich zum Fund des Dokuments am Mittwoch nicht äußern. Jedenfalls sei man dazu noch nicht befragt worden, sagte er.

Die Ermittler vermuten mögliche Bilanzschönungen bei der Hypo in den Jahren 2006 und 2007 - vor dem Verkauf des inzwischen notverstaatlichten Instituts an die Bayerische Landesbank. Gelder der Bank könnten als Eigenkapital dargestellt worden sein, ohne dass sie es waren. "Entweder hätten die mit Teilen des Geldes gekauften Vorzugsaktien in der Bilanz (2006, Anm.) nicht als Eigenkapital dargestellt werden dürfen - jedenfalls hätte zumindest die jetzt sichergestellte Garantie in der Bilanz dargestellt und eigens erläutert werden müssen", schreibt "News" laut Vorabmeldung vom Mittwoch. "Der Landesrechnungshof hat die Veranlagung 2009 geprüft und als Okay befunden", hatte KLH-Vorstand Hans-Jörg Megymorez bisher argumentiert. (red, APA, derStandard.at, 29.2.2012)

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