Täglicher Einkauf um 5,1 Prozent teurer

29. Februar 2012, 12:01
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Hauptpreistreiber bleiben Treibstoffe, Wohnen und Nahrungsmittel

Wien - Die Geldentwertung in Österreich hat sich im Jänner etwas entschleunigt. Die Inflationsrate gab im Jahresabstand auf 3,0 Prozent nach - im Dezember hatte sie noch 3,2 Prozent betragen, im November 3,6 Prozent. Hauptpreistreiber seien erneut Treibstoffe, Wohnen und Nahrungsmittel gewesen, teilte die Statistik Austria am Mittwoch mit. Die leichte Abnahme der Inflation begründeten die Statistiker mit Basiseffekten bei Mineralölprodukten und Lebensmitteln, deren Preise bereits vor einem Jahr deutlich zugelegt hatten. Gegenüber dem Monat Dezember sanken die Preise hierzulande um 0,3 Prozent.

Besonders stark nach oben gingen die Preise im Jänner für Haushaltsenergie - sie stiegen um durchschnittlich 5,7 Prozent. Vor allem Heizen wurde empfindlich teurer: Die Preise für Heizöl legten im Jahresabstand um 16 Prozent zu, jene für Gas um elf Prozent. Auch Wohnen kostete mehr - die Mieten lagen im Jänner 4,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Instandhaltung von Wohnungen verteuerte sich um 3,2 Prozent.

Für Sprit waren neun Prozent mehr zu berappen als noch vor einem Jahr, geht aus den Berechnungen der Statistik Austria hervor. Die Wartung und Reparatur von Pkws kostet nun im Durchschnitt vier Prozent mehr.

Der tägliche Einkauf verteuerte sich im Jänner im Jahresabstand um 5,1 Prozent - im Dezember hatte das Plus noch 2,8 Prozent betragen. Der wöchentliche Einkauf schlug mit 5,2 Prozent mehr zu Buche, nach einer Teuerung von 5,5 Prozent im Dezember.

Teure Nahrungsmittel

Die Preise für Nahrungsmittel kletterten zum Jahresauftakt um durchschnittlich 2,7 Prozent, jene für alkoholfreie Getränke um 8,3 Prozent. Einen Ausreißer nach oben bildet Kaffee, der sich um 16 Prozent verteuerte. Ebenfalls empfindlich mehr kosten Fleischwaren (plus fünf Prozent), Molkereiprodukte und Eier (plus sechs Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (plus vier Prozent). Bedeutend billiger geworden sind dafür Obst (minus zwölf Prozent) und auch Gemüse (minus zwei Prozent). Auffallend entwickelten sich im Jänner auch die Preise für Schmuck und Uhren, die im Zwölf-Monats-Zeitraum um 13 Prozent zulegten.

Gegenüber dem Vormonat wesentlich billiger waren im Jänner Bekleidung und Schuhe, was überwiegend auf den Winterschlussverkauf zurückzuführen ist. Die Preise für Textilien sanken im Durchschnitt um 14 Prozent, Schuhe um 9 Prozent.

Der auf europäischer Ebene harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) lag im Jänner im Jahresabstand mit 2,9 Prozent leicht unter dem nationalen VPI. Die Statistik Austria begründet dies mit der unterschiedlichen Gewichtung der einzelnen Ausgabengruppen wie etwa "Wohnung, Wasser, Energie", "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" und "Bekleidung und Schuhe".

Pensionisten waren bei ihren Ausgaben mit einer Inflation von 3,2 Prozent im Jänner etwas stärker belastet als der Durchschnitt (3,0 Prozent), da vor allem Krankenhaus- und Sozialschutzdienstleistungen sowie Heizöl teurer wurden. Diese Posten sind im Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH) stärker gewichtet.

Inflation in Eurozone bei 2,6 Prozent

Für die gesamte Eurozone belief sich die Teuerung im Jänner auf 2,6 Prozent. Im Dezember 2011 hatte sie noch 2,7 Prozent betragen. In der EU-27 betrug die Teuerung 2,9 Prozent, das ist ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Dezember des Vorjahres.

Die geringsten Inflationsraten verzeichneten im Jänner Schweden (0,7 Prozent), Irland (1,3) und Malta (1,5). Die höchste Teuerung wurde in Ungarn (5,6 Prozent), Estland (4,7), Polen und der Slowakei (je 4,1) registriert. Österreich wies einen Preisauftrieb von 2,9 Prozent aus.

Hauptverursacher der Inflation waren Kraftstoffe für Verkehrsmittel, Öl und Gas, während Telekommunikation, Bekleidungsartikel und Gemüse am stärksten preissenkend wirkten. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht bei Raten von bis zu zwei Prozent die Preisstabilität gewahrt. (APA)

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