Ankunft der Costa Allegra auf Seychellen verzögert sich

29. Februar 2012, 12:52
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Dunkelheit und Hitze an Bord - Passagiere werden per Hubschrauber versorgt

Rom - Die Ankunft des havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Allegra" auf der Seychellen-Hauptinsel Mahe wird sich leicht verzögern. Wie die Betreiberin des Schiffes, die italienische Reederei Costa Crociere, mitteilte, soll die Ankunft wegen des stärkeren Wellengangs nicht am Mittwochabend erfolgen, wie ursprünglich geplant, sondern am Donnerstagmorgen gegen 8.30 Uhr. Bis dahin sollen Hubschrauber das Schiff mit Lebensmitteln versorgen. Die 1.049 Menschen an Bord - darunter 97 Österreicher - seien wohlauf.

Die "Costa Allegra" war am Montag während der Fahrt von Madagaskar zu den Seychellen durch einen Brand im Maschinenraum manövrierunfähig geworden und hatte Hilfe angefordert. Das Feuer konnte gelöscht werden, ohne dass Menschen zu Schaden kamen. Ein französischer Hochsee-Fischtrawler schleppt das havarierte Schiff.

Passagiere schliefen im Freien

Dunkelheit wegen des Stromausfalls nach dem Brand an Bord und hohe Temperaturen belasten die Passagiere, berichteten italienische Meiden. Viele Urlauber hätten nicht in ihren Kabinen, sondern auf den Schiffbrücken im Freien übernachtet. Die Passagiere konnten bisher keinen Kontakt zu ihren Angehörigen aufnehmen, hieß es.

Nach Angaben der italienischen Reederei wurden für die Passagiere allerdings mehrere hundert Heimflüge gebucht worden. Wie die Costa Crociere am Mittwoch mitteilte, seien mehr als 600 Sitze in verschiedenen Maschinen von den Seychellen aus bereits reserviert worden. Zudem stünden für die Passagiere über 400 Hotelzimmer bereit.

Eine Gruppe von Fachleuten und Offizieren der Costa Crociere soll demnächst die Seychellen erreichen, um die Landung zu koordinieren. Dabei handelt es sich um dieselbe Kriseneinheit, die beim Unglück der "Costa Concordia" vor der toskanischen Insel Giglio am 13. Jänner im Einsatz war.

Finanzielle Entschädigung

Die Passagiere können Ansprüche auf finanzielle Entschädigung geltend machen. Diese richten sich nach dem Pauschalreiserecht, sagte Maria Ecker, Juristin beim Verein für Konsumenteninformation (VKI), am Mittwoch. Mit dem Unglück der "Costa Concordia" sei der Fall aber nicht vergleichbar.

Als Ansprechpartner für die 97 betroffenen österreichischen Passagiere fungiere die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere. Urlaubende können laut der Juristin einerseits Reisepreisminderungsansprüche geltend machen. Andererseits bestehe auch Anspruch auf Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreude. "Das geht allerdings nur bei einem Verschulden des Veranstalters", betonte Ecker.

Eine Klage des VKI sei im aktuellen Fall nicht angedacht. Der Verein für Konsumenteninformation vertritt rund 40 der 77 Österreicher, die sich an Bord des am 13. Jänner verunglückten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" vor der toskanischen Insel Giglio befanden. Die Reederei "Costa Crociere" hat 11.000 Euro pauschalen Schadensersatz pro Person geboten. (APA)

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    Ein französischer Hochsee-Fischtrawler schleppt das havarierte Schiff.

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