Telekom Affäre: Zahlungen an ÖVP könnten über Werbeagentur geflossen sein

29. Februar 2012, 08:23
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Laut "News" bekam White House Valora-Gelder für Jugendkampagne der ÖVP

Im Zusammenhang mit angeblicher Parteienfinanzierung durch die Telekom Austria bringt das Magazin "News" eine neue Variante ins Spiel, wie - abgewickelt durch den Lobbyisten Peter Hochegger - rund 100.000 Euro an die ÖVP geflossen sein könnten. Demnach könnte eine Zahlung über die Agentur White House gelaufen sein, die 2008 für die Jugendkampagne der ÖVP zuständig war. ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch konnte dies Dienstagabend in der ZiB 2 des ORF "weder bestätigen noch dementieren".

96.000 Euro

Laut einer Vorabmeldung zum am Donnerstag erscheinenden "News" gibt es eine Sachverhaltsdarstellung von White House, wonach die Bundes-ÖVP wesentliche Teile der Gesamtrechnungen von 93.889,08 Euro für die Jugendkampagne nicht bezahlt habe. Man sei dann gebeten worden, eine Rechnung über 96.000 Euro an Hocheggers Firma Valora zu legen.

Nach Eingang des Geldes habe man die zuvor von der ÖVP bereits bezahlten 62.005,08 Euro zurücküberwiesen, so die Agentur. Die überzahlte Differenz auf die tatsächliche Leistung von 2.110,92 Euro sei der Jungen ÖVP gutgeschrieben und bei einem Folgeauftrag in Abzug gebracht worden. Den Whitehouse-Managern erschien der Vorgang ursprünglich unbedenklich, auch dass die Telekom letztlich die Rechnungen bezahlte, habe man nicht gewusst. Auf "News"-Anfrage wurde der Sachverhalt bestätigt, man werde auch im U-Ausschuss wahrheitsgemäß aussagen.

Keine direkten Zahlungen, aber ...

Rauch beteuerte in der ZiB 2 lediglich, dass es keine direkten Zahlungen der Telekom oder irgendwelcher Hochegger-Firmen an seine Partei gegeben habe. Auf die Frage, ob er die De-facto-Bezahlung des Jugendwahlkampfs über die Valora ausschließen könne, meinte er, er könne es weder bestätigen noch ausschließen. "Wir prüfen das alles ganz genau", so der ÖVP-Generalsekretär.

Mitte Februar hatte "News" die ÖVP durch die Veröffentlichung von E-Mails rund um angebliche Telekom-Zahlungen unter Druck gebracht. In einem davon ist von der Zusage von 100.000 Euro an die ÖVP-Bundespartei die Rede. In der Vorwoche veröffentlichte das Magazin weitere Nachrichten, in denen es um Zahlungen auch an SPÖ-Mandatare geht. (APA)

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