Banken könnten Zinsen manipuliert haben

29. Februar 2012, 07:39
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Auch in Europa Zinsgeschäfte von Banken im Visier der Wettbewerbshüter

New York - Die USA ermitteln Kreisen zufolge in einem größeren Ausmaß als bisher bekannt gegen mehrere Großbanken wegen möglicher Manipulation von einem der wichtigsten Zinssätze der Weltwirtschaft. Das Justizministerium gehe strafrechtlichen Aspekten nach, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Welche Geldhäuser oder Händler das Ministerium ins Visier nimmt, war zunächst unklar. Die Behörde wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

An den internationalen Untersuchungen sind Regulierer und Behörden unter anderem in den USA, Japan, Kanada und Großbritannien beteiligt. Die Ermittler wollen herausfinden, ob der Libor-Zins für das Interbanken-Geschäft beeinflusst wurde, um damit Millionen-Gewinne einzustreichen. Mehrere Großbanken, darunter Citigroup, HSBC, Royal Bank of Scotland und die Schweizer UBS hatten mitgeteilt, dass die Behörden ermittelten. Auch die Banken waren für eine Stellungnahme am Dienstag nicht zu erreichen. Eine strafrechtliche Anklage ist bisher weder gegen einzelne Händler noch Institute erhoben worden. Die UBS hatte unlängst erklärt, die Schweizer Wettbewerbsaufsicht und die Antitrust-Division des amerikanischen Justizministeriums hätten ihr für ihre Kooperation bedingte Immunität zugesichert.

Der Libor (London Interbank Offered Rate) ist ein täglich festgelegter Referenzzinssatz im Interbanken-Geschäft. Er ist Grundlage für viele andere Finanzmarktgeschäfte und zahllose Kredite sowie Hypotheken weltweit. Auch in Europa sind Zinsgeschäfte von Banken ins Visier der Wettbewerbshüter geraten. (APA)

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