EU droht Argentinien mit diplomatischen Schritten

29. Februar 2012, 22:38
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Kommissionssprecher John Clancy: "Berechtigte kommerzielle Anliegen" Großbritanniens sollen geschützt werden

Brüssel/London - Die Europäische Union will sich in den jüngsten Streit zwischen Großbritannien und Argentinien einschalten. Die EU werde "angemessene diplomatische Schritte" unternehmen, um "berechtigte kommerzielle Anliegen" Großbritanniens zu unterstützen, sagte der EU-Kommissionssprecher John Clancy am Mittwoch. Großbritannien hatte die EU-Partner zuvor um Hilfe in den Auseinandersetzungen mit Argentinien gebeten.

Der Streit zwischen Großbritannien und Argentinien kam im Vorfeld des 30. Jahrestags des Kriegsbeginns um die Falkland-Inseln (Islas Malvinas) auf. Am Montag verweigerten die argentinischen Behörden zwei britischen Kreuzfahrtschiffen das Einlaufen in den Hafen Ushuaia im äußersten Süden des Landes, weil diese zuvor auf den Falkland-Inseln Station gemacht hatten.

Die argentinische Regierung will angesichts des anhaltenden Streits mit Großbritannien um die Falkland-Inseln zudem die britischen Importe einschränken. Industrieministerin Débora Giorgi rief die Unternehmen ihres Landes am Dienstag auf, den Import britischer Produkte zu reduzieren. Im vergangenen Jahr kaufte Argentinien britische Güter im Wert von knapp 500 Millionen Euro, vor allem Chemikalien, Medikamente und Autos.

Sowohl Großbritannien als auch Argentinien beanspruchen die spärlich besiedelte Inselgruppe im Südatlantik für sich. Am 2. April 1982 hatten die Streitkräfte der damaligen argentinischen Militärjunta die Falkland-Inseln angegriffen und so den Konflikt mit Großbritannien ausgelöst. Der Krieg endete für das lateinamerikanische Land mit einer Niederlage. (APA)

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    Demonstration gegen die Anwesenheit des britischen Prinzen William auf den umstrittenen Inseln, Buenos Aires, 2. Februar 2012.

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