Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

ÖVAG-Vizechef Michael Mendel hat sich das Wohlwollen des Bundes eingehandelt.
Der Entschluss zur Teilverstaatlichung der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) am Sonntagnacht kam überraschend - und löste die zuvor präferierte Idee für eine ein Jahr laufende 500-Millionen-Euro-Garantie des Bundes ab. Der Hauptgrund: Der Wirtschaftsprüfer der Bank, KPMG, hätte auf dieser Basis keine positive Fortbestandsprognose gesehen, seine Redepflicht ausgeübt und die Bilanz 2011 nicht testiert, wie es in Bankkreisen heißt. Zudem wollten die Verhandler von Republik und Aufsicht ein Signal an die Ratingagenturen senden: Seit gestern, Dienstag, sind die Experten von Moody's in Wien, um die Lage der Banken zu prüfen.
Die Lage der ÖVAG jedenfalls hat sich 2011 ganz massiv verschlechtert, der Verlust dürfte bei fast 1,4 Milliarden Euro gelandet sein. Allein rund 600 Millionen Euro ergeben sich aus Abschreibungen für Investkredit und Volksbank Rumänien. Letztere konnte ja nicht an die russische Sberbank verkauft werden wie der Rest der Volksbank International. Weitere Verlustfaktoren: die Abschreibung von Griechenland-Engagements (zwischen 100 und 200 Mio. Euro) und die Abwertungen von CDS in ähnlicher Höhe; auch mit dem Leasinggeschäft wurden rote Zahlen produziert.
Selbst beim Verkauf der Ostbanken-Holding VBI (gehörte mehrheitlich der ÖVAG) haben die Volksbanker kräftig verloren und einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe realisiert. Die Russen haben für 100 Prozent der VBI letztlich 505 Mio. Euro gezahlt; der Verlust, den die VBI gemacht hat, ließen sie sich per Kaufpreisminderung abgelten. Ursprünglich war man von einem Kauferlös von 585 Mio. Euro ausgegangen.
Garantie zu teuer
Dem Volksbankensektor selbst (Primärbanken; ihnen soll die ÖVAG auch nach dem Einstieg des Staates mehrheitlich gehören) geht es besser. Er erwartet fürs Geschäftsjahr 2011 einen Gewinn von 220 Mio. Euro nach Steuern. Jene zehn Mio. Euro, die die ÖVAG der Republik als Haftungsentgelt jährlich überweisen werden, bezahlen übrigens die Primärbanken.
Die Verbundenheit zwischen den Sektorbanken und ihren Spitzeninstitut, das im Haftungsverbund weitgehende Durchgriffsrechte erhalten wird, hat sich zuletzt ziemlich abgekühlt. Rebellische Primärbanken, die mit ihrem Ausstieg aus dem Sektor drohten, mussten von der Aufsicht mit der Androhung von Geschäftsaufsicht domestiziert und an ihre Eigentümerpflichten in monetärer Hinsicht erinnert werden.
Und auch zwischen Vorstand des Genossenschaftsverbands unter Hans Hofinger und ÖVAG-Spitze hat sich die Stimmung abgekühlt. Der Vertrag von ÖVAG-Chef Gerald Wenzel, der bis zuletzt die Bad-Bank-Variante verteidigte, wird nicht verlängert. Sein Vize Michael Mendel dagegen hat sich die Unterstützung der Regierung und Minderheitsaktionäre erhandelt und gilt als potenzieller Wenzel-Nachfolger. Auch Rainer Borns vom Genossenschaftsvorstand könnte in den ÖVAG-Vorstand wechseln. (Renate Graber, DER STANDARD, Printausgabe, 29.2.2012)
Restrukturierungskosten und Immo-Abschreibungen belasten
ÖVAG-Chef Stephan Koren will die Bank bis Ende 2015 abgebaut haben und wartet auf den Raiffeisen-Sanierungsbeitrag
Die Österreichische Volksbanken AG hat noch zwei Dutzend Gesellschaften auf Zypern, Malta, Jersey
Die 61 "Kleinen" fühlen sich vom Spitzeninstitut gegängelt. Sie fürchten Einbußen und müssen mit Zusammenlegungen rechnen
Das große Problem bei der ganzen Sache ist doch das bei der Neubesetzung des Vorstandes wieder der ÖGV mitmischt. Der gleiche ÖGV der seinerzeit einen Hampelmann installiert hat um aberwitzige Expansionen(Investkredit, Kommunalkredit, Ostgeschäft,etc.) durchzuziehen, die uns jetzt alle auf den Kopf fallen. Es wird doch wohl keiner glauben das letztendlich nicht wieder alles der Steuerzahler schultern muß. Übrigens die kleinen Volksbanken die in diversen Medien jammern und schimpfen über die ÖVAG, genau diese kleinen Volksbanken waren seinerzeit auch voll Freude dabei, als es darum ging zu expandieren! Bin gespannt was da noch alles auf uns Steuerzahler zukommt. Schönen Dank dafür meine Herren!!
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.