Giftige Schwermetalle in Hüftprothesen

28. Februar 2012, 16:53
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Möglicherweise sind Hunderttausende Patienten weltweit betroffen - Rückrufaktion in Österreich startete bereits 2010

Paris - Künstliche Hüften, die möglicherweise giftige Schwermetalle absondern, wurden einem Bericht des "British Medical Journal" (BMJ) vom Dienstag zufolge weltweit hunderttausenden Patienten eingesetzt.

Wie der Pariser "Figaro" berichtete, seien Hüftprothesen der Firma DePuy Orthopaedics, einer Tochter des amerikanischen Herstellers Johnson & Johnson, in den USA und Australien bereits im Jahre 2009 vom Markt genommen worden. In Frankreich hingegen seien sie bis Juli 2010 weiterhin verwendet worden.

Der Skandal um die Hüftprothesen vom Typ ASR wäre fast unbemerkt geblieben, schreibt der "Figaro". Er sei nur ans Licht gekommen, weil Johnson & Johnson drei Milliarden Dollar für anstehende Prozesse vorgesehen habe. Wie Brustimplantate gelten auch Hüftprothesen als Medizinprodukte, die im Gegensatz zu Arzneimitteln in der EU keinem Zulassungsverfahren unterworfen sind.

Die fraglichen ASR-Prothesen enthalten zwei Metallschichten und gelten als widerstandsfähiger als künstliche Hüften aus Keramik. Ihr Nachteil ist, dass bei Reibungen der Gelenke metallene Ionen freigesetzt werden. Zudem mussten Patienten mit diesen Prothesen häufiger nachoperiert werden.

Das Produkt wurde auch Patienten in Österreich eingesetzt. Laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurden die Implantate von 2006 bis Mai 2010 rund 280 Implantationen durchgeführt. Anschließend wurde eine Rückrufaktion gestartet. Am 8. September 2010 erfolgte eine offizielle Sicherheitswarnung für Österreich. (APA)

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