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Die am Montag veröffentlichten internen Mails der US-Beraterfirma Stratfor erlauben einen Einblick in die Arbeitsabläufe des Thinktanks. Anhand eines Beispiels aus dem Dezember 2011 ist zu erkennen, wie schwer es sein kann, Quellen richtig einzuschätzen.
Zuerst berichtet die Stratfor-Vertreterin in Venezuelas Hauptstadt Caracas, sie habe exklusive Informationen über den Gesundheitszustand von Präsident Hugo Chávez. Ein Anhänger der venezolanischen Opposition, dessen Glaubwürdigkeit sie selbst mit "B" qualifiziert, habe Zugang zum Mailverkehr der behandelnden Ärzte.
Dort sei zu lesen, dass es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den russischen und kubanischen Mitgliedern des Ärzteteams gekommen sei. Weil die erste Operation des venezolanischen Präsidenten nicht den erwarteten Erfolg gebracht habe und der Patient ständig eigenmächtig seine Medikation absetze, gingen die Mediziner von einer Lebenserwartung von ein bis zwei Jahren aus.
Schlaganfall war ein Gerücht
Solche Gerüchte sind in Lateinamerika alltäglich: Nur wenige Tage vor dem Stratfor-Mail wurde tausendfach retweetet, Chávez sei "offenbar" in ein Militärspital eingeliefert worden, nachdem er während eines Interviews einen Schlaganfall erlitten habe. Umgehend trat der Präsident vor die Fernsehkameras und widerlegte die Meldung.
Auch Stratfor-Gründer George Friedman hat seine Bedenken: Er antwortet auf die "Geheiminfo" unter anderem, die Mitarbeiterin müsse "lernen, Quellen einzuschätzen". Diese wendet ein, sie halte die Meldung für glaubwürdig, weil sie dies seinem Informanten "an den Augen abgelesen" habe.
Der Mailwechsel endet mit einer Belehrung: Gerade weil Friedman in Caracas Ähnliches vernommen habe, sei davon auszugehen, dass es sich um ein Gerücht handle. Er erklärt seiner Mitarbeiterin, sie müsse "Kontrolle über die Quelle übernehmen - finanzielle, sexuelle oder psychologische Kontrolle". Falls diese Voraussetzung nicht erfüllt sei, sei die angebliche Information nichts weiter als ein unbestätigtes Gerücht.
Kaum Chancen für Opposition
Für die venezolanische Opposition, die sich gerade darauf geeinigt hat, Henrique Capriles Radonski als Einheitskandidaten in die Präsidentenwahl im Oktober zu schicken, hat die Stratfor-Mitarbeiterin wenig Hoffnung: Sowohl Capriles als auch seine Mitbewerber Leopoldo Lopez und Marina Corina Machado gehörten der Gesellschaftsschicht "A++" an und seien deshalb bei der Wählerschaft des Präsidenten, die sich aus den Schichten D und E rekrutiere, entsprechend unbeliebt. Chancen auf einen Wahlsieg räumt sie lediglich Pablo Pérez Álvarez, dem Gouverneur des Bundesstaates Zulia, ein, der aber nicht kandidiert. (bed, derStandard.at, 28.2.2012)
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könnte man bitte näher beschreiben, was Gesellschaftsschicht A++ bis hin zu Gesellschaftsschicht xyz(?) genauer bedeutet.
Als Anregung: Gesellschaftsschicht A+++ ist König, Kaiser, oder besitzt wenigstens so viel
Gesellschaftsschicht Z ( wenns die gibt) hat gar nichts und ist die verhungernde Schicht...
Vielen Dank
Generell interessant, dass Menschen scheinbar heute mehr als Kreditwürdig A++, D-? angesehen werden, also quasi als herumlaufende Banknoten auf zwei Beinen..., und weniger als Menschen selbst.
....und dann noch, der Geschmack von Big Brother.
.überall...
Was sind das bitte für Stasi-Methoden?! Oder bedeutet "Thinktank" Outsourcing beim CIA?
Und warum geht Friedman davon aus, daß die Quelle brauchbarere Informationen liefern wird, wenn sie sich in finanzieller, sexueller oder sonstiger Abhängigkeit befindet?
aber es erscheint mir logisch, dass jemand sexuell Abhängiger bei seiner Domina oder bei ihrem Domino (?) nicht lügt, oder wenn dann nur, damit es raus kommt und damit er/sie bestraft wird;)
Ich schätze mal, dass jemand, der in sexueller Abhängigkeit ist wenig Wahl hat, er ist durch seine Abhängigkeit eher genötigt die Wahrheit zu sagen.
Und wenn ich finanziell abhängig bin, riskiere ich es vielleicht genauso wenig oder noch weniger zu lügen, denn damit gehe ich ja ein Risiko für meine Existenz ein. Da geht es nicht nur um Sex, da geht es ums nackte Überleben.
Abhängikeit ist sicherlich ein gutes Schmiermittel, moralisch oder ethisch natürlich mehr als fragwürdig, aber eben doch, wie mir logisch erscheint recht wirkungsvoll.
Wann erzaehlt man die Geschichten, vorm Ficken um ins Bettchen zu huepfen oder danach als Belohnung und Eintrittskarte fuers naechste Mal?
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