Deutschland: Tele-Shopping verbucht Rekordzahlen

28. Februar 2012, 14:37
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Die Kunden von HSE24 sind meist ältere Frauen jenseits der 55

München - Die großen deutschen Shoppingsender QVC und HSE24 trotzen der wachsenden Konkurrenz aus dem Internet und verbuchen erneut Rekordzahlen. Der Branchenprimus QVC - ein Ableger des gleichnamige US-Senders - startet angesichts des steigenden Andrangs im März einen dritten Kanal, speziell zu den Themen Gesundheit, Pflege und Styling. Der Münchner Rivale HSE24 schaut sich nach dem erfolgreichen Start eines italienischen Senders weiter nach Märkten in Ost- und Südeuropa um und will dort künftig ebenfalls wachsen.

QVC erlöste 2011 rund 770 Mio. Euro - ein Plus von 7 Prozent - und verbuchte einen operativen Gewinn von 144 Mio. Euro. HSE24 steigerte den Umsatz ebenfalls um 7 Prozent auf 470 Mio. Euro, wie beide Sender am Dienstag mitteilten. Vor allem Frauen jenseits der 50 nutzen die TV-Programme mehr und mehr für Einkaufsbummel von daheim. Der Renner ist vor allem Mode, aber auch Schmuck, Kosmetik oder sogar Edelsteine als Geldanlage finden via TV Abnehmer.

Zwar wächst auch bei den Sendern die Bedeutung des Internethandels, doch deutlich langsamer als bei reinen Online-Händlern. "Beim Teleshopping sehen Sie etwas, von dem sie vorher gar nicht wussten, dass Sie es haben wollen", sagte eine HSE-Sprecherin. Im Netz werde eher gezielt nach Produkten gesucht. HSE24 verkauft ein Fünftel seiner Waren via Internet. Dennoch dürfte die Bedeutung des Internets als Bestellplattform in den kommenden Jahren deutlich wachsen.

Die Kunden von HSE24 sind meist ältere Frauen jenseits der 55, die das Fernsehen als Ersatz für einen Schaufensterbummel nutzen. Rund 8 Millionen Menschen kauften 2011 bei HSE24 via TV ein und ließen sich mehr als 10 Millionen Pakete mit fast 20 Millionen Produkten schicken.

Ein Renner war dabei ein Top aus der Schlank-Stütz-Kollektion, sagte eine Sprecherin, in einer Woche brachte der Sender 67.000 dieser Hilfsmittel an die Frau. Das meistverkaufte Produkt waren 2011 allerdings LED-Weihnachtskerzen mit Fernbedienung. Auch sehr teure Produkte werden die Macher los, so wurden etwa Diamanten als Geldanlage zu einem Stückpreis von 16.000 Euro per Telefon geordert. (APA)

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