Neue EU-Energieziele begrenzen Rohstoffhunger

28. Februar 2012, 14:32

Die Energieeffizienz-Richtlinie schreibt Sparziele für Privathaushalte und Sanierungsquoten für öffentliche Gebäude vor

Brüssel - Nach zähen Verhandlungen hat der Industrieausschuss des Europäischen Parlaments am Dienstag in Brüssel einen Kompromiss zur EU-Energieeffizienz-Richtlinie gestimmt. Dieser enthält verbindliche Ziele für die Mitgliedsstaaten zur Steigerung der Energieeffizienz bis 2020 um 20 Prozent, aber flexible Maßnahmen zur Umsetzung. Für den zuständigen Parlamentsbericherstatter Claude Turmes ist die Richtlinie ein "Schlüssel für einen Neustart der europäischen Wirtschaft". ÖVP-Mandatar Paul Rübig begrüßte die Entscheidung, sie bringe "Anschub für Wachstum und Beschäftigung", erklärte er.

Energieeffizienz sei die "beste und kostengünstigste Form des Klimaschutzes", betonte Turmes, der vor allem auch die beschäftigungspolitische Komponente lobte. Durch Energieeffizienz könnten bis zu zwei Millionen neue Arbeitsplätze, insbesondere im Baubereich entstehen, sagten sowohl Turmes als auch Rübig. Rübig zeigte sich zudem erfreut, da die im Vorfeld von den Mitgliedsstaaten geforderte höhere Flexibilität durch eine "verstärkte nationale Entscheidungskraft" nun gegeben sei.

Mit der Position Österreichs während der Verhandlungen im Ausschuss zeigte sich Turmes jedoch alles andere als zufrieden. "Österreich hatte die schlimmste Position", empörte sich der luxemburgische Abgeordnete vor Journalisten. Die Alpenrepublik hatte sich wiederholt dafür eingesetzt, sogenannte "early actions" ab dem Jahr 2000 zu berücksichtigen. Darunter sind Maßnahmen zur Verbesserung der Energeeffizienz zu verstehen, die das Land schon in den vergangenen Jahren getroffen hat. Der derzeitige Entwurf der Richtlinie sieht eine Berücksichtigung der durchgeführten Maßnahmen erst ab dem Jahr 2010 vor. "Early actions" bezeichnete Turmes als "Verwässerungen". Sollten diese frühen Maßnahmen (ab 2000, Anm.) angerechnet werden, könne das Ziel, insgesamt 20 Prozent Energieeffizienz zu erreichen, nicht garantiert werden. "Das wäre das Ende des ganzen Ehrgeizes der Richtlinie", konstatierte Turmes.

Rübig verteidigte Österreichs Einsatz für die "early actions". Es gebe in Europa völlig unterschiedliche Standards, Österreich habe schon sehr früh begonnen, energieeffizient zu arbeiten. Dieser "ganz andere Standard" müsse berücksichtigt werden.

Der Kompromiss über neue Energieeffizienzmaßnahmen in allen EU-Ländern sieht die Festlegung eines verbindlichen Pfad zu Steigerung der Effizienz bis 2020 vor. Jede Regierung muss demanch nationale Rahmenbedingungen schaffen, damit bei den Endkunden jährlich 1,5 Prozent Endenergie eingespart werden. Auch sollen ab 2014 jedes Jahr 2,5 Prozent der öffentlichen Gebäude in den Mitgliedstaaten thermisch saniert werden müssen. Die Energieeinsparungen in den Gebäuden können auch durch andere Maßnahmen erbracht werden, müssen in diesem Fall aber unterm Strich einer 2,5-prozentigen Renovierung des Gebäudebestandes entsprechen. Zusätzlich müssen stablie "Energieeffizienzfonds" eingerichtet werden. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) begrüßte grundsätzlich das Ziel der Energieeffizienzsteigerung, bezeichnete die vorgesehenen Maßnahmen der Richtlinie jedoch als "noch unausgewogen."

Der heute verabschiedete Kompromiss der Energieeffizienz-Richtlinie geht auf einen Vorschlag der Europäischen Kommission vom Juli 2011 zurück. Die Direktive soll sicherstellen, dass die 2008 von den EU-Mitgliedsstaaten vereinbarten, sogenannten 20-20-20-Klimaschutzziele auch erreicht werden. Demnach will die Union ihre Energieeffizienz bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 steigern. Ohne zusätzliche Maßnahmen, wie etwa in einer Energieeffizienz-Richtlinie festgelegt, wären diese Ziel aber deutlich verfehlt, so die Kommission.

Nach der Abstimmung im Ausschuss kommt es nun zu einem Triolg zwischen einer Delegation des Rates, der Kommission sowie des Parlaments. Kommt es zu einer "schnellen" Einigung, könnte die Richtlinie noch im Juni beschlossen werden, zeigte sich Rübig zuversichtlich. (red/APA)

Realitätsfremd

Wie will die EU den Armen vorschreiben, noch weniger Energie zu verbruachen. Die können sich ja die Energiesparmassnahmen gar nicht leisten. Wenn die EU die Umrüstung zahlt soll es uns recht sein. Ansonsten soll sie mit ihrer obrigkeitsstaatlichen Planwirtschaft dort hin gehen, wo der Pfeffer wächst ....

wenn es so wäre...

"im Ausschuss kommt es nun zu einem Triolg zwischen einer Delegation des Rates, der Kommission sowie des Parlaments."

... wüsste ich gerne was das ist ein triolg...

weil ich aber weiss, dass es nur um die umsetzung der interessen von lobbies geht, ist es mir wurscht.

es gibt richtlinie gegen bezahlung, wie inzwischen üblich in i-ropa...

Man könnte..

Wie es auch erfolgreiche Individuen betreiben die Herausforderung sozusagen annehmen und sich an sich selbst messen.

Das ist doch genau das woran unser Schulsytem (auch) leidet. Starke messen sich am Durchschnitt.

Das Potenzial für eine 20%tige Verbesserung ist ganz bestimmt auch in Ö. umsetzbar.

Und wenn es geschafft wird es zu erreichen gewinnt nicht nur die Umwelt sondern auch der Wirtschaftsstandort wird gestärkt und für die Zukunft besser aufgestellt.

widerlich, dieses ständig zu hörende Argument:

"Anschub für Wachstum und Beschäftigung" von Rübig.
Es gibt wohl bessere Argumente, dass man sich das Ganze antun soll.
Will man nur Arbeitsplätze schaffen, dann wäre es einfacher, jedes Jahr eine Donaubrücke zu sprengen und dann neu zu bauen, ist man das durch, dann mit der linken Wienzeile und so weiter.

Oder wie die Innsbrucker, die beschlossen haben, ein völlig intakte Brücke abzureisen um ein Verkehrsbauerk hinzustellen, das am falschen Ort und falsch geplant ist.

Unfassbar idiotisch auf den ersten Blick, man bestraft die, die früh angefangen haben und belohnt die Nachzügler, auf den zweiten Blick zeigt sich aber das da sehr wohl Sinn dahintersteht

Mit Klimaschutz oder gar dem Umweltschutz hat es freilich nichts zu tun, in einem Nebensatz kommt sehr schön raus, worum es wirklich geht

...könnten bis zu zwei Millionen neue Arbeitsplätze, insbesondere im Baubereich entstehen...

Mit anderen Worten, es geht darum Geld vom Bürger Richtung Bauunternehmen zu schaufeln und so die Konjunktur auf dessen Kosten anzukurbeln.
Man glaubt offenbar, das das besser ankommt als noch mehr Steuern

Daran, das der Bürger dieses Bevormundungspaket der EUDSSR schlucken wird, zweifle ich keine Sekunde, dafür werden schon 'unsere' Politiker sorgen.

Mir tun jetzt schon alle leid, die sich ein Eigenheim angeschafft haben, denn das die es sind die die Krot schlucken werden, daran besteht kein Zweifel

Auf jeden Fall ist es sinnvoller

Menschen damit zu beschäftigen Häuser zu dämmen oder Windräder zu bauen, als sinnloseste Löcher durch Berge zu graben.

Weil bei ersterem hat man tatsächlich Ersparnisse an Energie und Kosten, gewinnt Unabhängigkeit, usw. ... (auch wenn es sich ökonomisch vorerst nicht ganz rechnet).

Bei Zweiterem hingegen sind es komplett sinnlosest vergeudete Ressourcen ohne jeglichen Nutzen.

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