Keine Rückgabe! Kein Umtausch!

Mirjam Harmtodt, 29. Februar 2012, 16:58

Wir fühlen uns immer noch so, als würden wir am Supermarkt Erde herumspazieren. Aber im echten Leben ist alles anders

Das Great Barrier Reef steht kurz vor dem Kollaps. Die nächsten fünf Jahre sind entscheidend dafür, ob das sensible Ökosystem weiterhin existiert. Nun versucht man mit Hilfe von Samenbanken, Korallen für die Zeit zu konservieren (siehe Artikel), in der der Mensch vielleicht doch einmal in der Lage sein wird, mit dem Planeten, auf dem er wohnt, verantwortungsbewusst umzugehen. Ein kompliziertes Unterfangen, teuer und aufwendig.

Aber sterbende Korallenriffe sind nur ein kleiner Teil der weltweiten Vernichtung von Lebensraum - an der nicht zuletzt auch die Touristen Schuld tragen. Riesige Hotelburgen verschlingen das enden wollende Trinkwasser, der Flugverkehr nimmt rasant zu. Kreuzfahrtschiffe gigantischen Ausmaßes, voll beladen mit Schweröl und Abfällen, schwimmen in Heerscharen über die Meere und blasen schwarzen Rauch in die Atmosphäre. Hin und wieder laufen bei einer Havarie tausende Tonnen Öl in den Ozean.

Auf den Bergen schleudern Maschinen künstlichen Schnee auf die Pisten, damit Skifahrer, die jeden Winter in Massen im Privatauto angereist kommen, Geld in die Kassen spülen. Hobbyjäger können im Urlaub streng gefährdete Arten abschießen (siehe Artikel), besonders naturverbundene Touristen erkraxeln den hintersten Winkel jedes Waldes, um seltene Arten mit eigenen Augen zu sehen (siehe Artikel).

Es ist fast wie im richtigen Leben. Wir lesen die Gebrauchsanweisung erst, wenn etwas nicht mehr funktioniert. Und wenn es kaputt ist, kaufen wir ein neues. Nur dass dieses richtige Leben tatsächlich real ist. Es gibt keinen Umtausch - und der Nachschub ist tatsächlich irgendwann einfach zu Ende. (derStandard.at, 29.2.2012)

great barrier reef

vor 10 jahren war ich dort und es war üblich, dass die tauchguides die tiere anfüttern, anfassen, sich anemonen auf den kopf setzen etc.
vor 2 jahren war mein bruder am great barrier reef (anderer ort, andere tauchschule) und erlebte das selbe.
vor 1 monat waren freunde von mir am great barrier reef und der tauchguide hielt eine schildkröte fest und steckte ihr die daumen in das kopfloch des panzers (!!!) und fasste auch nach alles was sich bewegte (also tiere jetzt, bei menschen wäre es ein anderes no-go).
abgesehen von solchen unglaublichkeiten wird dann noch einem jeden der millionen all-inclusive-pauschaltouristen empfohlen wegen der korallen "badeschuhe" zu tragen!
so lange dies alles praxis bleibt - wundert sich dann noch irgendwer?

Don't step on the coral!

Auf den Korallen zu stehen ist auch kein gutes Beispiel mit dem Planeten verantwortungsbewusst umzugehen. Der Tauchklub, mit dem ich zusammengearbeitet habe, hat den Tauchern sogar vor den Tauchgängen die Handschuhe abgenommen, damit sie nicht alles anfassen.

lieber kamera weg!

meeresschutz ja und immer und zu 100%. aber wer mir verfrorener person die handschuhe wegnimmt ist mein feind! abgesehen davon habe ich eine planktonallergie. nicht alle behandschuhten taucher tragen diese um alles anzugrapschen. lieber würde ich schlechten tauchern die kameras wegnehmen, da sie nicht nur zu 99% eh schlechte fotos machen, sondern weil sie vor lauter konzentration auf das technische wunderwerk natur und deren schutz - und vor allem ihre tarierung - vergessen...

wenn nur die hälfte stimmt

was in "plastic planet" gezeigt wird, dann sind die ozeane eh bald im arsch.

Na sie müssen aber einen großen Ar... haben.

"- an der nicht zuletzt auch die Touristen Schuld tragen."

Gegenbeispiel Malediven:
Ohne Tourismus wäre die Natur der Malediven bereits vollkommen zerstört.
Auf den Malediven findet-wie in den meisten exotischen Ländern- ein gnadenloser Raubbau, Zerstörung und Plünderung statt: Überfischung, Absammeln von Muscheln, Schnecken etcetc.

In den entlegendsten Teilen des Landes ist die Ausrottung am schlimmsten, in denTouristenregionen ist die Situation weitaus besser.

Die Gründe:
1.Die (meistens von Ausländern geführten) Hotels und Tauchschulen wissen um den Wert der Natur und wehren sich gegen die Ausbeutung in ihrer Nähe.

2. Die sog."Hausriffe" der Hotels sind für Fischer und andere Plünderer nicht zugänglich und deshalb sicher. Sie sind unersetzliche Rückzugszonen und Brutzentren für viele Arten.

genau die dummen einheimischen hau alles zam und

die guten touris und hoteliers verursachen natürlich keinen müll...

http://www.zeit.de/1990/06/m... m-paradies

PS die malediven sind ein radikal-islamisches land -wundert mich das jmd mit so einem nick denen seine devisen vorbeibringt...

schuld ist ganz klar der westen!

der artikel ist 22 jahre alt, das müllproblem immer noch ungelöst. schuld sind alle, die auf den malediven luxusurlaube machen wo jeden tag 5x handtücher gewechselt werden (seifenlaugenabwasser ohne ende), es ständig importierte und abgepackte esswaren/getränke und sonstige güter in einwegverpackungen gibt. auch mit klopapier können die dort vermutlich nicht viel anfangen - recyclingtechnisch - da die einheimischen sich nach guter alter tradition nur mit wasser waschen und sich das müllzeug nicht rollenweise zwischen den beinen durchziehen. dann kommt noch sonnencreme und massageöl dazu, chlor-chemie-mix aus den swimming pools, ja und den fisch, den alle so gern essen, kommt der nicht auch aus dem meer? nur halt nicht vom hausriff...

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