Rund 333 Millionen Kinder leben weltweit in Slums

28. Februar 2012, 14:07
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Kein Zugang zu sauberem Wasser, Sanitäranlagen oder Schulen - Kinder und Jugendliche leiden oft unter Mangelernährung

Fast die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen dieser Welt wachsen mittlerweile in Städten auf. Das entspricht einer Zahl von rund einer Milliarde Menschen. Davon leben laut Schätzungen des Kinderhilfswerks UNICEF rund 333 Millionen in "einem übervölkerten Slum". Die Folgen sind kein ausreichender Zugang zu sauberem Wasser, Sanitäranlagen, Gesundheitsversorgung oder Schulen für diese Gruppe. Das geht aus dem UNICEF-Bericht "Zur Situation der Kinder in der Welt 2012" hervor.

"Weltweit sind Städte für Millionen von Kindern ein Ort eines brutalen Überlebenskampfes", sagte Gudrun Berger, Geschäftsführerin von UNICEF Österreich. Damit verweist sie unter anderem auf den steigenden Anteil von unter- oder fehlernährten Kindern in den Städten. Alleine in den Slums von Indien würden 54 Prozent der armen Kinder an den Folgen von Mangelernährung leiden. 

Zivilgesellschaft wird aufgerufen

Um an einen Liter Wasser zu gelangen, müssten die ärmsten Familien zudem etwa 50-mal mehr an private Wasserverkäufer zahlen als reichere Menschen. Und das ist nicht immer leicht zu bewerkstelligen, da bereits 50 bis 80 Prozent des gesamten Einkommens für Nahrung aufgewendet werden müssen. Kinder, die auf der Straße leben und arbeiten sowie sozialer Ungleichheit und Kriminalität ausgeliefert sind, leiden außerdem häufig an Angst, Depression und Aggression.

Mit dem Bericht will die UNICEF die "Regierungen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft" zum Handeln aufrufen. Unter anderem sollen den ärmsten Familien dauerhafte und sichere Unterkünfte gewährt werden. Die armen Bevölkerungsgruppen müssten zudem mehr Mitspracherecht bei der Planung und Entwicklung von Stadtteilen und Gemeinden haben. Als einer der wichtigsten Punkte wird allerdings die Dokumentation hervorgehoben. In den meisten Metropolen würden umfassende Informationen zur Lage der armen Menschen fehlen. "Diese sind notwendig, damit ihre Interessen von der Politik nicht länger übersehen werden", heißt es in einer UNICEF-Aussendung. (red, derStandard.at, 28.2.2012)

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    Rund eine Milliarde Kinder und Jugendliche leben in Städten - davon 333 Millionen in Slums.

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