Reederei Costa Crociere bangt um ihre Zukunft

28. Februar 2012, 12:09
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Neuerliche Havarie könnte Ende für Kreuzfahrtgesellschaft bedeuten - Mitarbeiter fürchten um Jobs

Rom - Nach dem Brand an Bord des vor den Seychellen havarierten Kreuzfahrtschiffes "Costa Allegra" zittert die italienische Reederei Costa Crociere um ihre Zukunft. Der neuerliche Unfall nach dem katastrophalen Unglück der "Costa Concordia" vor der Toskana am 13. Jänner mit 25 Todesopfern und sieben Vermissten könnte für die Kreuzfahrtgesellschaft mit Sitz in Genua das Ende bedeuten. Gerüchte kursieren, wonach der Mutterkonzern Carnival auf die Marke "Costa Crociere" verzichten könnte, berichtete die Mailänder Tageszeitung Il Giornale" am Dienstag. "Costa Crociere" könnte mit dem Brand "Carnival Cruise Line Italia" ersetzt werden.

Costa Crociere ist eine gesunde Gesellschaft, 2011 hatte der Konzern trotz der ungewissen Wirtschaftslage eine Rekordzahl an Passagieren gemeldet. Dennoch könnte Costa als Marke infolge der Unfallserie zugrunde gehen, warnten zuletzt Experten der Kreuzfahrtbranche. Zwar wurden diese Gerüchte von Costa Crociere entschieden dementiert, sie sorgen jedoch für Spannungen in Genua, da die Reederei ein wirtschaftliches Fundament für die Hafenstadt darstellt. In der Genueser Ortschaft Sestri Levante wurden die neuesten Costa-Schiffe gebaut. Das Unternehmen beschäftigt direkt und indirekt mehr als 20.000 Personen und generiert einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro.

Nach dem Unglück vor der Insel Giglio und dem Brand an Bord der "Costa Allegra" wartet Costa gespannt, ob im März die Zahl der Buchungen für Kreuzfahrten zurückgehen wird. In diesem Jahr wurde die selbe Zahl von Kreuzfahrten ab dem Heimhafen Savona wie 2011 registriert, als die Kreuzfahrtgesellschaft eine Million Passagiere begrüßt hatte. 218 Mal hatten Schiffe von Costa Crociere 2011 in Savona gehalten, in diesem Jahr sollen es 215 Stopps sein.

Costa Crociere begann 1854 als Handelsunternehmen für Stoffe und Olivenöl und wurde vom Unternehmer Giacomo Costa gegründet. Sein erstes Passagierschiff, die "Anna C.", startete 1948 einen Linienverkehr zwischen Europa und Südamerika. In den 1950er Jahren wurden die Reisepausen zu ersten Kreuzfahrten genutzt. Seit 2003 ist die Reederei eine Tochtergesellschaft des US-Riesen Carnival Corporation mit Sitz in Miami, der größten Kreuzfahrtgesellschaft der Welt. Carnivals mehr als 100 Schiffe nehmen pro Jahr über acht Millionen Gäste auf. (APA)

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