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Mit dem Wunsch nach Sexualität tauchen im Rahmen einer Krebserkrankung auch zahlreiche sexuelle Probleme auf.
Der sexuell aktive Mensch ist vital, schön und gesund. Krank sein ist eine ernste Angelegenheit und entbehrt daher auch jeglicher Erotik. Ergo passen Krankheit und Sexualität nicht zueinander. Mediale Schönheitsideale haben diese Einstellung der Gesellschaft geprägt. Die Realität ist jedoch eine andere und Sexualität kein Privileg für Gesunde. Zwar rückt eine Diagnose wie Krebs das Thema vorübergehend in den Hintergrund. Lebensqualität definiert sich jedoch auch über ein erfülltes Sexualleben und hat insbesondere für kranke Menschen eine große Bedeutung.
"Patienten mit Prostatakrebs stellen nach operativen Eingriffen immer zuerst die Frage: Ist der Krebs weg? Ist er das, dann kommt die Frage einer eventuellen Inkontinenz. Nach frühestens sechs bis acht Wochen wird Sexualität wieder ein Thema", erzählt Eugen Plas, Leiter der urologischen Abteilung im Hanusch-Krankenhaus in Wien.
Auch für Frauen ist Sex in der akuten Phase einer Krebserkrankung irrelevant. Neben der primären Sorge um das Überleben ist auch die weibliche Krebspatientin mit einer Vielzahl von Therapien und begleitenden Nebenwirkungen konfrontiert. Das sexuelle Verlangen rückt erst mit der Rückkehr in ein "normales" Leben wieder in den Vordergrund.
Attraktivitätsverlust
Mit dem Wunsch nach Sexualität tauchen jedoch auch zahlreiche sexuelle Probleme auf, die sich physisch und psychisch bei Männern und Frauen unterschiedlich äußern. "Die größte Befürchtung der Frau ist der drohende Attraktivitätsverlust, der mit krankheits- oder therapiebedingten Veränderungen des eigenen Körpers zu tun hat", betont Christian Dadak, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe in Wien, der sich in einem kürzlich erschienenen Ratgeber auch mit Fragen der Sexualität nach Krebserkrankungen bei Frauen auseinandergesetzt hat.
Brustamputationen und operations- oder strahlenbedingte Narben machen Frauen unter dem Gesichtspunkt der Ästhetik besonders zu schaffen und lösen häufig ein Rückzugsverhalten aus. Neben dieser Angst, der Partner könnte sich infolge einer Brustkrebsoperation am neuen Erscheinungsbild stoßen, können Krebserkrankungen, die die Genitalien unmittelbar betreffen, ebenso wie Bestrahlungen, Chemo- und Hormontherapien das sexuelle Erlebnis beeinflussen oder aber zu einem bleibenden Verlust der Fruchtbarkeit führen.
Versagensängste
"Der Mann definiert sich im Wesentlichen über seine funktionierende Sexualität", weiß Plas von der männlichen Abhängigkeit erektiler Selbstbestätigung zu berichten. Die Angst, sexuell zu versagen, ist insbesondere nach einer radikalen Prostatektomie vordringlich. Die Streubreite dessen, was die internationale Datenlage nach der operativen Entfernung der Prostata wegen eines Prostatkarzinoms jedoch verspricht, erzeugt bei den Patienten vor allem Verunsicherung, ist doch von spontanen postoperativen Erektionsraten zwischen 30 bis 85 Prozent die Rede.
"Diese differierenden Ergebnisse haben meiner Meinung nach damit zu tun, dass eine 'normale' Erektion ganz unterschiedlich definiert wird", betont der Wiener Urologe und ergänzt, dass mit der operativen Entfernung von Prostata und Samenbläschen zwar die Ejakulation ausbleibt, Lustempfinden und Orgasmen jedoch auch bei fehlender Erektion lebbar sind.
In jedem Fall ist eine erektile Dysfunktion bei Prostatakrebspatienten nicht immer körperlich bedingt. Oft reicht schon das Gefühl, nicht mehr voll leistungsfähig zu sein, aus, dass Potenzprobleme auftauchen.
"Gleitgels, Vibratoren oder Vaginalkugeln - Hilfsmittel und neue Wege sind erlaubt", zählt Dadak Möglichkeiten auf, die eine reduzierte vaginale Empfindlichkeit verbessern. Mann kann Erektionsschwierigkeiten mit Hilfe von PD-5-Hemmern, Schwellkörper-Autoinjektionstherapien oder Vakuumpumpen beikommen. Mit dem Einfrieren von Samenzellen kann die Sorge vor einer Beeinträchtigung der Zeugungsfähgkeit durch die Chemotherapie bei Hodenkrebs im Vorfeld verringert werden.
Frage der Kommunikation
Viel schwieriger als physische Komponenten sind die psychischen indirekten Folgen einer Krebserkrankung zu behandeln. Die Spuren der Krankheit zu akzeptieren, das verletzte Selbstbild zu reparieren, Selbstvertrauen zurückzugewinnen und den Erfolgsdruck zu reduzieren ist nicht nur eine Frage der Zeit, sondern vor allem der Kommunikation. Den Betroffenen fällt es oft schwer, darüber zu reden, viele Fragen und Befürchtungen bleiben unausgesprochen. "Als onkologisch tätiger Urologe spreche ich die Patienten in jedem Fall darauf an, und erfahrungsgemäß ist es so, dass die Betroffenen das Thema dankbar aufgreifen", sagt Plas.
"Sprachlosigkeit ist ein großes Problem", betont Dadak und betrachtet eine Krebserkankung auch als Chance für eine Partnerschaft, sich körperlich neu zu entdecken. Egal ob krank oder gesund, eine funktionierende Kommunikation innerhalb einer Paarbeziehung ist die Voraussetzung, um die sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Normen, wie oft und auf welche Art sexuelle Begegnungen stattfinden sollten, gibt es nicht, vielmehr findet erfüllte Sexualität in gegenseitigem Respekt, Vertrauen und Verbundenheit ihren Ausdruck. (derStandard.at, 2.3.2012)
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Also ich hab 2 Tage nach der Operation (Gebärmutterentfernung wg Cervixkarzinom) mit den Fingern probiert, ob die Klitoris noch funktioniert ;-)
2 Wochen später hat mein Mann mich mit den Fingern verwöhnt (vaginaler Geschlechtsverkehr durfte ich noch nicht) War sehr wohltuend! Körperlich und auch das Wissen, dass es noch funktioniert.
Finde ich gut, dass sie hier berichten. Das sollen Frauen VOR der OP erfahren!
Ich bin dem noch entgangen, weil ich mich rechtzeitig informiert habe, so wurde dann nur die Gebärmutter (wegen Krebs leider notwendig) entfernt, die Eierstöcke sind noch da.
Allerdings, ich hatte schon einen Termin für die Totaloperation...Erschreckend war, wie männliche Ärtze damit umgehen, "Dann haben sie Ruhe", und ich könne ja eh künstliche Hormone nehmen..etc...
ist ein Ausdruck, den sich (männliche! ich muss es leider sagen) Gynäkologen einfallen lassen haben, wenn Sie Frauen Eierstöcke und Gebärmutter raus schneiden. Bei mir wurde das mit Anfang 30 gemacht, wegen Zysten an beiden Eierstöcken, mir wurde damals gesagt, ich werde Hormone bekommen und alles wird gut sein. Jetzt bin ich durch eine hässliche Narbe entstellt und wie gesagt, das Sexualleben ist vorbei!
Oje, das hört sich wirklich gar nicht gut an :(
Ist wenigstens das Verlangen nach Sex auch zumindest reduziert oder bleibt das in so einem Fall bestehen?
Man muss wirklich aufpassen was einem diverse Ärzte so alles aufschwatzen wollen.
Ich wünsche ihnen jedenfalls das Beste!
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