Mobile World Congress: Wenn Smartphones zu Tablets werden

28. Februar 2012, 11:12
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Hersteller präsentieren auf Mobilfunk-Messe Zwittergeräte

Das Geschäft mit Internethandys läuft gut: In Deutschland werden dieses Jahr Prognosen zufolge erstmals mehr Smartphones als klassische Handys verkauft werden. Zugleich boomt das Geschäft mit sogenannten Tabletcomputern. Wer sich bisher nicht zwischen Handy und der Computerscheibe entscheiden konnte, findet nun zunehmend eine Alternative in den Läden: Zwittermodelle, halb Smartphone, halb Tablet.

Kleiner

Die neuen Geräte sind größer als herkömmliche Smartphones und kleiner als Tabletrechner. Ihre Bildschirme sollen dabei groß genug sein, um darauf komfortabel Videos und normale Internetseiten betrachten zu können. Andererseits können sie wie klassische Handys telefonieren - was bei Tablets nicht der Fall ist. Präsentiert werden solche Geräte derzeit auf der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona.

Den Start machte am Sonntag der Elektronikkonzern LG. Das südkoreanische Unternehmen stellte sein Tabletphone Optimus Vu vor. Das ist gerade einmal 8,5 Millimeter dick und damit deutlich dünner als klassische Tablet-PCs. Gleichzeitig hat der Bildschirm eine Diagonale von fünf Zoll - um einiges größer als die allermeisten Smartphones. "Es gibt dafür unserer Meinung nach einen Markt", sagt der LG-Marketingchef für Europa, Daniel Hernández. "Das ist ein Produkt, das gleichzeitig Tablet und Smartphone ersetzt."

Galaxy Note

Vorgemacht hatte es im vergangenen Herbst der ebenfalls aus Südkorea stammende Konzern Samsung. Er brachte das Galaxy Note heraus, das größenmäßig zwischen Samsungs sehr erfolgreichen Internethandys und den ebenfalls viel verkauften Tabletrechnern liegt. Und auch dieses Zwittergerät kam gut an: Mehr als eine Million Mal verkaufte sich das Galaxy Note in nur zwei Monaten.

Die Verbindung von Smartphone und Tablet halten Branchenexperten für quasi naturgegeben: Verbraucher benutzten die Geräte fast für die gleichen Zwecke - zum Surfen im Internet, für E-Mails, soziale Netzwerke und zur Unterhaltung mit Videos und Spielen, sagt David Gosen vom Marktforscher Nielsen. Auch die zum Einsatz kommenden Betriebssysteme sind auf beiden Gerätearten die gleichen. Carolina Milanesi vom Marktforschungsinstitut Gartner ergänzt, dass 30 Prozent der Miniprogramme, der sogenannten Apps, genauso auf Tablets wie auf Smartphones zum Einsatz kommen.

Nicht restlos überzeugt

Restlos überzeugt sind die Experten von den neuen Zwittergeräten aber nicht. Sie erinnern unter anderem an das Modell Streak des US-Computerbauers Dell: Das versuchte genau die Lücke zwischen Smartphone und Tablet zu schließen - und wurde mangels Erfolg schnell wieder eingestellt. "Wir glauben nicht, dass dieses Format besonders erfolgreich wird, denn es ist weder das eine noch das andere. Es ist zu groß für ein Smartphone und zu klein für ein echtes Tablet", sagt Milanesi.

Vielleicht ist deshalb der Ansatz des taiwanischen Elektronikkonzerns Asus vielversprechender: Der stellte kürzlich sein Padphone vor. Bei diesem lässt sich das Smartphone aus einem Schubfach im Tablet herausnehmen. Das Telefon funktioniert unabhängig vom Tablet, doch lassen sich Bilder und Videos vom Smartphone auch bequem auf dem deutlich größeren Bildschirm des Tablets betrachten. In den Läden erhältlich sein soll das Gerät ab April. (APA)

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