Experte: "Schiffsgigantismus kann alles zerstören"

28. Februar 2012, 09:35
2 Postings

Remo Di Fiore: Costa Crociere ist sichere Gesellschaft"

Rom - Die übertriebene Größe der Schiffe ist das wahre Problem der Kreuzfahrtindustrie. Davor warnte Remo Di Fiore, Gewerkschafter der italienischen Seeleute und Mitglied der "International Transport Workers' Federation" (ITF) nach dem Brand an Bord der "Costa Allegra", einer Schwestergesellschaft der vor sechs Wochen vor der toskanischen Insel Giglio havarierten "Costa Concordia".

"Das wahre Übel, das alles zerstören kann, ist der Schiffsgigantismus. Ich spreche nicht nur von den Kreuzfahrtschiffen, sondern auch von den Fähren, die immer größer werden, damit man immer mehr Menschen an Bord nehmen kann. Oft steigt man ein, geht in die Kabine ruhen, ohne dass man etwas über die Sicherheitsvorkehrungen erfährt", klagte Di Fiore im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" (Dienstagsausgabe).

"Von der Technik und der Verwaltung ist die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere eine der besten, das selbe gilt für den Mutterkonzern Carnival. Der wahre Knotenpunkt ist der Zwang, immer größere Schiffe zu bauen, damit die Preise immer wettbewerbsfähiger sein können. Das ist ein höllischer Trend, der gestoppt werden muss. Wenn man auf diesem Weg beharrt, wird die Konkurrenz immer schärfer. Dieses Szenario ist erschreckend, ich sage das aufgrund meiner Erfahrung in diesem Bereich", sagte Di Fiore.

Inzwischen wird nach den Ursachen des Brands an Bord der Costa Allegra vor den Seychellen ermittelt. "Ich schließe aus, dass der Brand gelegt wurde, doch wir überprüfen noch. Das Schiff hatte kürzlich alle Sicherheitskontrollen bestanden", berichtete Kapitän GIoirgio Moretti, Direktor der Kriseneinheit der Costa Crociere. (APA)

Share if you care.