Gericht verbietet Fluglotsenstreik in Frankfurt

29. Februar 2012, 08:25
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Frankfurt - Das Arbeitsgericht Frankfurt verbietet den für morgen angekündigten Fluglotsenstreik am Frankfurter Flughafen. Der Streikaufruf der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) sei illegal und die Fluglotsen dürften ihre Arbeit nicht wie geplant am Mittwochmorgen von 5.00 Uhr bis 11.00 Uhr die niederlegen, erklärte das Gericht am Dienstagabend.

Fluglotsen kündigen Streik an

Die Gewerkschaft der Flugsicherung GdF und der Flughafen-Betreiber Fraport ließen die vorerst letzte Chance auf eine außergerichtliche Einigung ungenutzt. Fraport, der zusammen mit der Lufthansa und der Flugsicherung DFS gegen den geplanten Arbeitsausstand der Fluglotsen klagt, wolle eine klare Gerichtsentscheidung, sagte ein Fraport-Anwalt am Dienstagabend. Zuvor hatte Matthias Kreuzberg-Kowazyk, Richter am Arbeitsgericht Frankfurt, beide Seiten aufgerufen, den Konflikt gütlich beizulegen.

Die Gewerkschaft hat anschließend die für Mittwoch Früh geplante Ausweitung der Streiks am Frankfurter Flughafen abgesagt. Der Solidaritätsstreik der Fluglotsen finde nicht statt, sagte GdF-Anwalt David Schäfer am Dienstag in Frankfurt am Main. Nachdem das Frankfurter Arbeitsgericht den Streik untersagt habe, sei nicht mehr ausreichend Zeit gewesen, um in den Nachtstunden in Eilberufung zu gehen.

Streiks in den letzten Tagen führten zu Verspätungen

Am Montag musste bereits fast jeder sechste Flug gestrichen werden. Wie auch an den vorangegangenen fünf Streiktagen waren Kurzstreckenflüge innerhalb Deutschlands und Europas betroffen, während Langstreckenflüge verschont blieben. Fraport hat zusätzliches Personal für die Arbeit auf dem Flugfeld geschult, um die Beeinträchtigungen in Grenzen zu halten.

Auch Wien betroffen

Auswirkungen gibt es auch auf Österreich. Am Montag fielen drei Lufthansa-Flüge zwischen Frankfurt und Wien aus. Auch am Dienstag sollte der Morgenflug aus Schwechat nicht durchgeführt werden. Bei den Fluglinien flyniki und Austrian Airlines kommt es heute voraussichtlich zu keinen Stornierungen. Allerdings müssen Passagiere mit Verspätungen rechnen. Dennoch empfiehlt die AUA ihren Passagieren, sich vor geplanten Flugreisen mit der AUA über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren, etwa via Internet - über https://book.austrian.com/app/ar.fly?pos=AT&l=de, wo unter Angabe der Flugnummer nähere Details zu erfahren sind.

Jeder Streiktag kostet Fraport rund eine Million Euro an Umsatz. Die Lufthansa, die in Frankfurt ihre Heimatbasis hat, war bisher von den Ausfällen am stärksten betroffen. Der Lufthansa gingen nach eigenen Angaben in den ersten vier Streiktagen bereits Umsätze im hohen zweistelligen Millionen-Bereich verloren. (APA)

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