"Amerika will die Welt ändern und hat die Mittel dazu"

13. Juni 2003, 13:03
4 Postings

Deutscher US-Botschafter warnt: "Washington beobachtet beim Thema Iran jeden Schritt, den die Europäer tun oder nicht tun"

Berlin - Zwischen den USA und Europa droht nach Einschätzung des deutschen Botschafters in Washington, Wolfgang Ischinger, ein heftiger Streit über das Atomprogramm des Iran. "Wir brauchen hier dringend einen Dialog", sagte Ischinger am Freitag auf einer Veranstaltung der Alfred-Herrhausen-Gesellschaft in Berlin. "Ein Streit mit Amerika über Iran könnte die transatlantischen Beziehungen noch wesentlich stärker belasten als dies der Irak-Krieg bereits getan hat."

"Amerika will die Welt ändern und hat die Mittel dazu"

Aus Sicht der amerikanischen Regierung müsse Europa darstellen, welchen Preis es zahlen wolle, um die Regierung in Teheran zu zwingen, ihr Atomprogramm offenzulegen. "Washington beobachtet beim Thema Iran jeden Schritt, den die Europäer tun oder nicht tun", sagte der Botschafter. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte dem Iran am Mittwoch vorgeworfen, sich in kurzer Zeit Atomwaffen verschaffen zu wollen. "Amerika will die Welt ändern und hat die Mittel dazu", so Ischinger. Besonders der NATO drohe eine Existenzkrise. Von den Europäern werde das Verteidigungsbündnis für gemeinsame politische Entscheidungen gesehen. "Die USA dagegen nutzen die NATO zur Umsetzung von strategischen Entscheidungen, die zuvor bereits in Washington getroffen worden sind", sagte der Botschafter. (APA/Reuters)

Share if you care.