Al-Jazeera-Hacker bekennt sich schuldig

13. Juni 2003, 12:34
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US-Bürger hat Netzwerkverkehr auf "patriotische" Webseite umgeleitet

Ein US-Hacker aus Kalifornien bekennt sich schuldig, während des Irakkriegs den Internet-Verkehr zur Webseite des arabischen Nachrichtensenders Al-Jazeera umgeleitet zu haben. Wie der US-Dienst Cnet berichtet, hofft der angeklagte 24-jährige Webdesigner John William Racine damit eine geringere Strafe zu erhalten.

Patriotisch

Racine übernahm die Webseite des Senders, nachdem Al-Jazeera die Bilder von toten und gefangenen US-Soldaten veröffentlicht hatte. Der Hacker soll mit gefälschten Dokumenten die VeriSign-Tochter Network Solutions dazu gebracht haben, die Domain aljazeera.net auf ihn zu übertragen. Besucher der Seite des arabischen Nachrichtensenders wurden danach auf eine andere Webseite umgeleitet, wo sie die US-Flagge mit dem Text "Lets Freedom Ring..." fanden. Zusätzlich fing Racine so auch alle E-Mails ab, die an den Sender geschickt wurden. Der 24-Jährige hatte sich im März selbst gestellt.

Cyberwar

Die arabische und englische Seite des Nachrichtensenders Al-Jazeera war während des Irakkriegs wiederholt Ziel von Angriffen. Der Sender war deswegen für eine Woche nicht zu erreichen. Die englische Seite wurde vollständig vom Netz genommen.

Drakonische Möglichkeiten

Racine könnte für seine Tat eine Strafe von 25 Jahren Haft sowie 500.000 Dollar erhalten. Wegen seinem Geständnis und der Zusammenarbeit mit dem FBI wird die Staatsanwaltschaft allerdings auf eine milde Strafe von 1.000 Stunden gemeinnütziger Arbeit, eine Geldstrafe von 1.500 Dollar sowie Schadenersatz für das Opfer plädieren. Racine hatte sein Schuldeingeständnis gestern, Donnerstag, unterzeichnet. Der Prozess wird am kommenden Montag stattfinden. (pte)

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Cnet

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