Siddiq Barmaks "Osama" von UNESCO ausgezeichnet

13. Juni 2003, 11:22
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Film spielt unmittelbar nach der Machtergreifung der Taliban in Afghanistan

Paris - Für seinen in Cannes ausgezeichneten Film "Osama" erhält der afghanische Regisseur Siddiq Barmak den Fellini- Preis der UNESCO. Wie die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur am Donnerstag mitteilte, werde Barmak den Preis am 16. Juni in Paris entgegennehmen.

"Osama" spielt direkt nach der Machtergreifung der Taliban in Afghanistan. Frauen durften zu dieser Zeit nicht ohne männliche Begleitung auf die Straße gehen. Um sich auf die Suche nach Arbeit machen zu können, verkleidet eine Mutter, die weder Ehemann noch Sohn hat, ihre heranwachsende Tochter als Burschen.

Rückkehr aus dem Exil

Für sein Spielfilm-Debüt über die Herrschaft der Taliban hatte der 40-Jährige kürzlich bei den Filmfestspielen in Cannes den Preis für das beste Erstlingswerk erhalten.

Barmak wurde 1962 in Afghanistan geboren und studierte Filmkunst in Moskau. Anschließend drehte er in Afghanistan Kurzfilme und leitete bis 1996 die staatliche Filmagentur. Unter dem Druck der Taliban musste er das Land verlassen, kehrte jedoch nach deren Sturz zurück.

Bisherige Preisträger

Mit dem Fellini-Preis der UNESCO wurden bisher unter anderem der amerikanische Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood, Pierre Rissient aus Frankreich sowie der südkoreanische Filmemacher Im Kwon Taek ausgezeichnet. (APA/dpa)

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