Magnetresonanz statt Mammographie

13. Juni 2003, 14:06
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MRT - Neue Brustkrebs-Vorsorge mit 96-prozentiger Trefferquote

Bonn - Bei der Brustkrebs-Früherkennung ist die Magnetresonanz-Tomographie (MRT) das mit Abstand beste und sicherste Verfahren, so das Ergebnis der neuesten Forschungen. Denn mit der gängigen Mammographie werden ebenso wie mit Ultraschall viele Tumore übersehen. Das ergab eine Studie der Universität Bonn, in deren Verlauf 462 Frauen regelmäßig auf ein Mammakarzinom untersucht worden waren.

Mammographie: nur 42 Prozent Sicherheit

Mit Hilfe der MRT entdeckten die MedizinerInnen nach eigenen Angaben 96 Prozent aller Brusttumoren. Bei der Mammographie betrug die Trefferquote dagegen lediglich 42 Prozent, beim Ultraschall 47 Prozent. Als Konsequenz aus diesem überraschend klaren Ergebnis fordern die Wissenschafter, die MRT an Stelle der Mammographie künftig als Standard-Untersuchungsmethode bei Frauen mit familiär gehäuftem Brustkrebs einzusetzen.

Gute Heilungschancen bei Brustkrebs

Mit in Deutschland 46.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist das Mammakarzinom die häufigste Krebserkrankung von Frauen. Für knapp ein Drittel der Patientinnen endet das Leiden tödlich - obwohl dieser Tumor bei rechtzeitiger Diagnose geheilt werden kann. Etwa vier bis neun Prozent aller Brustkrebsfälle haben genetische Ursachen.

Auslöser sind meist Schäden in Erbanlagen, die normalerweise verhindern, dass sich eine krankhaft veränderte Zelle zu einem Tumor entwickelt. Als besonders gefährdet gelten daher Frauen mit nahen Verwandten, die schon in jungen Jahren Brustkrebs bekamen oder in deren Familien die Krankheit gehäuft auftritt.

Genauere Befunde

Die MedizinerInnen der Bonner Uniklinik hatten zwischen 1996 und 2001 462 solcher Risikopatientinnen mit Hilfe von MRT, Mammographie und Ultraschall untersucht. Die Magnetresonanz-Tomographie war nach Angaben der ExpertInnen nicht nur mit weitem Abstand am empfindlichsten, sondern lieferte auch die wenigsten falschen Befunde: In mehr als 54 Prozent aller Verdachtsfälle fanden die ÄrztInnen bei der Gewebeentnahme tatsächlich einen Tumor. Bei der Mammographie betrug der Vorhersagewert nur 26 Prozent, und beim Ultraschall lag nur bei 16 Prozent der Verdachtsfälle tatsächlich ein Karzinom vor. (APA/AP)

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    Die Diagnostik mit Hilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) beruht auf dem Einsatz eines Magnetfeldes, das in einer Röhre erzeugt wird. Die Wasserstoffatome im Körper (der zu über 90% aus Wasser besteht) richten sich nach diesem magnetischen Feld aus und senden selbst elektromagnetische Wellen aus. Diese Wellen werden gemessen und durch den Computer sichtbar gemacht. So kommen detailgetreue Aufnahmen des Körperinneren zu Stande.
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