Hormonersatz erhöht Alzheimer-Risiko

13. Juni 2003, 13:12
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Bisher war von einer Schutzwirkung gegen Demenz ausgegangen worden

Chicago - Die Hormonersatztherapie gegen Wechseljahrebeschwerden verdoppelt das Alzheimer-Risiko. Zu diesem Ergebnis kamen ForscherInnen aus dem amerikanischen Winston-Salem. Bislang war die Wissenschaft davon ausgegangen, dass die Kombinationspräparate aus Östrogen und Gestagen die Demenz-Gefahr eher verringern.

Die WissenschafterInnen hatten die Daten von 4.532 Frauen ausgewertet, die alle 65 Jahre oder älter waren, unter keinen Anzeichen einer Demenz-Erkrankung litten und die Menopause bereits hinter sich hatten. Über vier Jahre wurde den Frauen einmal täglich ein Kombipräparat aus einem Östrogen und einem Gestagen verabreicht worden. Eine Kontrollgruppe erhielt dagegen nur ein Placebo. Während hier hoch gerechnet nur 22 von 10.000 Frauen eine Alzheimer-Erkrankung entwickelten, waren es bei den mit den Hormonen behandelten Patientinnen 45 von 10.000.

Die Arzneimittelkommission der deutschen ÄrztInnenschaft bekräftigte mit Blick auf diese Studie ihre Empfehlung, die Hormonersatztherapie nur bei schweren klimakterischen Beschwerden, nach ausführlicher Beratung und grundsätzlich nur kurzzeitig anzuwenden. (APA/AP)

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    Mythos Menopause? Ein Geschäft für die Pharmaindustrie ist sie allemal.
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