Casinos Austria trotzen Konjunkturflaute

13. Juni 2003, 13:23
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Rekordergebnis trotz Besucherschwund im Jahr 2002 - General Leo Wallner erwarte auch für heuer einen höheren Umsatz

Wien - Die andauernde Konjunkturflaute hat den Casinos Austria 2002 ein Besucherminus von 2,8 auf 2,6 Millionen beschert. Da die Gäste aber im Schnitt länger im Casino blieben und dort mehr Geld ließen, stieg der Bruttospielertrag um 2,8 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 227,8 Mio. Euro, die steuerliche Abgabenleistung erhöhte sich um 1,9 Prozent auf 152,5 Mio. Euro, berichtete Casinos Austria-Generaldirektor Leo Wallner am Freitag bei der Bilanzpressekonferenz. Mit legereren Bekleidungsvorschriften und geänderten Öffnungszeiten wollen die Casinos nun der anhaltenden Konsumzurückhaltung der Gäste entgegenwirken und heuer bei Umsatz und Bruttospielertrag ein Plus von 1 bis 2 Prozent erzielen, so Wallner.

"Bei den Besucherzahlen haben wir eine gewisse Sättigung erreicht, die Zahl wird weiter zurückgehen", bemerkte Wallner. Neue Gäste erwartet sich Wallner zum einen durch die EU-Osterweiterung und zum anderen durch die Lockerung der Bekleidungsvorschriften: Die Krawattenpflicht bleibe zwar in den städtischen Casinos erhalten, in touristischen Gegenden und auf Schiffen hingegen akzeptiere man auch Gäste in entsprechend legerer Kleidung, so Wallner. Außerdem sollen die Öffnungszeiten geändert werden. Das Casino Salzburg etwa werde künftig bereits ab 12 und nicht erst ab 15 Uhr zum Spiel einladen.

Weitere Eröffnungen geplant

Für 2003 plant die mit 68 Casinos in 15 Ländern tätige Casino Austria-Gruppe weitere Casino-Eröffnungen in der Schweiz und Südafrika, 2002 wurden 12 neue Betriebe in Ungarn, der Schweiz, Südafrika und auf Schiffen eröffnet. An der börsenotierten südafrikanischen Gold Reef Resorts wurde der Anteil auf 31,5 Prozent erhöht. In Griechenland wollen sich die Casinos demnächst am Casino Loutraki 80 km südlich von Athen beteiligen. In Bulgarien sei man prinzipiell am Einstieg in das dortige Lotteriengeschäft, das privatisiert werden soll, interessiert, allerdings gebe es dazu noch keine Ausschreibung, so Wallner. In Israel hoffe man auf die Wiedereröffnung des dortigen bestehenden Casinos, das auf Grund der politischen Unruhen seit Oktober 2000 geschlossen ist.

Das erfolgreiche Internetgeschäft (win2day.at) soll im Jänner 2004 in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert werden, an der die Casinos Austria und deren Tochter Lotterien je 50 Prozent halten werden, kündigte Wallner an. Im Internet werden derzeit pro Woche von 7.270 User 4,86 Mio. Euro umgesetzt, 93 Prozent davon mit Casino-Spielen und nur 7 Prozent mit so genannten Kunstspielen. Die Gespräche über die seit längerem geplante Kooperation mit Magna beim Pferdewettengeschäft seien indes "noch im Laufen", die Pläne seien "noch nicht ausgereift", berichtete Wallner.

Automatenspiel immer beliebter

Das Automatenspiel werde angesichts der geringen Einsätze, des schnellen Spiels und der hohen Gewinnchancen immer beliebter, betonte Wallner. 64 Prozent des Einspielergebnisses wurden 2002 in Automatenspielen erzielt, 36 Prozent mit dem Tischspiel.

Zu dem von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) angedachten Verkauf des von der Münze Österreich AG, einer Tochtergesellschaft der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) gehaltenen 33,24-Prozent-Anteils an den Casinos Austria meinte Wallner lediglich, dass im Falle eines Verkaufs "eine Gruppierung, die man herzeigen kann", diesen Anteil übernehme.

Besucherzahl weiter rückläufig

Im ersten Quartal 2003 ging die Zahl der Besucher bei der Casinos Austria AG von 686.000 auf 625.000 Gäste zurück, das Einspielergebnis stieg hingegen um 6,8 Prozent auf 56,2 Mio. Euro. Der Umsatz erhöhte sich im Vorjahr um 2,1 Prozent auf 327,6 Mio. Euro, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) stieg um 4,5 Prozent auf 12,7 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss wuchs um 1,1 Prozent auf 10 Mio. Euro. Für das Geschäftsjahr 2002 wird eine Dividende in Summe von 5,6 Mio. Euro ausgeschüttet.

Die Casinos Austria AG beschäftigte per Ende 2002 1.850 Mitarbeiter und betrieb 240 Spieltische und 1.800 Automaten in 12 österreichischen Casinos. Die Casinos Austria Gruppe beschäftigte per Ende 2002 7.700 Mitarbeiter und betrieb 1.000 Spieltische und 8.300 Automaten in 68 Casinos auf allen Kontinenten und Schiffen. (APA)

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    Die Kugel rollt: Weniger Besucher brachten den Casinos Austria im Jahr 2002 ein Rekordergebnis ein

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