Mutmaßlicher Kriegsverbrecher Sljivancanin festgenommen

13. Juni 2003, 14:45
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Letztes Mitglied der "Vukovar-Trojka" wegen Massaker an kroatischen Gefangenen angeklagt - Spektakuläre Szenen während der Festnahme

Belgrad - Die Belgrader Polizei hat in der Nacht auf Freitag mit dem ehemaligen jugoslawischen Offizier Veselin Sljivancanin das letzte Mitglied der sogenannten "Vukovar-Trojka" festgenommen. Nach einer fast elfstündigen Belagerung wurde die Wohnung des mutmaßlichen serbischen Kriegsverbrechers im Belgrader Stadtviertel Kosutnjak kurz nach Mitternacht gestürmt.

In Den Haag angeklagt

Sljivancanin ist vom UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag zusammen mit zwei weiteren Offizieren wegen Kriegsverbrechen in Kroatien angeklagt. Mile Mrksic und Miroslav Radic hatten sich dem UNO-Tribunal im Mai des Vorjahres bzw. dieses Jahres gestellt. Die sogenannte Vukovar-Troika wird für ein Massakers an etwa 250 kroatischen Gefangenen in der Nähe von Vukovar im November 1991 verantwortlich gemacht.

Dramatische Szenen

Die Aktion wurde von dramatischen Szenen begleitet. Mehrere hundert Anhänger des Offiziers lieferten der Polizei heftige Gefechte. Die Beamten wurden mit Steinen und Flaschen beworfen. Autos wurden demoliert. Die Polizei setzte Tränengas ein. Laut Medienberichten hatten sich rund 1.000 Anhänger und Nachbarn des Angeklagten vor dem fünfstöckige Wohnhaus versammelt.

Mitglieder des "Komitees zur Verteidigung von Sljivancanin" forderten am Abend den Innenminister Dusan Mihajlovic, Außenminister Goran Svilanovic und Verteidigungsminister Boris Tadic auf, Verhandlungen mit dem Komitee über die Bedingungen über die Übergabe von Sljivancanin aufzunehmen. In den Tagen zuvor hatte das "Komitee" behauptet, der Gesuchte habe sich bereits ins Ausland abgesetzt.

Auslieferung verzögert sich

Bis zur Überstellung des einstigen jugoslawischen Offiziers Veselin Sljivancanin, der in der vergangenen Nacht in Belgrad festgenommen worden ist, an das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag dürften noch etwa zwei Wochen vergehen. Sljivancanin war auf Grund eines Haftbefehls des Belgrader Kreisgerichtes in seiner Wohnung festgenommen worden. Entsprechend dem gesetzlich geregelten Auslieferungsverfahren soll der Tribunals-Angeklagte nun von einem zuständigen Belgrader Richter angehört werden. Diese Einvernahme bezieht sich allerdings nicht auf die Anklage selbst, sondern lediglich auf die Feststellung der Identität des Festgenommenen. Die Verteidiger des mutmaßlichen Kriegsverbrechers können dann Einspruch gegen seine Auslieferung einreichen, worüber das Gerichtbinnen drei Tagen zu entscheiden hat.(APA)

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    Sljivancanin ist vom UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag zusammen mit zwei weiteren Offizieren wegen Kriegsverbrechen in Kroatien angeklagt.

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    Anhänger von Sljivancanin lieferten der Polizei heftige Gefechte.

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