Cannabis im Kleinen Braunen?

13. Juni 2003, 19:10
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Falscher Polizei-Brief an Grazer Wirte: "Scherzbolde" forderten Gastronomen zum Abliefern ihrer Speise- und Getränkekarten auf

Mysteriöse anonyme Rundschreiben beschäftigen derzeit die Grazer Kripo: Von Unbekannten sind zuletzt wie polizeiliche Ladungen gestaltete Briefe an Betreiber von Gastronomiestätten im Großraum Graz versandt wurden, in welchen die Empfänger zum Einsenden ihrer Speise- und Getränkekarten aufgefordert wurden, wie die Polizei Graz am Donnerstag mitteilte. Bei Zuwiderhandeln wurden "Razzien" in Aussicht gestellt. De Grund der seltsamen Aufforderung der unbekannten "Scherzbolde": "Kleiner Brauner" sei eine Tarnbezeichnung für Cannabisprodukte.

Ein "Original" der Speise- und Getränkekarte soll abegliefert werden

In den Schreiben wurden die Wirte angehalten, "bis spätestens 20.Juni 2003 jeweils ein Original" ihrer Speise- und/oder Getränkekarte an die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Drogen (GED) der Grazer Polizei zu schicken bzw. dort während der Amtsstunden persönlich abzugeben. Im Falle des Nichtbefolgens wird in dem Schreiben die Vorführung und die Durchsuchung der Gastronomieräumlichkeiten angedroht. Weiters hieß es, "dass von der GED auf diese Weise versucht wird, dem dramatisch steigenden Drogenkonsum in Graz zu begegnen".

"Aufforderung zum Konsum illegaler Rauschmittel"

Die Scherzbolde schrieben weiters, dass "bei mehreren Stichproben in Lokalen festgestellt wurde, dass in zahlreichen Speise- und Getränkekarten Ausdrücke Verwendung finden, die geeignet sind, zum Konsum illegaler Rauschmittel aufzufordern". Beispielsweise würden die Bezeichnungen "Kleiner Schwarzer" und "Kleiner Brauner" für Kaffeesorten verwendet, die in Drogenkreisen auch für Cannabis-Produkte üblich seien. Angesichts dieser Umstände sei die GED gezwungen, "diese Form der versteckten Werbung mittels einer flächendeckenden Aktion scharf" abzustellen und sämtliche Speise- und Getränkekarten der Grazer Gastronomie einer vorbeugenden Kontrolle zu unterziehen, formulierten die Unbekannten in dem fingierten Polizei-Brief.

Die Bundespolizeidirektion Graz stellte am Donnerstag zu diesen Schreiben "ausdrücklich" fest, dass sie nicht Absender dieser Schriftstücke ist. Empfänger derartiger Schreiben mögen sich mit der Kripo der Bundespolizeidirektion Graz (Tel.: 0316/888/4810) in Verbindung zu setzen. (APA)

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    Fingierte Polizeibriefe in Graz: "Die Bezeichnungen "Kleiner Schwarzer" und "Kleiner Brauner" sind in Drogenkreisen auch für Cannabis-Produkte üblich."

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