Klimaanlagen heizen die Umwelt

13. Juni 2003, 14:22
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Helfer gegen die Hitze sorgen immer nur lokal für angenehme Kühle - Irgendwo anders wird es durch sie ein bissechen wärmer

Wer es nicht glaubt, kann es ja zu Hause probieren: Die offene Kühlschranktür wird am Problem der zu hohen Raumtemperatur nichts ändern. Im Gegenteil - schließlich entsteht an der Rückseite des Gerätes Wärme: Klimaanlagen, lässt sich daraus grob verallgemeinern, sorgen immer nur sehr lokal für angenehme Kühle - irgendwo anders wird es durch sie ein bisserl wärmer.

Dass dies natürlich auch für Autoklimaanlagen gilt, betont nun der Verkehrsclub Österreich (VCÖ): Um bis zu 1,8 Liter steigt der Benzinverbrauch bei eingeschalteter Kliamaanlage pro 100 Kilometer. Außerdem, kritisiert der VCÖ, seien die in Autoklimaanlagen verwendeten Kühlmittel "extrem treibhauswirksam".

Jedes dritte Auto mit Klimaanlage

Jährlich verdunsten in Österreich rund 150 Tonnen Kühlflüssigkeit aus Autoklimaanlagen. Das deutsche Umweltbundesamt habe berechnet, so der VCÖ weiter, dass ein Kilo der gängigen KFZ-Klimaanlagen-Kühlmittel die Atmosphäre so aufheize wie 1,3 Tonnen CO. Derzeit hat in Österreich jedes dritte Auto eine Klimaanlage.

Andere Klimaanlagenprobleme hat man in Italien: Bei Temperaturen im 40-Grad-Bereich lassen derzeit viele Italiener ihre Raumkühler 24 Stunden laufen. Dies, berichten italienische Medien, führe bereits jetzt zu Stromengpässen, Netzzusammenbrüche seien nicht mehr auszuschließen. (rott/DER STANDARD; Printausgabe, 13.6.2003)

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