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Folgen Spermien dem "Maiglöckchenduft" zur Eizelle? Ein deutsches Forschungsteam widerspricht: Spermien können nicht riechen; sie würden vor allem durch das geruchlose Progesteron gesteuert.
Bonn - Vor knapp zehn Jahren erregte der Forscher Hanns Hatt einiges Aufsehen. Er behauptete nämlich, dass Spermien die Reise zur weiblichen Eizelle deshalb schaffen, weil sie sich am "Maiglöckchenduft" der Eizellen orientieren würden. Demnach greift Bourgeonal, ein Bestandteil des Maiglöckchenduftes, in den Kalziumhaushalt der Spermien ein und lockt sie an. Dieser These wird nun von deutschen Forschern im "EMBO Journal" widersprochen: Spermien können nicht riechen; sie würden vor allem durch das geruchlose Progesteron gesteuert.
"Spermien funktionieren nicht wie Riechzellen in der Nase", erklärte der Leiter der Studie, der Bonner Max-Planck-Wissenschafter Timo Strünker. Es gebe auch keine Hinweise auf einen betörenden Duft von Eizellen. "Bisher hat man weder Maiglöckchenduft noch irgendeinen anderen Duftstoff im weiblichen Genitaltrakt gefunden oder nachweisen können."
Lockruf
Dennoch sei die Befruchtung keine Zufallsbegegnung, sondern chemisch gesteuert. Seit den 1980er Jahren weiß die Wissenschaft, dass die Eizelle, beziehungsweise sie umgebende Zellen, sehr große Mengen des weiblichen Sexualhormons Progesteron in den Eileiter aussenden. Unter Laborbedingungen wurde gezeigt, dass die Spermien bereits von geringen Mengen des Hormons angelockt werden. Das geruchlose Progesteron fungiert also als Lockstoff und Spermien folgen diesem chemischen Lockreiz zur Befruchtung der Eizelle.
Vor einem Jahr hatten Bonner Forscher in "Nature" publiziert, dass Spermien mittels hochempfindlicher eigener Sensoren das Progesteron entdecken und so gelenkt werden. Das Progesteron aktiviert und öffnet die sogenannten CatSper-Ionenkanäle und es strömt Kalzium in die Spermien-Zelle, was höchstwahrscheinlich wiederum die Steuerungsaktivität anregt.
Nun zeigen die neuen Forschungsergebnisse, dass die Spermien mit ihren CatSper-Kanälen das chemische Milieu im Eileiter "auslesen" können und so womöglich die Eizelle aufspüren. Im Labor könne zwar eine Maiglöckchenduftwirkung beobachtet werden, sagte Strünker. Dieser Duft imitiere unter Laborbedingungen aber lediglich die Progesteronwirkung. Dabei wirkten die Duftstoffe nur bei einer Überdosis, wie sie im menschlichen Organismus nicht vorkomme - nämlich erst bei mehr als 1.000-fach höheren Konzentrationen als Progesteron. Das "Maiglöckchen-Phänomen" beruhe daher wohl auf einem "Labor-Artefakt", so der Forscher abschließend. (APA/red)
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Abgesehen von den Witzen hier im Forum - ich finde es eine Sauerei das manche Wissenschaftler Ergebnisse produzieren die einfach nur falsch sind.
Mich regt das einfach auf. Wo bleibt die Qualitätskontrolle wenn 10 Jahre später ein Ergebnis als völlig falsch entlarvt wird? Und wo bleibt die Garantie, das dieses neue Experiment auch 10 Jahre gelten wird?
Klar kommen neue Ergebnisse zu tragen, aber es muss gewisse Grundwahrheiten geben, die fundiert sind.
Wo bleiben die wissenschaftlichen Grundstandards?
Die meisten wissenschaftlichen Aussagen zeigen demnach eine auffallende Vorsicht, sind zumindest relativ formuliert. Gerade das gegenständliche Beispiel zeigt, dass das auch Sinn macht. Ohne die Publikationen von Hatt zu kennen, ist es unwahrscheinlich, dass er verbindlich behauptet hat, dass Bourgeonal im weiblichen Fortpflanzungstrakt nachgewiesen ist. Demnach wird er den Zusammenhang nur als Vermutung formuliert haben. Die Wisseschaft hat sich im Lauf der Zeit gerade durch Vorsicht und gegenseitige Kontrolle den Ruf erworben einigermaßen zuverlässige Aussagen zu treffen. Garantie gibt es nie. Isaac Newton hatte ca. 200 Jahr "recht". Dann kamen Einstein und seine Wegbereiter (Michelson, Morley, Maxwell, Minkowski, etc.)
naja, es gibt da so einen schätzwert in der wissenschaft, welcher besagt, dass sich nach 10 jahren rund 2/3 des wissens als überholt und/oder falsch herausstellt. insofern verwundert es nicht so sehr. außedem wurde in dem artikel ja auch darauf hingewiesen, das besagter duft einen lenkeffekt hat, nur halt nicht in dem ausmaß wie angenommen...
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