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Ist für ein Kind, das in seiner Entwicklung noch bei weitem nicht reif für die Schule ist, der Kindergarten oder die Vorschule der beste Platz? Eltern in Wien hätten gern die Wahlmöglichkeit.
Wien - Elisabeth W. ist mit dem Gemeindekindergarten, den ihr Sohn in Wien besucht, stets zufrieden gewesen. "Die Betreuung ist ideal, und er fühlt sich total wohl dort", erzählt die Wienerin. Der Fünfjährige war ein extremes Frühchen, hat bis heute Defizite in seiner motorischen und sozialen Entwicklung, seit kurzem leidet er auch an epileptischen Anfällen. Seine Mutter möchte ihn deswegen im Herbst noch nicht in die Schule geben, sondern ihn ein weiteres Jahr im Kindergarten lassen. "Mein Sohn bräuchte einfach noch diese Zeit in einer ihm vertrauten Umgebung", sagt Frau W.
Wie bereits vom Standard berichtet, müssen in Wien Eltern, deren Kinder zwar bereits das Schulalter erreicht haben, die aber von ihrer Entwicklung noch nicht schulreif oder schulfähig sind, ihre Kinder einschulen. So sieht es das Gesetz auch vor, allerdings wurde bis vor rund eineinhalb Jahren meist nach einer individuellen Lösung gesucht. Im Büro von Stadtrat Christian Oxonitsch (SP) hieß es, dass der Stadtschulrat und nicht die MA10 (Kindergärten) zuständig sei.
Die einzige Möglichkeit, die es laut Stadtschulrat derzeit noch gibt: Das Kind wird zum häuslichen Unterricht angemeldet und dieser findet eben im Kindergarten statt. Für Kinder, die in privaten Einrichtungen betreut werden, besteht so immerhin eine Chance, dass sie ein weiteres Jahr in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können - auch wenn die Eltern für das Extra-Kindergartenjahr zahlen müssen.
Attest eingeholt
"Diese Lösung ist in Wien in einem öffentlichen Kindergarten schlicht nicht mehr möglich", sagt Elisabeth W., die sogar ein Attest von der Entwicklungsambulanz im AKH eingeholt hat, das bestätigt, dass ihr Bub noch nicht schulreif sei. "Ich hätte sogar eingesehen, wenn das weitere Jahr kostenpflichtig gewesen wäre." Von der Sonderkindergärtnerin habe sie erfahren, dass ihr Sohn, der im Sommer sechs Jahre alt wird, ab Herbst in die Schule muss. Freunde, erzählt Frau W., hätten ihr sogar geraten, dass sie doch in ein anderes Bundesland ziehen solle, wo es noch möglich ist, Kinder ein weiteres Jahr im Kindergarten zu lassen. "Aber ich möchte meinen Sohn eben nicht aus seinem vertrauten Umfeld reißen", sagt sie.
In Oberösterreich werden derzeit 27 Kinder ein weiteres Jahr im Kindergarten belassen, wie ein Sprecher von Landesrätin Doris Hummer (VP) auf Nachfrage des Standard bestätigt. In Einzelfällen sei dies möglich, wenn ein Kind noch nicht schulfähig ist. Die Rückstellung erfolgt über den Bezirksschulinspektor. Haben Gemeindekindergärten oder private Träger noch freie Plätze zur Verfügung, kann das Kind im Kindergarten bleiben. Im benachbarten Niederösterreich betont eine Sprecherin von Landesrätin Barbara Schwarz (VP), dass man sich natürlich an die Gesetze halte. Aber: "Wenn es in Einzelfällen dem Wohl des Kindes dient, finden wir auch Wege."
Elisabeth W. versteht nicht, warum dies in Wien nicht mehr möglich sein soll. Auch wenn ihr Kind bestens betreut wurde, "hätte ich gewusst, dass es nicht möglich ist, meinen Sohn ein Jahr länger im Gemeindekindergarten zu lassen, hätte ich ihn gleich in einen Privatkindergarten gegeben". (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD, Printausgabe, 28.2.2012)
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ich finde eine solche Entscheidung sollen ausschließlich die Eltern treffen, manche möchten ein Kind mit 5 Jahren schicken und manche mit 7 Jahren, das hat viel mit Familientraditionen und Einstellung zur Bildung, Leistung und Freiheit zu tun, das sollte es einen Spielraum geben.
ich habe mich entschieden meinen beiden Kindern eine Vorschule zu gönnen und hab noch nie 1 cent für Nachhilfe ausgegeben oder mit ihnen gelernt, weil sie es sonst nicht hätten schaffen können.
Naja, nicht alle Eltern schauen wirklich auf ihr Kind und was das Beste für dieses ist, sondern schauen was am Besquemsten ist oder projezieren ihre Wünsche und Ängste auf ihre Kinder - dann darf ein voll schulreifes Kind vl. erst mit 7 oder 8 in die Schule, weil die Eltern Extremglucken sind und solche Angst haben um ihr kleines Baby, während dann vl. 4 oder 5jährige nicht schulreife Kinder in die Schule gesteckt werden, weil die Eltern gern ein Wunderkind hätten.
ich glaube, Eltern, die ihr Kind lieben, wissen ziemlich genau, was ihr Kind braucht, sie spüren das!
Was Eltern meistens nicht wissen, ist wie Schulverwaltung funktioniert: Häufig geht es beim Aufsteigen aus der Grundstufe 1 nur um Probleme der Schulverwaltung und nicht um das Wohl der betroffenen Kinder:
Meine beiden Kinder haben 3 Jahre in der Grundstufe 1 einer Montessori Klasse verbracht und sind 10 Jahre später signifikant gute SchülerInnen, die ohne Nachhilfe und Drill durchs Gym kommen.
Hmmmm, also ich persönlich halte die Gratwanderung zwischen "Was ist das Beste für mein Kind" und "Wie hätte ich gerne, dass es wäre" für nicht sehr einfach. Ich gebe zu meine Beispiele oben mit Glucken- und Drilleltern waren extrem, aber sowas gibts ja auch in abgeschwächter Variante. Ich muss mir selbst in regelmäßigen Abständen vor die Augen halten, dass das, was ich vl. rein in Theorie als super und das Beste empfinde, nicht unbedingt dem entspricht, was mein Kind braucht, und mich selbst daran erinnern, dass das, was ich gerne für mein Kind hätte, vl. nicht das Beste für mein Kind ist.
Ich finde es ist nicht so einfach wie "Ich liebe mein Kind, also weiß ich, was am Besten ist". Wobei es andererseits der Staat natürlich auch nicht weiß
ich verstehe ja ihre Bedenken und Selbstkritik tut uns allen ganz gut, aber wie Sie richtig sagen, der Staat weiß noch viel weniger über die Situation der Familie Bescheid. Eltern sprechen ja auch gewöhnlicherweise mit den KindergartenpädagogInnen, mit Freunden, mit den Großeltern, mit dem Kinderarzt, beim Gegenüber reicht ein 10 Minunten Test, um Schulreife zu ermitteln?
Eine Volksschulklassenlehrerin hat zu uns am Ende der 4. Klasse gesagt: "Sie schauen sich schon eine Hauptschule für Ihren Sohn an, Gym könnte zu schwer sein!"
Er maturiert heuer u hat immer alle Jahre mit Auszeichnung ohne Streberei, daher mit Sport, Spaß und allem was dazugehört, absolviert!
das nur zur Kompetenz der PädagogInnen...ich kenn mein Kind schon am besten..
Ja, aber irgendwelche Regelungen muss es geben, es ist schließlich auch nicht sinnvoll wenn dann z.B. 5jährige gemeinsam mit 8jährigen eingeschult werden. Und in Ö ist es immerhin auch so, dass Heimunterricht erlaubt ist, was auch gut ist, wobei ich finde, dass es zusätzlich andere Alternativen zur "klassischen Regelschule" mehr gefördert werden sollten.
Zur Lehrerin Ihres Sohnes: Wenn die nach 4 Jahren ihren Sohn nicht einschätzen kann, dann ist sie offenbar äußerst imkompetent. Zum Glück habe ich solche Erfahrungen noch nicht gemacht - die Kindergartenpädagogen und Lehrer die sie hatte/hat, haben sie und ihr Wesen recht schnell richtig eingeschätzt. Aber sie ist auch erst 7, hoffentlich bleibts aber so.
Ich finde altersgemischte Klassen sehr gut, nur in Schulen in denen diese praktiziert werden, sind auch die Ressourcen (=hauptsächlich ausreichend Lehrer) da um jedes Kind dort abzuholen, wo es ist. Wenn einfach die Schulpflicht geändert wird auf beispielsweise "9 Jahre, Start frühstens mit 4, spätestens mit 9, die Eltern entscheiden", wird sich nicht automatisch etwas am Schulsystem an sich ändern. Der Staat wird nicht deshalb die Klassen verkleinern und gleichzeitig mehr Lehrer pro Klasse einsetzen. Somit ist es praktisch nicht durchführbar, da die Bedürfnisse, Denkweisen und Arbeitsweisen von Kinder so unterschiedlichen Alters komplett verschieden sind.
in Ehren. Gebe es nur solche bürgerliche Eltern, hätten wir ja ohnehin diese Defizite im Schulwesen nicht. Oder anders formuliert: Für Personen wie Sie ist diese Regelung sicher ne Bevormundung, dennoch ist sie wichtig, damit die Kinder aus der Unterschicht nicht noch größere Nachteile haben. Und das geht in einer Demokratie eben nur, indem man Rechte& Pflichten für alle Bürger/innen gleich anwendet.
Von den reproduktionseifrigen Ausländern aus artfremden Kulturen spreche ich erst gar nicht, da diese hier im Blatt taxfrei als Bereicherung erachtet werden.
Wichtig erscheint es mir, mehr in die Qualität der LehrerInnen zu investieren. Ihnen ne gute Infrastruktur & Respekt zu geben, sie aber auch von untauglichen Kollegen zu befreien
es ist nur leider so, dass viele eltern vor lauter ehrgeiz kleine 5-jährige einschulen lassen wollen. oft sind diese kinder zwar vom intellekt her reif für die schule, haben aber probleme die ganze zeit still sitzen zu müssen.
(es gibt immer wieder mal ausnahmen - aber eher selten)
Die Schule zeigen sie mir bitte, in der Kinder gezwungen werden, mehrere Stunden am Stück still sitzen zu müssen.
Das mit dem stundenlangen Stillsitzen werden sie eher daheim vor dem Fernseher finden, und zwar vorwiegend in den Familien, in denen die Mütter pädagogisch achso wertvoll ihre Kinder daheim erziehen, weil der Kindergarten ja soooo schlecht für sie ist und die außerhäusliche Betreuung dem armen Baby ja nicht zugemutet werden kann.
Das war eine Antwort auf S.Dhalli, die meinte die Kinder haben vl. Probleme mit die ganze Zeit stillsitzen. Wobei: Es ändert sich ja zum Glück langsam, aber meines Erachtes wird in den Schulen immer noch zu viel wert auf still am Tisch sitzen und lernen gelegt. Bewegung kommt definitiv zu kurz, und dabei ist sie so wichtig, nicht nur für den Körper, sondern gerade auch für das kongnitive Lernen.
Es gibt auch genug Lehrer, die bestimmte Körperhaltungen beim Arbeiten vorschreiben (üblicherweise "gerade auf dem Sessel beim Tisch sitzen"), was auch schwachsinnig ist.
... das sind eben die Konsequenzen, wenn immer mehr Eltern glauben, mithilfe von Gefälligkeitsgutachten willfähriger Ärzte, sich und ihren Kindern ein Jahr länger flexible Urlaubszeiten gönnen zu können und der Mama noch ein Jahr länger Auszeit vom Arbeitsmarkt zu schenken, mit der Ausrede, sie müsse ja unpetinkt beim "Kleinkind" daheim bleiben.
Da darf sich Frau W. bei denjenigen Müttern und Vätern bedanken, die ihre Kinder ohne Grund außer der eigenen Bequemlichkeit ein Jahr länger vom Schulbesuch fernhalten.
Keine Zahlungen, aber die familieninternen Ausreden arbeitsunwilliger Mütter laufen genau so. Das ist eine milde Form des http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3... tersyndrom . Weiter geht es später damit, dass die Kinder so unselbständig gemacht werden, dass Mami ihnen immer bei der Hausübung helfen muss.
Abgesehen davon ist das gang und gäbe, ich hab noch das triumphierende Geschrei eines schon bei der Einschreibung gut 6-jährigen und alles andere als entwicklungsverzögerten Kindes aus der Nachbarschaft im Ohr, der seiner Umgebung feixend "Ätschibätsch, ich muss noch nicht in die Schule, die Mama hat gesagt, jetzt können wir noch Urlaub fahren, wann wir wollen!" mitgeteilt hat.
Das sind keineswegs Einzelfälle!
Von mir aus, aber das hat mit der beschriebenen Situation nichts zu tun.
Der Grund, warum Kinder - entgegen der langjährigen Praxis - heutzutage nicht mehr ein Jahr länger im Kindergarten verbringen dürfen, auch nicht bei einer dokumentierten Behinderung, ist eher ein politischer.
Gemeinde Wien hat nicht genug Personal, um das verpflichtende Kindergartenjahr durchzuführen. Und der Gratiskindergarten ist wohl auch teurer als vermutet. War halt nett als Wahlpropaganda.
Aber ganz ehrlich: die Aussage eines 6-jährigen Fratzen würde ich jetzt nicht als relevant erachten. Eltern, die die Kinder aus den von ihnen genannten Gründen länger im Kindergarten lassen wollen, sind wohl eher die Ausnahme.
... um ein Drittel mehr Plätze, wenn die Kinder 4 statt 3 Jahre in den Kindergarten gehen. Da ist der "politische" Grund auch ein finanzieller...
Und verkommen würde das Kind ja nicht, genau für solche Fälle gibt's ja Vorschulen und die Einheit der 1. und 2. Schulstufe, die in 3 Jahren absolviert werden kann.
Oder, wenn auch das das Kind überfordern würde, Integrations- oder Sonderschulen. Dort arbeiten dann auch speziell ausgebildete Lehrer, die wohl etwas mehr Förderung zusammenbringen als allgemein ausgebildete Kindergärtner.
Die Aussage trifft natürlich nicht zu, denn es geht ja nicht darum, dass alle Kinder länger in den Kindergarten gehen sollen. Nur jene, die mit 6 Jahren nicht schulreif sind, und wo die Hoffnung besteht, dass sie´s ein paar Monate später sein werden.
Integrative Vorschulen gibt es so gut wie nicht, und die Ansprüche der Schule sind anders als jene des Kindergartens. Z.B. sind da feinmotorische Fähigkeiten gefragt, die durchaus vorab gefördert werden können.
Integrationsschulen in dem Sinn gibt es nicht - maximal I-Klassen, und derer wenige. Und Sonderschulen - Separation also bereits mit 6 Jahren - sind nicht wirklich erstrebenswert.
Übrigens gibt es auch Sonderpädagoginnen im Kindergarten. Sie haben einfach keine Ahnung, scheint mir.
Warum wird in solchen Diskussionen die Schule immer als ein solches Übel gesehen? "Oh nein, das arme Kind, muss in die Schule, geh schenkts ihm doch noch ein Jahr Kindheit."
Schulen sind schon lange keine Folterhallen mehr und grade in Wien gibt es viel Auswahl, so dass die Eltern auch eine Schule wählen können, die ihren pädagogischen Wünschen entspricht.
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