710.000 Euro Entschädigung für Sängerin

27. Februar 2012, 18:05
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33 Artikel über Charlotte Church im Murdoch-Blatt "News of the World" basierten auf illegal abgehörten Telefongesprächen

London - Die britische Sängerin Charlotte Church und ihre Eltern haben am Montag im Zuge der Abhöraffäre der Boulevardzeitung "News of the World" eine hohe Entschädigung erhalten. Der Medienkonzern des Unternehmers Rupert Murdoch, zu dessen Imperium das inzwischen eingestellte Boulevardblatt gehörte, zahlte Church 600.000 Pfund (710.000 Euro), die Hälfte davon für die Gerichtskosten. Das Abkommen zwischen den Opfern und der Mediengruppe wurde vom Londoner High Court für rechtsgültig erklärt. Die Summe ist eine der höchsten bisher geleisteten Entschädigungszahlungen in dem Skandal.

Church hatte erklärt, dass "News of the World" insgesamt 33 Artikel veröffentlicht habe, die auf Basis von illegal abgehörten Telefongesprächen entstanden seien. Nach der Urteilsverkündung brachte die 25-Jährige ihre Abscheu über die Methoden des Boulevardblattes zum Ausdruck. Die Verfolger ihrer Familie hätten keine Grenzen gekannt, sagte sie.

800 Menschen abgehört

Im Juli vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass Journalisten der "News of the World" jahrelang Handymailboxen von Prominenten, Angehörigen getöteter Soldaten und Kriminalitätsopfern abgehört hatten. Die Affäre führte zur Einstellung des Blatts sowie zum Rücktritt von Vertrauten Murdochs und ranghoher Polizisten. 800 Menschen waren nach Polizeiangaben von den Abhöraktionen betroffen. Der Medienkonzern richtete einen Entschädigungsfonds ein, um sich zur Vermeidung kostspieliger Prozesse außergerichtlich mit den Opfern zu einigen. Bisher wurden unter anderen der frühere Vize-Premierminister John Prescott, Fußballstar Ashley Cole und Hollywoodstar Jude Law entschädigt. (APA)

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    Charlotte Church

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