Cybersecurity: Mikl-Leitner setzt auf Vernetzung von Staat und Privat

27. Februar 2012, 17:39
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Innenministerin will "Spielregeln" gemeinsam mit Wirtschaft festlegen

Das Innenministerium setzt im Kampf gegen Internet-Kriminalität auf eine stärkere Vernetzung von Staat und privaten Unternehmen. "Wir müssen die Spielregeln für die Gewährleistung von Sicherheit im Cyber-Raum gemeinsam mit der Wirtschaft festlegen", so Ressortchefin Johanna Mikl-Leitner am Montag anlässlich der Veranstaltung "Freiwillige Selbstverpflichtung versus staatliche Regulierung". Gastvortragender aus Deutschland war der IT-Beauftragte des Bundesministeriums des Innern, Martin Schallbruch.

Erstfall

"Wir müssen über eine Kultur des vertrauensvollen Austausches sicherheitsrelevanter Informationen reden und sollten auch über ein Cybersecurity-Planspiel nachdenken, um den Ernstfall zu proben", meint Mikl-Leitner. Planung und Umsetzung sollten gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt und dem Verteidigungsministerium erfolgen. Die Innenministerin bezeichnete Cybersecurity als Herausforderung, die Staat, Wirtschaft sowie Bürgern in gleicher Weise fordere. Allerdings sei es schwierig festzulegen, welche Maßnahmen zur Risikoabwehr erforderlich seien.

"Anonymous"

Peter Gridling, Direktor des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), hatte sich bei einem Hintergrundgespräch vor der Veranstaltung dafür ausgesprochen, einen Mittelweg zwischen freiwilliger Selbstverpflichtung und staatlicher Regulierung zu finden, da es auch Risiken gebe, welche die Polizei allein nicht in den Griff bekommen könne. Freiwilligkeit allein sei allerdings auch nicht das ideale Rezept. Gridling erinnerte daran, dass etwa Hackerattacken wie jene der Gruppe "Anonymous" als Straftaten gelten würden.

Als Plattform für den Dialog soll das Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) zur Verfügung stehen. Dessen Generalsekretär Christian Kunstmann kündigte an, das Thema Cybersecurity auch zum Schwerpunkt des Sicherheitskongress Ende Juni zu machen. Schallbruch ging auf die Maßnahmen in Deutschland ein: Neben einem "Cyber-Sicherheitsrat" habe man auch ein "Abwehrzentrum" eingerichtet. Allerdings müsse man auch die internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich stärken. Denn: "Wir leben alle im gleichen Cyberspace." (APA)

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