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Die Zukunft der Volksbanken AG stand auf Messers Schneide, nun müssen die Altaktionäre einzahlen. Der im April auslaufende Vertrag von ÖVAG-Chef Gerald Wenzel dürfte nicht verlängert werden.
Die Volksbanken haben sich am Montag auf eine neue Sektorstruktur geeinigt. Die Maßnahme ist vor allem für die Republik schmerzhaft, die dem Spitzeninstitut des Sektors, der Volksbank AG (ÖVAG), eine Milliarden Euro an Staatshilfe in Form von Partizipationskapital zur Verfügung gestellt hat. Wie aus Verhandlerkreisen verlautete, buttert Finanzministerin Maria Fekter erneut mehr als eine Milliarde in die Bank.
Davon entfällt ein Großteil auf einen Kapitalschnitt, mit dem die hohen Verluste ausgeglichen werden. Diese Maßnahme - es soll sich dabei um 700 Millionen Euro handeln - erhöht auch das Haushaltsdefizit des Bundes. Einen ähnlichen Schritt hatte die Republik schon zuvor bei der Hypo Alpe Adria gesetzt. Auch die notverstaatlichte KA Finanz AG, die Bad Bank der Kommunalkredit, braucht neuerlich Staatshilfe in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags.
Grund für die desolate Lage sind vor allem Problemkredite in der Tochter Investkredit sowie das unverkäufliche Rumänien-Geschäft.
Die Republik Österreich wird auch die Bankenabgabe für alle Institute erhöhen. Und zwar um 25 Prozent bis 2017.
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Wien - Die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) verleiht dem Geld der Steuerzahler Flügel. Sie müssen das Spitzeninstitut des Volksbankensektors nun erneut retten und dafür tief in ihre Taschen greifen. Der Bund wird mehr als eine Milliarde Euro lockermachen und als Aktionär in die Bank einsteigen. Rund 950 Millionen Euro entfallen auf diverse Kapitalmaßnahmen, zusätzlich gibt die Republik Haftungen von 100 Millionen Euro. Das ist das Ergebnis von Verhandlungen, die am Wochenende ihren Höhepunkt gefunden haben. Laut Finanzstaatssekretär Andreas Schieder wird als "Gegenfinanzierung" die Bankenabgabe bis 2017 um 25 Prozent erhöht.
Verlust höher als erwartet
Konkret sieht das staatliche Rettungspaket so aus: Kapitalschnitt über 700 Mio. Euro, womit 70 Prozent von jener Milliarde perdu sind, die der Staat in Form von Partizipationskapital bereits in der ÖVAG stecken hat. Am Kapitalschnitt machen auch die übrigen ÖVAG-Aktionäre mit. Nach dem verlustbeseitigendem Kapitalschnitt - 2011 dürfte die ÖVAG an die 1,4 Mrd. Euro verloren haben, im Herbst war von rund 1,2 Mrd. Euro die Rede - wird das Kapital wieder mit 480 Mio. Euro aufgefüllt, die Republik steuert davon 250 Mio. Euro bei. Den Rest, also 230 Mio. Euro, müssen die "kleinen" Volksbanken als Mehrheitseigner einzahlen.
Zudem stellt der Bund bis 2017 Garantien über 100 Mio. Euro aus; die ÖVAG muss dafür 60 Mio. Euro an jährlichem Haftungsentgelt auf den Tisch legen. Danach wird der Bund 40 bis 49 Prozent der Aktien halten, die Mehrheit soll bei den Volksbanken bleiben.
Auch die anderen Altaktionäre (Deutsche DZ Bank und Ergo Versicherung) werden in die Pflicht genommen. Die DZ Bank wird Teile des Geschäfts der Investkredit in Frankfurt übernehmen und die Ergo musste zusichern, dass von der Victoria Volksbanken Versicherung gehaltene Finanzinstrumente nicht verkauft werden. Zudem soll die Ergo den Verkauf der maroden Volksbank Rumänien und der VBI Leasing "bestmöglich" unterstützen, wurde am Montagabend von Finanzministerium und ÖVAG mitgeteilt.
Eine Speziallösung gibt es für die Raiffeisen Zentralbank (RZB, sie hält 5,7 Prozent). Sie hat sich zu "geeigneten Maßnahmen" verpflichten lassen, durch die der ÖVAG bis spätestens 31. August "dauerhaft" 100 Mio. Euro an "positiver Eigenkapitalwirkung" zukommen. Dabei dürfte es sich wohl um den Kauf des RZB- Anteils handeln, den wiederum die ÖVAG hält und den sie dem Raiffeisensektor vor langem zum Kauf angeboten hat. Der Konkurrenzsektor konnte sich aber bis dato intern nicht auf die Kaufmodalitäten einigen. Zudem wird Raiffeisen der ÖVAG 500 Mio. Euro an Liquidität zukommen lassen.
Der Rahmen für dieses Rettungspaket ist, wie berichtet, der strenge Haftungsverbund (Rabobankmodell; jeder haftet für jeden), zu dem sich die Volksbanken nun "einhellig", wie es in einer ÖVAG-Aussendung hieß, haben weich streicheln lassen. Die ÖVAG mit fusionierter Investkredit als Spitzeninstitut bekommt weitgehende Durchgriffsrechte; dafür kann sie sich das Eigenkapital der Verbund-Volksbanken anrechnen lassen. Diesem Modell haben die Volksbanken am Montag bei ihrem Gruppentag zugestimmt.
Dabei hatten die Primärbanken des Sektors vor nicht einmal zwei Wochen bereits nolens volens einem anderen Modell zugestimmt: Haftungsverbund plus Spaltung der ÖVAG in Verbund- und Bad Bank. Diese Abbaubank war aber, wie berichtet, am Sonntag wieder tot. Weder deutsche Minderheitsaktionäre noch Bund waren letztlich für die Bad Bank zu haben.
Am Sonntag waren die Gespräche daher auf Messers Schneide gelandet; bis tief in den Abend hinein wurde unter Leitung von Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) mit den ÖVAG-Aktionären und Bankern verhandelt. Mit dabei: Notenbank-Chef Ewald Nowotny und der Vorstand der Finanzmarktaufsicht FMA.
In den letzten Verhandlungsstunden wurde dann der wesentliche Schwenk gemacht. Der Plan, der bis dahin verfolgt worden war: Der Bund gibt eine einjährige Garantie von 500 Mio. Euro, die Altaktionäre steuern auch bei, plus Kapitalschnitt. An diesem Punkt schieden sich jedoch die Geister, letztlich gewannen jene (unter anderem Notenbank-Gouverneur Nowotny), die für eine viel tiefer greifende Lösung mitsamt Einstieg der Republik plädiert hatten. "Es macht keinen Sinn, die Sache schrittweise anzugehen. Wenn wir schon eingreifen, dann lieber ordentlich", beschreibt das ein Verhandler.
Moody's vor der Tür
Der weitere Fahrplan: Die Investkredit wird vor September in die ÖVAG fusioniert, danach beginnt die neue ÖVAG mit dem weiteren Abbau ihrer Risken. Derzeit betragen die unterlegungspflichtigen Risken (RWA) in Summe rund 36 Mrd. Euro, allein der Refinanzierungsbedarf für heuer liegt bei 22 Mrd. Euro.
Einer der Gründe für die Eile beim Schnüren des ÖVAG-Rettungspakets am Wochenende trägt übrigens einen berühmten Namen: Moody's. Die Experten der Ratingagentur sind auf der Anreise nach Wien. (Renate Graber, APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.2.2012)
Restrukturierungskosten und Immo-Abschreibungen belasten
ÖVAG-Chef Stephan Koren will die Bank bis Ende 2015 abgebaut haben und wartet auf den Raiffeisen-Sanierungsbeitrag
Die Österreichische Volksbanken AG hat noch zwei Dutzend Gesellschaften auf Zypern, Malta, Jersey
Die 61 "Kleinen" fühlen sich vom Spitzeninstitut gegängelt. Sie fürchten Einbußen und müssen mit Zusammenlegungen rechnen
neu hingekommen sind 250 Mio , ok ist auch ein batzen aber es sind nicht 1-2 Mrd. 1 Mrd partizipationkapital wurde durch eine Kapitalherabsetzung um 700 Mio reduziert.
im Gegenzug hat der Staat (auch wenn ich darüber nicht glücklich bin) 40% von der 5 grössten Bank österreichs bekommen.
Bitte fein säuberlich eine Namensliste der Banker mit den jeweiligen Spielschulden erstellen und der Justiz weiterreichen.
Dasselbe bei allen anderen Banken machen.
Und dann Gesetze anwenden und die Verantwortlichen ENDLICH zur Verantwortung ziehen!
man schneidet sich nicht in´s eigene Fleisch ... unsere "Volksvertreter" müssen den Bankern und Bonzen die Wampen reiben ...
Wo bekommt man schließlich nach der "Politik" die besten Jobs? In den Vorständen diverser unnötiger Micro,Mini und Kleinbanken ... dort wird man für Fehler belohnt!
Egal ob der Staat gerade mehr Kapital oder Arbeit besteuert, wäre es erstrangig, zuerst einmal Ausgaben für Bankenrettungspakete, Militär oder Abschiebe-Kommandos zu streichen. Und nicht (wie im Sparpaket) bei den Pensionen, Gesundheit und öffentlichem Dienst.
http://www.linkswende.org/5612/Unve... -kriminell
Es ist schon sonderbar, wenn bei den Menschen (Kranken, Alten, öffent.Bedienstete etc) EXTREM gespart wird und jetzt wieder Geldgeschenke an eine Bank gegeben werden. Es wäre gescheiter, wenn man die positiven Geschäfte der Bank einfach verkauft und den Rest Pleite gehen lässt. Dann wäre nicht nur viel Steuergeld eingespart, sondern auch der (angebetete) Markt bereinigt.
Die Bankenabgabe wird´s schon richten. Hat mir uns ja nichts zu tun!
Für wie bescheuert halten die Politiker uns eigentlich?? Wie wenn sich die Banken sich das Geld nicht wieder über hohere Gebühren von uns sukzessive zurückholen würden.
Und mehr noch: diese höheren Gebühren werden über die Jahre dann noch "inflationsbedingt angepaßt"...
Sie haben den Steuerzahler nicht an ihren gewinnen teilhaben lassen, warum muss der steuerzahler daher immer ihre Verluste ausgleichen. Vollhaftung des Managements mit ihrem gesamten privaten vermögen wäre der erste Schritt.
Wer ist bei der KA Finanz AG für das Rumäniengeschäft verantwortlich....? Ich habe niemanden beauftragt Luftgeschäfte in Rumänien durchzuführen (schon gar nicht mit meinem Steuergeld).
@ Fr. Finanzministerin Fekter. Ich hoffe sie haften mit ihrem persönlichen Vermögen, sollten diese Gelder nicht mehr dem Steuerzahler rückgeführt werden. Auch mehr Haftung für die Politiker ist angesagt. Zwar eine Megakohle monatlich abheben, für eine Wirtschaftsleistung, wo jeder kleine Greissler eine bessere Keistung abgibt.
jetzt hamma gerade ein 27 milliarden sparpaket ( soferne die länder und die beamten überhaupt wollen. alle anderen müssen ) abgebogen. da werden doch lächerliche 250 millionen für eine bescheidene aber doch systemrelevante bank drinnen sein. zumal uns unsere unabhängigen experten erklärt haben, dass das eh nichts kostet. wenn unerwarteter weise doch, sparen wir halt die ganze bausparprämie . diese antiquierte sparform konzentriert ja eh nur kapital in händen, die damit nichts gscheites anfangen können.
da nehmen wir bitte so dinge wie systemrelevanz auch rein. es kann nicht die politik entscheiden, welche bank systemrelevant ist, auch kein gesetz, das ich beteiligungen dauernd ändern können (filetierung).
da solltet ihr euch was einfallen lassen, liebe ...ar...abgeordnete, denn da gehts um mächtig viel geld (mrd) und darum auch um mächtig gute stimmung
wenn banken nicht mehr pleite gehen können, ist das system moralisch, rechtlich und finanziell am ende. nur als tipp für das nächste "währungs-ökonomie-experiment".
Und warum ist der Hauptverursacher dieser Misere, Franz P. noch nicht im Häfen. Und warum wurde diesem Sonnenschein am Ende seiner Laufbahn von seinen Parteifreunden über die Hypo Alpe Adria ein fettes Körberlgeld ins Maul gestopft.
PS: Wer auf Grund dieser Zustände sehr zornig ist sollte sich die Melodie eines Westernklassikers zu Gemüte führen. Auch der Titel eines anderen Filmes mit Eastwood wäre passend. Nur sollte man das ihn durch sie ersetzen.
bei uns sparen sie und denen schieben sie die Milliarden in den Hintern. Die VP sollte man einfach hops gehen lassen, wer gibt mir Geld wenn ich unwirtschaftlich handle? Bekommen eigentlich die länger arbeitenden Pensionisten eine graits Konto bei der VP?
Dieses absurde Regierungspack soll sich doch endlich verabschieden.
meiner meinung ist diese ganze Bankenrettung und Garantien eine Einladung zur Misswirtschaft. Dadurch wird für Topmanager bei denen nur Eigeninteresse in Vordergrund steht, eine geschützte Werkstatt bereitgestellt.
Bei Unternehmen die in der Privatwirtschaft tätig sind, kommt auch niemand um diese zu retten...
Ich bitte dringendst um eine Kolumne, in welcher darauf hingewiesen wird, dass der Sozialstaat wegen der Frühpensionisten nicht mehr finanzierbar ist.
Weiters möchte ich Herrn Strache bitten, nochmal eindeutig darauf hinzuweisen, was uns die Asylanten kosten.
Sonst kommen wir womöglich auf falsche Ideen.
war dem standard gleich einmal wert, den chart der verbund-aktie auf die homepage zu stellen. ist mir schon öfters aufgefallen. zB deutsche bank senkt verbund-aktie auf xxx ruft beim standard gleich das bedürfnis nach einem deutsche bank-aktienchart hervor. aber das ist eben so in österreich. durchschnittsqualität nicht nur bei bankmanagern, sondern überall. einfach irgendwie machen. hauptsache man hält die deadline ein. wie ist wurscht. und so hat wohl auch der programmierer der standard-homepage sich gedacht: wurscht, ich such nur nach "verbund" und sobald das wort auftaucht, knall ich dem leser den verbund-aktienchart auf die homepage. peinlich und eigentlich bezeichnend auch im hinblick auf den gesamten artikel.
ich ersuche um Beantwortung folgender Fragen:
1. Warum ist die ÖVAG systemrelevant? die haben doch das Ostgeschäft (ausg. Rumänien) verkauft, um nicht mehr systemrelevant zu sein und ihr Vorgänger als Finanzminister hat dem Steuerzahler versprochen, nicht systemrelevante Banken NICHT mehr aufzufangen.
2. Stimmt es, dass ein Großteil des jetzt schlagend werdenden Griechenland-Risikos aus spekulativem Neuengagement nach 2008 (sic!) stammt. Wenn das stimmt, dann hat ja die Bank "va-banque" gespielt, alles auf eine Karte! Werden Pinkl + Wenzel angeklagt?
Ich vermute, dass Sie als Finanzministerin hier eindeutig Klientelpolitik wider ihrem Eid auf die Verfassung betreiben und sich somit strafbar gemacht haben.
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