Durchschlag bei erstem Baulos

27. Februar 2012, 17:21
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Nach acht Monaten Bauzeit wurden bislang acht Millionen Euro investiert

Innsbruck/Wien - Bei der wegen der hohen Kosten umstrittenen Untertunnelung des Brennermassivs zwischen Österreich und Italien laufen die Arbeiten unvermindert weiter. Die für das Projekt zuständige Brenner Basistunnel BBT SE hat am Montag einen Durchschlag beim ersten Baulos für den Bahntunnel gemeldet.

Nach Angaben der Gesellschaft wurden in den sogenannten Saxenertunnel bei Steinach am Brenner in den vergangenen acht Monaten rund acht Millionen Euro investiert. Er soll den Baustellenverkehr für das eigentliche Bauwerk erleichtern und die umliegenden Gemeinden entlasten.

Mit dem Saxenertunnel seien die Zufahrten bei allen vier Baustellen des Brennerbasistunnels im Bundesland Tirol fertiggestellt. "Nun gehen die Arbeiten am Erkundungsstollen und an den Zufahrtstunnels weiter", kündigte BBT-Vorstandsdirektor Konrad Bergmeister an.

Der Saxenertunnel weist einen Durchmesser von zehn Metern auf und bietet Platz für zwei Fahrspuren im Gegenverkehr. Täglich wurden sechs bis sieben Meter ausgesprengt. Die Durchquerung einer 40 Meter mächtigen geologischen Störungszone habe einen aufwändigeren Ausbau notwendig gemacht, was zu einer Verzögerung geführt habe.

Die BBT SE mit Sitz in Bozen ist für die Planung und den Bau des Brennerbasistunnels verantwortlich. Die Aktien befinden sich je zur Hälfte in italienischem und österreichischem Eigentum. Der 55 Kilometer lange BBT ist das Kernelement des Korridorabschnitts München-Verona. Die Gesamtkosten werden auf Preisbasis 1. Jänner 2009 mit acht Milliarden Euro angegeben - valorisiert bis 2025 mit rund 9,7 Milliarden.

Hochgeschwindigkeitstest

In der Zwischenzeit testet die ÖBB die neue Trasse der Unterinntalbahn auf ihre Hochgeschwindigkeitstauglichkeit. Mit 30.000 PS hat eine Messgarnitur erste Fahrten absolviert und dabei eine Geschwindigkeit von 250 km/h erreicht. Bei den Tests gehe es um die Überprüfung der technischen Tunnelanlagen unter den Belastungen des Fahrbetriebes.

Mit Beginn des fahrplanmäßigen Schienenverkehrs im Dezember 2012 beträgt die maximal zulässige Geschwindigkeit dann 220 Stundenkilometer. Das ist vielfach doppelt so schnell wie auf der nahen Autobahn durch das Tiroler Unterland. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.2.2012)

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    Besucher bei einer Besichtigung des Brennerbasistunnels bei Steinach am Brenner.

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