Assange: Weitere Wikileaks-Enthüllungen in drei bis vier Tagen

27. Februar 2012, 16:00
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Gegen die Plattform gerichtete Aktionen sollen aufgedeckt werden

Nach der Veröffentlichung von mehreren tausend E-Mails des US-Strategieberaters Stratfor hat Wikileaks-Gründer Julian Assange weitere Enthüllungen in den nächsten Tagen angekündigt. Es gehe um die Aktionen, denen Wikileaks selbst ausgesetzt sei. "Die große Story wird in etwa drei bis vier Tagen herauskommen", sagte Assange am Montag in London.

"Sie betreiben schäbige Geschäfte."

Assange erhob schwere Vorwürfe gegen das Sicherheits-Unternehmen Stratfor. Es beobachte gegen Bezahlung Aktivisten im indischen Bhopal, die sich mit der dortigen Chemiekatastrophe beschäftigten, ebenso wie Aktivisten der Tierschutzorganisation Peta im Auftrag von Coca-Cola, sagte Assange: "Sie betreiben schäbige Geschäfte."

Wikileaks hat nach Angaben seines Gründers gemeinsam mit 25 anderen Medien aus aller Welt - in Deutschland ist es der Sender NDR - für mehrere Monate die Aktivitäten von Stratfor unter die Lupe genommen. Herauskommen sei ein Skandal enormen Ausmaßes, sagte Assange. Dass die Informationen von der Anonymous-Bewegung stammten, bestätigte Assange nicht. "Wir reden nicht über Quellen", sagte er.

Das Enthüllungsportal WikiLeaks hatte am Montag damit begonnen, insgesamt mehr als fünf Millionen E-Mails des privaten US-Nachrichtendienstes Stratfor zu veröffentlichen. Bei den Daten handle sich um interne und externe Korrespondenz von Mitarbeitern des Dienstes. Zu den Stratfor-Kunden gehören auch Firmen, die auf der Fortune-Liste der 500 umsatzstärksten Unternehmen stehen.

Die Daten wurden offensichtlich von Hackern erbeutet. Stratfor-Chef George Friedman hatte im Jänner eingeräumt, dass E-Mails gestohlen worden seien. Die Diebe würden aber kaum wichtige Daten finden. Hacker im Umfeld der Anonymus-Gruppe hatten im Jänner erklärt, sie hätten E-Mails von rund 100 Stratfor-Angestellten gestohlen.

Einige der E-Mails "dürften gefälscht oder um Ungenauigkeiten verändert worden sein; einige dürften echt sein"

Nun erklärte Stratfor, das Unternehmen solle durch die Veröffentlichung der Mails zum Schweigen gebracht und eingeschüchtert werden. Einige der E-Mails "dürften gefälscht oder um Ungenauigkeiten verändert worden sein; einige dürften echt sein". Das früher unter dem Namen Strategic Forecasting bekannte Unternehmen bietet als Abonnement-Dienst geopolitische Analysen an. Die Informationen würden mit geheimdienstlichen Mitteln besorgt. Welche Auswirkungen die Veröffentlichung auf das Unternehmen, seine Mitarbeiter, Kunden und Informanten haben würden, war zunächst nicht klar.

Assange sagte, Stratfor greife auf Informanten in der US-Regierung, auf ausländische Geheimdienste mit einem zweifelhaften Ruf und auf Journalisten zurück. Ihn besorge besonders, dass Organisationen im Visier seien, die sich für eine gerechte Sache einsetzten.

Eine kleine Vorauswahl der Mails schickte Wikileaks der Aktivistengruppe The Yes Men, die nach eigener Darstellung die in Unternehmen herrschende Gier anprangert. Die Mails "helfen dabei, ein Bild davon zu zeichnen, auf welche Art und Weise Unternehmen funktionieren", sagte Andy Bichlbaum von The Yes Men. "Sie arbeiten unter kompletter Missachtung des Gesetzes und des menschlichen Anstandes." (Reuters)

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