Erste Group: Analysten rechnen mit Verlust

27. Februar 2012, 15:46
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Wien - Für das am kommenden Mittwoch bevorstehende Jahresergebnis der Erste Group erwarten die Analysten von Raiffeisen Centrobank (RCB), Berenberg Bank und UBS zwar einen deutlichen Verlust, gehen jedoch einhellig von einer Erholung der Geschäftstätigkeit in Rumänien und Ungarn im laufenden Jahr aus. Sorge um die Erfüllung der schärferen Richtlinien zur Kernkapitalquote seitens der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) und der heimischen Finanzmarktaufsicht (FMA) haben die Experten kaum.

In einer Konsensusschätzung der drei Institute RCB, Berenberg Bank und UBS liegt der prognostizierte Zinsüberschuss bei 5.512,7 Mio. Euro, was im Jahresvergleich ein Plus von 1,85 Prozent ausmachen würde. Die Risikovorsorge wird durchschnittlich 2.353,0 Mio. Euro errechnet, womit sie um 15,84 Prozent über jener des Geschäftsjahres 2010 läge. Das Vorsteuerergebnis wird nach 1.515,1 Mio. Euro Gewinn im Vorjahr im Schnitt mit minus 503,7 Mio. Euro beziffert. Der Nettoverlust beläuft sich in der Konsensusschätzung auf 791,7 Mio. Euro, nachdem im vergangenen Jahr noch ein Gewinn von 1.015,4 Mio. Euro erwirtschaftet wurde.

Bei der Berenberg Bank erwartet man, dass die Erste Group sowohl die Stresstests der EBA 2012, als auch die neuen Regularien für 2013 durch die nationalen Behörden erfüllen werde, ohne die Anteile aufstocken zu müssen. Da der Schlüsselaktionär zudem nicht sehr liquide sei, gäbe es kaum Anlass zur Sorge über unnötige Kapitalbeschaffung, hieß es weiter. Auch Daniele Brupbacher von der UBS geht davon aus, dass die Kapitalraten zwar nicht hoch aber solide genug ausfallen werden, weshalb eine hoch verwässernde Kapitalerhöhung unwahrscheinlich sei.

Wenige Neuigkeiten erwartet man auch bei der Raiffeisen Centrobank (RCB) vom heimischen Mitbewerber, man erwarte ähnlich wie bei anderen europäischen Banken bilanzwirksame Maßnahmen, die die Kernkapitalquote unterstützen. Gegenwind kam im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres von den Währungen Ost- und Mitteleuropas, resümiert RCB-Analyst Stefan Maxian, 2012 würden sich die Kurse jedoch wieder verbessern.

Große Hoffnungen setzen die Experten der Geldinstitute in eine Erholung der Aktivitäten der Erste Group in Rumänien und Ungarn. Rumänien erhole sich zwar langsamer als erhofft und man erwarte dort einen geringen Verlust im laufenden Jahr, schreibt Analyst Pedro Fonseca von der Berenberg Bank. Jedoch sei dieser Markt langfristig attraktiv der für die Erste ab 2013 Wert schaffen sollte. Bei der UBS prognostiziert man bereits Ende 2012 merkliche Besserung in Rumänien und auch bei der RCB geht man davon aus, dass sich die Risikokosten der Bank angetrieben von Rumänien und Ungarn reduzieren werden. (APA)

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