Hoher Leerstand in Europa

27. Februar 2012, 15:53
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In Dublin und Budapest wird mehr als jeder fünfte Quadratmeter Bürofläche derzeit nicht genutzt - Wien ist im positiven Spitzenfeld

Die Leerstandsrate der Wiener Büroimmobilien liegt schon bei 6,3 Prozent, und sie wird heuer weiter steigen. "Wir sehen diese Entwicklung aber keinesfalls als beunruhigend an, vergleichbare Metropolen in Europa haben nicht selten mit zweistelligen Leerstandsraten zu kämpfen", erklärt dazu Martina Paukner, Autorin des jüngsten Büromarktberichts von Otto Immobilien.

So manche europäische Hauptstadt weist tatsächlich wesentlich dramatischere Zahlen auf. In Dublin war beispielsweise per Jahresende 2011 jeder fünfte Quadratmeter nicht vermietet. Die Leerstandsrate liegt in der irischen Hauptstadt laut jüngsten Zahlen von Knight Frank, dem internationalen Kooperationspartner von Otto Immobilien, bei rekordverdächtigen 20,1 Prozent. Gleich dahinter folgt Budapest mit ebenfalls rund 20 Prozent - oder auch mehr, denn einerseits stammt diese Zahl aus dem letzten Büromarktbericht von EHL Immobilien aus dem vergangenen Herbst, Knight Frank hat noch keine aktuellere Zahl. Andererseits wird in Budapest in A- und B-Objekte unterschieden, und die dort kommunizierten Leerstandsraten würden oft nur das bessere Segment betreffen, erklärte Eugen Otto am Montag.

Wien und Berlin auf demselben Niveau

Nur wenig besser sieht es in Amsterdam aus, wo der Leerstand derzeit immerhin auch 17 Prozent erreicht. Frankfurt käme auf demselben Niveau zu liegen, wäre das vergangene Jahr nicht äußerst gut verlaufen. Aktuell stehen in der Main-Metropole 13,5 Prozent der Büros leer.

Weitere Zahlen einiger Hauptstädte: Moskau 12,5 Prozent, Prag 11,8 Prozent, Brüssel 11,5 Prozent, Madrid 10,7 Prozent, Mailand 10,0 Prozent, München 9,6 Prozent, Warschau 8,1 Prozent, London 7,3 Prozent, Paris 7,0 Prozent.

Berlin bewegt sich mit 6,4 Prozent (laut EHL) auf dem Wiener Niveau (6,3 Prozent, dürfte aber zulegen, siehe Artikel). Das betrifft übrigens auch die Spitzenmiete von knapp 300 Euro pro Quadratmeter und Jahr (laut Knight-Frank-Berechnung). Hier hat wie immer London unangefochten die Nase vorn, mit 1.144 Euro liegt die heurige Olympia-Stadt deutlich vor Moskau (973 Euro), Paris (800 Euro) und Genf (700 Euro). Ab dem Fünftplatzierten, Mailand (525 Euro), verflacht die Kurve zusehends; Frankfurt (432 Euro), München (360 Euro) und Amsterdam (340 Euro) liegen allerdings auch hier immer noch deutlich vor Wien. (map, derStandard.at, 27.2.2012)

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